MÄRKTE USA/Knapp behauptet - Robuste Wirtschaftsdaten stützen

23.04.2026 / 16:10 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Angesichts offenbar stockender Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zieht an den US-Börsen am Donnerstag nach den Vortagesgewinnen mit teils neuen Rekordständen bei den Indizes wieder etwas Vorsicht ein. Offiziell finden keine Verhandlungen in Pakistan zwischen den Kriegsparteien USA und Iran statt, auch wenn sich der iranische Präsident Masoud Pezeshkian offen für einen Dialog zeigte. Beide Seiten stellen aber Forderungen als Voraussetzung.

Außerdem bremsen die weiter steigenden Ölpreise mit der weiter nicht passierbaren Straße von Hormus. Berichte über aufgebrachte Schiffe - und das nicht nur in der berüchtigten Meerenge - lassen bei den Ölpreisen keine Ruhe einkehren. Die USA sollen drei iranische Öltanker in asiatischen Gewässern abgefangen haben. Das dürfte Friedensgespräche erschweren und habe direkte Auswirkungen auf den Öl- und Welthandel, sagt XTB-Analystin Kathleen Brooks. Brent-Öl verteuert sich um knapp 1 Prozent auf 102,59 Dollar.

Daneben dürften aber auch Gewinnmitnahmen für die im frühen Handel knapp behauptete Tendenz eine Rolle spielen. Der Dow-Jones-Index gibt um 0,4 Prozent nach auf 49.295 Punkte, der S&P-500-Index kommt von seinem Rekordhoch um 0,1 Prozent zurück, die Nasdaq-Indizes sinken in ähnlicher Größenordnung. Konjunkturseitig sind die kurz nach Handelsbeginn mitgeteilten Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe in den USA jeweils besser ausgefallen als erwartet. Beide liegen nun noch tiefer im Expansion anzeigenden Bereich.

Die Renditen von US-Staatsanleihen zeigen sich wenig bewegt, im Zehnjahresbereich beträgt sie unverändert 4,29 Prozent. Der Dollar ist als sicherer Hafen tendenziell gesucht und baut die kleinen Vortagesgewinne aus. Der Euro wird bei 1,1693 Dollar gesehen. Die allgemeine Unsicherheit könnte die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen antreiben, heißt es.

Unternehmensseitig hat Tesla die Berichtssaison der sogenannten Magnificient Seven eröffnet, der sieben großen Technologiekonzerne. Der Elektroautobauer übertraf zwar die Markterwartungen, prognostiziert jedoch für 2026 höhere Investitionen. Der Kurs gibt um 2,1 Prozent nach. Microsoft will derweil bis Ende 2029 rund 18 Milliarden Dollar in Cloud- und KI-Infrastruktur in Australien investieren. Die Aktie reagiert darauf mit einem Abschlag von rund 3 Prozent.

Texas Instruments hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Der Kurs des Halbleiterkonzerns schießt um 16 Prozent nach oben. Die Kurse anderer Halbleiterhersteller steigen zwar auch, aber nur moderat. Arm kommen um 1,8 Prozent voran, AMD und Nvidia nur leicht um 0,3 Prozent, Broadcom um 1,0 und Intel um 2,6 Prozent.

Der IT-Riese IBM hat für das erste Quartal zwar einen bereinigten Gewinn 19 Prozent über Vorjahr berichtet, die Aktie sackt aber trotzdem um gut 10 Prozent ab. Im Handel heißt es, angesichts der guten Quartalszahlen enttäusche der nur bestätigte Ausblick.

ServiceNow stürzen um 14,8 Prozent ab, nachdem der Entwickler von Unternehmenssoftware Quartalsergebnisse vorgelegt hat, die nicht überzeugen. Die durchwachsenen Geschäftszahlen belasten auch andere Softwareaktien: Salesforce rutschen um 8,2 Prozent ab und Workday um 73,0 Prozent.

INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA           49.295,47   -0,4    -194,56       49.490,03 
S&P-500         7.128,89   -0,1      -9,01        7.137,90 
NASDAQ Comp    24.579,97   -0,3     -77,60       24.657,57 
NASDAQ 100     26.901,48   -0,1     -35,79       26.937,28 
 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,80  +0,00       3,83            3,79 
5 Jahre             3,92  +0,00       3,96            3,91 
10 Jahre            4,29  -0,00       4,34            4,29 
 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 18:22 
EUR/USD           1,1693   -0,1    -0,0010          1,1703     1,1711 
EUR/JPY           186,59   -0,0    -0,0300          186,62   186,8000 
EUR/CHF           0,9184   +0,0     0,0001          0,9183     0,9175 
EUR/GBP            0,866   -0,1    -0,0008          0,8668     0,8674 
USD/JPY           159,56   +0,1     0,0800          159,48   159,5000 
GBP/USD             1,35   -0,0    -0,0001          1,3501     1,3497 
USD/CNY           6,8302   +0,0     0,0027          6,8275     6,8275 
USD/CNH           6,8316    0,0    -0,0002          6,8318     6,8312 
AUS/USD           0,7149   -0,1    -0,0009          0,7158     0,7156 
Bitcoin/USD    77.453,25   -1,3  -1.000,16       78.453,41  79.167,01 
 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          93,95   +1,1       0,99           92,96 
Brent/ICE         103,18   +1,3       1,27          101,91 
 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.734,29   -0,1      -3,49        4.737,78 
Silber             76,21   -1,9      -1,48           77,70 
Platin          2.031,47   -2,1     -42,97        2.074,44 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 23, 2026 10:09 ET (14:09 GMT)

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