MÄRKTE EUROPA/Etwas leichter - Starke Unternehmenszahlen stützen
23.04.2026 / 13:36 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte tendieren am Donnerstagmittag etwas leichter. Übergeordnet verlässt die Anleger zunehmend die Hoffnung, dass es eine rasche Lösung im Irankrieg geben wird. US-Präsident Donald Trump verlängerte zwar den Waffenstillstand auf unbegrenzte Zeit, die Straße von Hormus bleibt aber weiter geschlossen. Zugleich sind die Bemühungen für eine diplomatischen Lösung des Konflikts ins Stocken geraten, eine baldige Lösung zeichnet sich nicht ab und damit steigen die Risiken für die Weltwirtschaft. Unterstützung liefern auf der anderen Seite gute Unternehmenszahlen.
Der DAX verliert 0,5 Prozent auf 24.066 Punkte und bleibt damit über der 200-Tagelinie. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,7 Prozent auf 5.866 nach. Der Preis der Ölsorte Brent zieht um weitere 0,9 Prozent auf 102,86 Dollar das Fass an. Preise oberhalb von 100 Dollar mahnen derweil zur Vorsicht, bergen sie doch die Gefahr, das globale Wachstum zu schwächen und die Inflation auf der anderen Seite anzuheizen. Der Euro wird etwas leichter bei 1,18,80 Dollar gehandelt.
Iran-Krieg belastete Euroraum-Konjunktur
Der Krieg gegen den Iran und die damit einhergehende Sperrung der Straße von Hormus werden nach Aussage von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, zu einer Belastung für die Konjunktur des Euroraums. "Herrschte noch bis März Aufbruchstimmung, kann davon überhaupt keine Rede mehr sein. Die höheren Energiepreise werden nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone erheblich dämpfen, sondern die gesamte Weltwirtschaft ist davon betroffen", urteilt er zum unerwartet deutlichen Rückgang des aggregierten europäischen Einkaufsmanagerindex (PMI) im April auf 48,6 (März: 50,7) Punkte.
Berichtssaison stützt
Dank starker Sektorvorgaben gewinnen Infineon 5,8 Prozent und stellen damit die DAX-Spitze. Stützend wirken starke Geschäftszahlen aus der Branche. So deuteten Auftragseingänge, Umsatz und Margenentwicklung von STMicroelectronics auf eine beginnende Erholung hin, so die Citigroup. In Asien hatte SK Hynix Rekordzahlen vorgelegt. Für STMicroelectronics geht es um 6,9 Prozent nach oben.
Nach Börsenschluss werden die Geschäftszahlen von SAP (-3,7%) veröffentlicht. Diese könnten weit über den Technologiesektor hinaus Akzente setzen. Aus Sorge vor KI-Disruptionen hat die Aktie seit Jahresbeginn fast 30 Prozent an Wert verloren, was als Index-Schwergewicht auch eine Belastung für den DAX darstellt.
Trotz insgesamt solider Geschäftszahlen geben Sartorius um 1,6 Prozent nach. Wie Bernstein anmerkt, ist die EBITDA-Marge mit 29,7 Prozent leicht unter der Konsensschätzung von 30,1 Prozent geblieben. Baader spricht mit Blick auf die Erstquartalszahlen von Vossloh (+0,3%) von soliden Ergebnissen. Die Zahlen bewegten sich im Rahmen der Erwartungen, der Auftragseingang habe sich etwas besser als vom Markt veranschlagt entwickelt.
Nestle (+6,4%) hat starke Erstquartalszahlen vorgelegt. Das organische Umsatzwachstum hat mit 3,5 Prozent laut RBC die Konsensschätzung von 2,4 Prozent klar geschlagen. Herausragend habe sich das Kaffeegeschäft mit einem zweistelligen organischen Umsatzwachstum entwickelt, so die Analysten.
Für L'Oreal geht es gleich um 8,2 Prozent nach oben. Das organische Umsatzwachstum hat laut RBC mit 7,6 Prozent die Konsensschätzung klar geschlagen. "L'Oreal ist zu alter Form zurückgekehrt und liefert ein solides zugrundeliegendes Wachstum (...) - eine deutliche Beschleunigung gegenüber den Trends des vierten Quartals," so die Analysten.
Die Nokia-Aktie (+10%) profitiert von einer weiteren Neubewertung und höheren Gewinnschätzungen, nachdem das Unternehmen eine die Erwartungen übertreffende Bruttomarge vorgelegt und die Wachstumserwartungen für IP- und optische Netze angehoben hat, wie der Jefferies-Analyst Janardan Menon urteilt.
Renault gewinnen nach Erstquartalszahlen 1,4 Prozent. "Der Umsatz lag über dem Konsens, und der Auftragseingang ist gut - insbesondere bei der Sparte Dacia", so Bernstein. Der Umsatz im Bereich Automobile belief sich auf 10,81 Milliarden Euro und lag damit über der Konsensschätzung von Visible Alpha von 9,78 Milliarden Euro.
Stifel spricht von einer Wachstumsnormalisierung von Essilorluxottica (-4,6%) im ersten Quartal nach dem außerordentlichen Vorquartal. Bei einem Umsatzplus von 10,8 Prozent sprechen die Analysten von einer soliden Entwicklung, auch wenn die Erwartung damit nicht ganz erreicht worden sei. Treiber des Wachstums war die Nachfrage nach den mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestatteten Brillen, von denen sich das Unternehmen in den kommenden Jahren Wachstumsimpulse erhofft.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.866,44 -0,7 -39,78 5.906,22 1,3 Stoxx-50 5.047,12 -0,3 -12,88 5.060,00 2,6 DAX 24.066,17 -0,5 -128,73 24.194,90 -1,7 MDAX 30.717,84 -1,5 -458,80 27.039,42 0,3 TecDAX 3.658,14 -0,3 -12,63 3.091,28 1,0 SDAX 17.926,69 -0,6 -115,04 13.062,07 4,4 CAC 8.168,33 +0,2 11,90 8.156,43 0,2 SMI 13.183,34 +0,9 115,71 13.067,63 -0,6 ATX 5.781,78 -0,5 -27,83 5.809,61 8,6 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:22 EUR/USD 1,1681 -0,2 -0,0022 1,1703 1,1711 EUR/JPY 186,57 -0,0 -0,0500 186,62 186,8000 EUR/CHF 0,9172 -0,1 -0,0011 0,9183 0,9175 EUR/GBP 0,8655 -0,2 -0,0013 0,8668 0,8674 USD/JPY 159,69 +0,1 0,2100 159,48 159,5000 GBP/USD 1,3493 -0,1 -0,0008 1,3501 1,3497 USD/CNY 6,8346 +0,1 0,0071 6,8275 6,8275 USD/CNH 6,8361 +0,1 0,0043 6,8318 6,8312 AUS/USD 0,714 -0,3 -0,0018 0,7158 0,7156 Bitcoin/USD 77.466,95 -1,3 -986,46 78.453,41 79.167,01 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 93,99 +1,1 1,03 92,96 Brent/ICE 102,86 +0,9 0,95 101,91 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.700,58 -0,8 -37,20 4.737,78 Silber 74,63 -3,9 -3,07 77,70 Platin 2.008,11 -3,2 -66,33 2.074,44 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl/flf
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April 23, 2026 07:35 ET (11:35 GMT)
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