MÄRKTE EUROPA/Leichter - Warten auf Fortschritte im Nahostkonflikt geht weiter

21.04.2026 / 18:28 Uhr

DOW JONES--An den europäischen Börsen ist es am Dienstag nach unten gegangen, nachdem die Indizes lange Zeit des Tages im Plus notierten. Zunächst dominierte die Hoffnung, dass der Iran ein Verhandlungsteam nach Pakistan entsenden werde. Als eine Bestätigung auf sich warten ließ, schwand der Optimismus und die Verkaufsneigung nahm zu. Zudem naht das Ende der Waffenruhe im Iran und US-Präsident Trump erklärte, der Waffenstillstand, der am Mittwochabend US-Zeit ausläuft, werde nicht verlängert. Im Handel hieß es, das Schlagzeilenrisiko an den Märkten bleibe hoch.

Der Preis der Ölsorte Brent zog am Nachmittag wieder spürbar an. Zuletzt kostete Brent 2,5 Prozent mehr als am Vortag, nämlich knapp 98 Dollar. Der DAX schloss 0,6 Prozent tiefer bei 24.271 Punkte zu, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,9 Prozent auf 5.930 Zähler nach unten.

Weiter eingetrübt zeigten sich die ZEW-Konjunkturerwartungen. Die vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Erwartungen fielen im April unerwartet deutlich. Auch der Index der Lagebeurteilung verschlechterte sich. Die Krise rund um die Straße von Hormus sei ein Belastungsfaktor für die deutsche Wirtschaft, daran hätten weder der Waffenstillstand noch die kurzfristige Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus etwas geändert, kommentierte Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank. Öl und Gas blieben weiterhin knapp und teuer. Zudem nähmen die Sorgen um Lieferengpässe in vielen Teilsegmenten zu. Eine zeitnahe und nachhaltige Verbesserung sei nicht in Sicht.

Für Impulse bei Einzelwerten sorgte die allmählich wieder fahrt aufnehmende Berichtssaison. Bei Beiersdorf fiel der organische Umsatzrückgang deutlicher aus als erwartet aus. Der Haushaltsgüterkonzern bestätigte zwar die Jahresziele, die Analysten von RBC merkten aber an, dass das Unternehmen weiterhin auf ein anhaltend herausforderndes Massenmarktgeschäft verweise. Beiersdorf gaben um 3,5 Prozent nach.

Associated British Foods verloren 2,7 Prozent. Das operative Ergebnis verfehlte die Marktschätzung um rund 5 Prozent. Bernstein verwies auf eine Margenkompression, was vor allem auf die Schwäche von Primark zurückzuführen sei. AB Foods will Primark abspalten und an die Börse bringen.

Thales rutschten um 5,9 Prozent ab, obwohl der Luft- und Raumfahrtkonzern die Erwartungen an das organische Umsatzwachstum übertroffen hatte. Es stieg im ersten Quartal um 9,7 Prozent, klar stärker als mit 6 bis 7 Prozent avisiert. Dies sei allerdings ausschließlich auf das bessere Rüstungsgeschäft zurückzuführen, betonten die Analysten von Berenberg. Schwach habe sich dagegen die Sparte Cyber entwickelt, der Bereich sei von KI-Disruptionen bedroht. Europaweit zeigten sich am Dienstag aber auch andere Rüstungswerte auffallend schwach, so Rheinmetall (-3%), Hensoldt (-4%) oder Leonardo (-4,9%).

Salzgitter gingen 3,1 Prozent fester aus dem Tag. Nach einem unerwartet guten ersten Quartal ist der Stahlhersteller zuversichtlicher für das Gesamtjahr und hob kurz vor Handelsende seine Ergebnisprognose an.

Für Royal Unibrew ging es um fast 25 Prozent steil abwärts mit der Nachricht, dass das Unternehmen die Pepsi-Lizenz verliert. Die Pepsi-Lizenzvereinbarungen für Abfüllung und Vertrieb für Dänemark, Finnland und das Baltikum enden mit dem Auslaufen der aktuellen Verträge bis 2028.

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Index               Schluss  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50         5.930              -0,9                   3,30 
Stoxx-50              5.074              -1,1                   4,34 
Stoxx-600               616              -0,9                   4,94 
DAX                  24.271              -0,6                  -0,30 
FTSE-100 London      10.609              -1,1                   6,82 
CAC-40 Paris          8.331              -1,1                   2,23 
AEX Amsterdam         1.022              -0,3                   7,43 
ATHEX-20 Athen        5.748               0,0                   7,43 
BEL-20 Br ssel        5.511              -1,5                   8,52 
BUX Budapest        136.386              -0,5                  22,84 
OMXH-25 Helsinki      6.297              -0,7                  10,40 
OMXC-20 Kopenhagen    1.483              -1,6                  -7,80 
PSI 20 Lissabon       9.178              -0,5                  11,06 
IBEX-35 Madrid       18.261              -0,7                   5,51 
FTSE-MIB Mailand     48.207              -0,6                   7,26 
OBX Oslo              1.927               0,7                  20,58 
PX Prag               2.674              -0,7                  -0,44 
OMXS-30 Stockholm     3.153              -0,6                   9,37 
WIG-20 Warschau     133.195              -0,7                  14,36 
ATX Wien              5.866              -0,2                  10,14 
SMI Zürich           13.284              -1,1                   0,13 
 
 
DEVISEN        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 18:17 
EUR/USD         1,1748   -0,3   -0,0039          1,1787     1,1786 
EUR/JPY         187,29   +0,1    0,1200          187,17   186,9900 
EUR/CHF         0,9168   -0,0   -0,0003          0,9171     0,9169 
EUR/GBP         0,8697   -0,1   -0,0010          0,8707     0,8702 
USD/JPY         159,42   +0,4    0,6300          158,79   158,6500 
GBP/USD         1,3506   -0,2   -0,0026          1,3532     1,3542 
USD/CNY         6,8208   +0,1    0,0036          6,8172     6,8172 
USD/CNH         6,8243   +0,1    0,0085          6,8158     6,8153 
AUS/USD         0,7157   -0,3   -0,0020          0,7177     0,7173 
Bitcoin/USD  75.916,32   -0,5   -395,23       76.311,55  75.386,28 
 
 
ROHOEL         zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex        93,63   +4,5      4,02           89,61 
Brent/ICE        97,99   +2,6      2,51           95,48 
 
 
Metalle        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold          4.727,60   -1,9    -92,04        4.819,64 
Silber           76,76   -3,9     -3,14           79,91 
Platin        2.035,85   -2,5    -53,16        2.089,01 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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