XETRA-SCHLUSS/DAX gibt mit Bedenken über Iran-Waffenruhe nach

09.04.2026 / 17:50 Uhr

DOW JONES--Die offensichtlich recht brüchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat am Donnerstag für Abgaben am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Zur Wochenmitte hatte die Vereinbarung noch weltweit deutlich gestiegene Kurse ausgelöst. Der DAX reduzierte sich um 1,1 Prozent auf 23.807 Punkte, nachdem er am Vortag einen Satz um 5,1 Prozent nach oben gemacht hatte.

Vor dem Hintergrund erneuter Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran, die Waffenruhe wieder aufzukündigen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte. Irans Nachbarn am Golf hatten allerdings seit fast 24 Stunden keine Raketen- oder Drohnenangriffe aus Teheran mehr gemeldet - ein Anzeichen dafür, dass der Waffenstillstand allmählich greift. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sollen am Wochenende beginnen.

Ablesen konnte man die wieder gestiegene Unsicherheit vor allem am Ölpreis. Dieser legte nach dem Einbruch am Vortag wieder zu. Ein Fass der Sorte Brent verteuerte sich um 4,4 Prozent auf 98,94 Dollar und näherte sich wieder der Marke von 100 Dollar an. Die in der Vereinbarung festgelegte Wiedereröffnung der Straße von Hormus schien nicht erfolgt zu sein; dies könnte die Engpässe bei Öl und Gas noch weiter verschärfen, hieß es.

Lufthansa gaben um 3,2 Prozent nach, hatten allerdings am Mittwoch einen Kurssprung von über 10 Prozent verzeichnet. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hatte ihre Mitglieder für Freitag zum Streik aufgerufen. Der Airline-Sektor litt insgesamt unter der wieder gestiegenen Unsicherheit im Nahen Osten.

Die Autowerte im DAX zeigten sich mit negativen Vorzeichen und gaben damit einen Teil der kräftigen Vortagesgewinne wieder ab. So ging es für VW um 1,5 Prozent nach unten und BMW verloren 0,1 Prozent. Etwas deutlicher fiel das Minus mit 2,1 Prozent bei Mercedes-Benz aus. Belastet von schwächerer Nachfrage, vornehmlich in China, hatte der Konzern im ersten Quartal insgesamt 6 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Außerhalb Chinas verzeichnete der Autohersteller ein Absatzplus von 5 Prozent, angetrieben vor allem von den USA. Aber auch in Europa stiegen die Verkaufszahlen (plus 7 Prozent).

Die Aktien von Gerresheimer fielen um 3,3 Prozent. Die Titel müssen im Rahmen einer außerplanmäßigen Anpassung den SDAX verlassen. Grund dafür sei, dass das Unternehmen die Anforderung "fristgerechte Veröffentlichung des geprüften Jahresfinanzberichts" nicht erfüllt habe, teilte Indexbetreiber Stoxx mit. Den Platz von Gerresheimer im SDAX werden die Aktien der Shelly Group (+8,2%) einnehmen. Die Änderungen treten mit Handelsbeginn am 10. April in Kraft.

=== 
Index          zuletzt  +/- %  +/- % YTD 
DAX             23.807   -1,1       -3,0 
DAX-Future      23.996   -0,9       -2,0 
XDAX            23.813   -0,8       -3,1 
MDAX            30.052   -0,8       -1,8 
TecDAX           3.517   -2,2       -3,1 
SDAX            17.034   -1,2       -1,0 
zuletzt      +/- Ticks 
Bund-Future     125,70    -51 
=== 

Kontakt: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

April 09, 2026 11:49 ET (15:49 GMT)

zur Übersicht mit allen Meldungen

ein Service von
DOW JONES

Copyright © 2026 Tradegate Exchange GmbH
Bitte beachten Sie das Regelwerk

DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG

Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)