MÄRKTE USA/Leichte Abgaben - Skepsis über Iran-Waffenstillstand
09.04.2026 / 15:40 Uhr
DOW JONES--Nach der Erleichterungsrally der Wall Street zur Wochenmitte wegen des vereinbarten zweiwöchigen Waffenstillstandes zwischen den USA und dem Iran herrscht am Donnerstag Verunsicherung. Denn die Vereinbarung scheint auf wackeligen Füßen zu stehen. Vor dem Hintergrund der neuerlichen Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran, die Waffenruhe schon wieder aufzukündigen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte.
Irans Nachbarn am Golf haben allerdings seit fast 24 Stunden keine Raketen- oder Drohnenangriffe aus Teheran mehr gemeldet - ein Anzeichen dafür, dass der Waffenstillstand allmählich greift. Am Mittwoch hatte es noch Angriffe des Iran gegeben. Der Dow-Jones-Index verliert kurz nach der Eröffnung 0,4 Prozent auf 47.729 Punkte. Für den S&P-500 geht es um 0,1 Prozent nach unten und der Nasdaq-Composite zeigt sich kaum verändert.
Die Unterhändler des Irans werden nach Pakistan reisen, um "ernsthafte Gespräche" mit den USA zu führen. Dies teilte der iranische Gesandte in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, in den sozialen Medien mit. Zuvor hatte der Iran noch über Vermittler signalisiert, dass eine Teilnahme an den Gesprächen von einem Waffenstillstand im Libanon abhänge, wie das Wall Street Journal am Mittwoch berichtete.
Die Ölpreise legen nach dem Einbruch am Vortag wieder zu. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent erhöht sich um 3,4 Prozent auf 98,01 Dollar. So wurde die Straße von Hormus für Öltanker ab Mittwochabend Ortszeit wieder gesperrt, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet. Der Iran habe Vermittlern außerdem mitgeteilt, dass er die Zahl der durchfahrenden Schiffe auf etwa ein Dutzend pro Tag begrenzen und Mautgebühren erheben werde.
Der Dollar zeigt sich nach dem starken Rückgang am Vortag weitgehend stabilisiert. Der Dollar-Index reduziert sich um weitere 0,2 Prozent. "Ich gehe vorerst davon aus, dass es sich um eine fragile Pause in dem Konflikt handelt; schließlich bedeutet ein Waffenstillstand im Wesentlichen weitere Verhandlungen", so Antje Praefcke von der Commerzbank. Die Renditen am US-Anleihemarkt zeigen sich nach den deutlichen Vortagesverlusten wenig verändert. Die Rendite zehnjähriger Papiere liegt bei 4,30 Prozent.
Angesichts der geopolitischen Schlagzeilen sorgen die vor der Startglocke veröffentlichten US-Konjunkturdaten für keinen Impuls. So ist das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 schwächer als bisher angenommen ausgefallen, wie aus der dritten Lesung hervorgeht. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stiegen etwas stärker als erwartet. Der Inflationsdruck hat im Februar nach dem von der US-Notenbank favorisierten Messgröße, dem Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE-Deflator) wie erwartet leicht abgenommen. Allerdings sind hier die Auswirkungen des Iran-Krieges noch nicht enthalten. Diese dürften in den am Freitag anstehenden neuen Preisdaten für März sichtbar werden, die potenziell die Folgen des Ölpreisanstiegs seit dem Beginn des Iran-Kriegs zeigen dürften.
Bei den Einzelwerten verliert die Disney-Aktie 1,3 Prozent. Disney setzt unter dem neuen CEO Josh D'Amaro offenbar abermals den Rotstift an. Der Unterhaltungskonzern wolle in den kommenden Wochen rund 1.000 Stellen streichen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Ein Großteil davon werde auf die jüngst konsolidierte Marketing-Abteilung entfallen.
Applied Digital fallen um 4,8 Prozent. Die Ergebnisse des Rechenzentrum-Entwicklers für das dritte Geschäftsquartal übertrafen zwar weitgehend die Schätzungen der Wall Street, das Unternehmen kündigte jedoch keine neuen größeren Hyperscaler-Deals an.
Meta Platforms (+2,0%) und Coreweave (+2,8%) haben ihre Vereinbarung für Cloud-Kapazitäten ausgeweitet. Wie die Unternehmen mitteilten, wird Coreweave dem Facebook-Mutterkonzern bis 2032 KI-Cloud-Kapazität bereitstellen. Der Deal hat ein Volumen von 21 Milliarden US-Dollar und baut auf einer Vereinbarung aus dem Herbst auf, die eine Laufzeit bis 2031 und ein Volumen von bis zu 14,2 Milliarden Dollar vorsah.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 47.729,35 -0,4 -180,57 47.909,92 S&P-500 6.773,32 -0,1 -9,49 6.782,81 NASDAQ Comp 22.627,71 -0,0 -7,29 22.635,00 NASDAQ 100 24.901,03 -0,0 -2,13 24.903,17 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,79 -0,01 3,80 3,77 5 Jahre 3,93 +0,01 3,93 3,90 10 Jahre 4,30 +0,01 4,31 4,28 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:05 Uhr EUR/USD 1,1689 +0,2 0,0027 1,1662 1,1692 EUR/JPY 185,83 +0,5 0,9400 184,89 185,1000 EUR/CHF 0,9231 +0,0 0,0003 0,9228 0,9220 EUR/GBP 0,8706 0,0 0,0000 0,8706 0,8698 USD/JPY 158,95 +0,2 0,3700 158,58 158,2800 GBP/USD 1,3424 +0,2 0,0032 1,3392 1,3439 USD/CNY 6,8346 +0,1 0,0059 6,8287 6,8287 USD/CNH 6,8362 +0,1 0,0043 6,8319 6,8288 AUS/USD 0,7047 +0,1 0,0004 0,7043 0,7055 Bitcoin/USD 71.029,30 -0,5 -348,41 71.377,71 70.992,72 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 99,40 +5,3 4,99 94,41 Brent/ICE 98,01 +3,4 3,26 94,75 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.754,14 +0,8 38,02 4.716,12 Silber 74,76 +0,9 0,64 74,12 Platin 2.045,35 +0,8 15,74 2.029,61 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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April 09, 2026 09:39 ET (13:39 GMT)
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