MÄRKTE USA/Leichter - Verworrene Meldungslage verhindert Erholung
30.03.2026 / 22:12 Uhr
DOW JONES--Nach einer zweitägigen Talfahrt im Zuge des Iran-Krieges haben die US-Börsen am Montag erneut leicht nachgegeben. Eine anfängliche Gegenbewegung verlor rasch an Kraft. Die Erholungsansätze wurden als äußerst fragil und wenig nachhaltig charakterisiert. Der Dow-Jones-Index beendete den Handel 0,1 Prozent höher bei 45.216 Punkten. Der S&P-500 sank um 0,4 Prozent. Der Nasdaq-Composite verlor 0,7 Prozent. Dabei wurden an der Nyse 1.329 (Freitag: 613) Kursgewinner gesehen, denen 1.433 (2.157) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 59 (63) Titel. Nachgebende Anleiherenditen stützten nur zu Beginn. Denn der Markt hing weiterhin an den Schlagzeilen rund um den Iran-Krieg, und die lieferten eigentlich weiterhin keine Kaufargumente.
Die Meldungslage blieb wie schon in den Tagen zuvor widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump äußerte sich zwar zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung mit dem Iran und sprach davon, dass man ernsthaft mit einem "neuen, vernünftigeren Regime" über ein Kriegsende verhandele. Zugleich schloss er allerdings eine Bodenoffensive nicht aus. Seit Tagen verstärken die USA die Präsenz ihrer Bodentruppen in der Region. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge erwägt Trump eine Militäroperation, um das iranische Uranium außer Landes zu bringen. Gleichzeitig feuerte der Iran weiterhin Raketen und Drohnen auf Israel und die unbeteiligten Golfstaaten.
"Es gibt immer noch keine Anzeichen für ein klares Ende des Konflikts, und angesichts der verschiedenen Schlagzeilen bleiben Anleger besorgt über eine neue Eskalation. Bei allem, was passiert ist, werden die Auswirkungen auf den Markt immer gravierender", gab Makrostratege Henry Allen von der Deutschen Bank keine Entwarnung für den Markt. Abzulesen war die Verunsicherung an dem weiter steigenden Ölpreis. Am Montag legte die US-Sorte WTI sogar deutlicher zu als die Nordseesorte Brent. In den Wochen seit Beginn des Krieges war es umgekehrt gewesen. Gleichwohl bewegte sich der Brentpreis mit gut 114 Dollar je Barrel nicht weit entfernt von seinem Höchststand seit dem Ausbruch des Irankrieges von knapp 120 Dollar.
Nach der Straße von Hormus gerät nun die Meerenge Bab al-Mandab in den Blick. Eine Störung dieses Seeweges könnte Rohöllieferungen zu einer Umleitung um das Kap der Guten Hoffnung zwingen, was die Transitzeiten verdoppelte und die Kosten in die Höhe triebe, so Analystin Muyu Xu von Kepler. Die Meerenge ist eine schmale Passage, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet.
Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben von ihren erhöhten Niveaus nach. Die Anleger richten ihren Fokus allmählich sowohl auf die Wachstumsrisiken durch den Krieg als auch auf Inflationssorgen. Stark gestiegene Energiepreise haben dazu geführt, dass die Märkte aufgrund von Inflationssorgen ihre Erwartungen an Zinssenkungen in den USA zurückgeschraubt haben. Die US-Notenbank wird jedoch sowohl die Wachstums- als auch die Inflationsrisiken abwägen müssen. Zunächst überwogen offenbar die Wachstumssorgen, denn die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihe fiel um 9 Basispunkte auf noch immer sehr hohe 4,35 Prozent.
Der Dollar blieb als Fluchthafen für verunsicherte Anleger attraktiv, der Dollar-Index gewann 0,4 Prozent. Dank nachgebender Marktzinsen verzeichnete Gold etwas Zulauf, wobei der festere Dollar aber das Kaufinteresse dämpfte. Wegen Dollar-Stärke und hoher Anleiherenditen hatte das Edelmetall nicht vom Kriegsgeschehen in Nahost profitiert, sondern vielmehr deutlich an Wert verloren. Nun könnte es als vermeintlich sicherer Hafen wiederentdeckt werden, hieß es.
Ein Auftritt von US-Notenbankpräsident Jerome Powell bewegte die Märkte kaum. Demnach tendiert die Federal Reserve aktuell dazu, die Zinsen stabil zu halten und den Energieschock durch den Krieg im Iran vorerst zu ignorieren. Powell warnte jedoch, dass die Fed nicht untätig bleiben könne, falls steigende Preise im Laufe der Zeit die Inflationserwartungen der Öffentlichkeit verändern sollten.
Die Aussicht auf einen längeren Ausfall von Düngemittellieferungen aus Nahost stützte die Aktien von CF Industries (+0,8%) und Nutrien (+1,2%).
Unter den Einzelwerten gewannen Eli Lilly 1 Prozent. Der Pharmakonzern hat ein Abkommen zur Wirkstoffforschung mit InSilico unterzeichnet, einem KI-getriebenen US-Biotechnologieunternehmen. Das in Hongkong börsennotierte Unternehmen teilte mit, dass der Deal einen Wert von bis zu 2,75 Milliarden US-Dollar haben könnte.
Alcoa stiegen um 8,2 Prozent, nachdem zwei Aluminiumhersteller im Nahen Osten von iranischen Treffern berichtet hatten. Dies schürte die Befürchtung, dass die Versorgung durch den andauernden Konflikt gestört werden könnte - die Preise stiegen.
Sysco brachen um 15,3 Prozent ein. Der Großhändler für Lebensmittel und Gastronomiebedarf übernimmt für 29 Milliarden Dollar den bislang in Familienbesitz befindlichen Wettbewerber Jetro Restaurant Depot.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 45.216,14 +0,1 +49,50 45.166,64 S&P-500 6.343,72 -0,4 -25,13 6.368,85 NASDAQ Comp 20.794,64 -0,7 -153,72 20.948,36 NASDAQ 100 22.953,38 -0,8 -179,39 23.132,77 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,83 -0,08 3,90 3,81 5 Jahre 3,99 -0,08 4,06 3,96 10 Jahre 4,35 -0,09 4,42 4,32 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:46 EUR/USD 1,1461 -0,4 -0,0047 1,1508 1,1508 EUR/JPY 183,01 -0,8 -1,4000 184,41 184,5600 EUR/CHF 0,9163 -0,3 -0,0031 0,9194 0,9180 EUR/GBP 0,8692 +0,2 0,0014 0,8678 0,8676 USD/JPY 159,64 -0,4 -0,6700 160,31 160,3500 GBP/USD 1,3181 -0,6 -0,0075 1,3256 1,3261 USD/CNY 6,9119 0,0 0,0003 6,9116 6,9116 USD/CNH 6,9163 -0,0 -0,0019 6,9182 6,9204 AUS/USD 0,6848 -0,3 -0,0022 0,687 0,6866 Bitcoin/USD 66.571,88 +0,0 9,92 66.561,96 65.635,62 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 104,62 +5,0 4,98 99,64 Brent/ICE 114,22 +1,5 1,65 112,57 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.509,90 +0,4 17,42 4.492,48 Silber 69,94 +0,5 0,35 69,59 Platin 1.889,36 +1,4 26,47 1.862,89 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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March 30, 2026 16:11 ET (20:11 GMT)
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