MÄRKTE EUROPA/Börsen bleiben unter Druck - Henkel mit Olaplex-Deal gesucht

26.03.2026 / 13:46 Uhr

DOW JONES--Europas Börsen stehen auch am Donnerstagnachmittag unter Abgabedruck. Ein schnelles Ende des Kriegs im Nahen Osten ist nicht in Sicht. "Die Situation im Nahen Osten bleibt unklar und wird von vielen Gerüchten und Spekulationen getragen", heißt es bei CMC. Zwar überwiege noch immer die Erleichterung darüber, dass sich die Situation im Nahen Osten zumindest kurzfristig nicht weiter verschlimmere. "Doch es bleiben halt die Zweifel, ob die vermeintlichen Gespräche am Ende tatsächlich zu einem Waffenstillstand führen können, da die Vorstellungen der drei Kriegsparteien doch ziemlich weit auseinanderliegen", so CMC weiter.

"Die Märkte werden (...) die Geduld verlieren, wenn beide Seiten einer Einigung nicht bald näherkommen. Es würde mich sehr überraschen, wenn Risikoanlagen ihre Gewinne von hier aus deutlich ausweiten würden. Die Risiken für die großen Aktienindizes sind weiterhin eher nach unten gerichtet, während sie für Rohöl nach oben tendieren", so Analyst Fawad Razaqzada von StoneX. Der Iran habe erklärt, dass der Krieg nur zu seinen eigenen Bedingungen enden werde und zu einem Zeitpunkt seiner Wahl. "Sie machen zudem deutlich, dass Trump den Zeitplan nicht diktieren wird", so Razaqzada weiter. Der Ölpreis der Sorte Brent zieht wieder an und liegt bei knapp 106 Dollar. Am Vortag notierte das Schwarze Gold zeitweise unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.

Der DAX verliert 1,5 Prozent auf 22.606 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt ebenfalls 1,5 Prozent nach. Nach der Entspannung am Vortag ziehen die Renditen an den Anleihemärkten wieder an. Am Devisenmarkt verbilligt sich der Euro auf etwa 1,1530 Dollar. Gold wird seinem Ruf als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten weiter nicht gerecht, der Preis fällt um 1,4 Prozent auf 4.441 Dollar die Feinunze.

Henkel verstärkt sich im Bereich Haarpflege und erwirbt die US-Haarpflegemarke Olaplex in einer Transaktion mit einem Gesamttransaktionswert von 1,4 Milliarden US-Dollar. Wie Henkel mitteilte, ist eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von 100 Prozent der Premium-Haarpflegemarke unterzeichnet worden. Der Angebotspreis liege bei 2,06 US-Dollar je Aktie, entsprechend einem Gesamttransaktionswert von 1,4 Milliarden US-Dollar. Im Handel stößt die Akquisition grundsätzlich auf ein positives Echo. Dass Henkel auf der Suche nach Übernahmezielen sei, sei bekannt, so ein Händler. Der Kaufpreis gehe in Ordnung. Henkel gewinnen 0,4 Prozent.

Kontron hat für das abgelaufene Geschäftsjahr schwache Geschäftszahlen vorgelegt. Diese sind sowohl auf der Umsatz- wie auch der Ergebnisseite klar unter den Prognosen geblieben, auch der Ausblick auf das laufende Jahr erfüllt die Erwartungen nicht. Die Ankündigung eines 50 Millionen Euro schweren Aktienrückkaufprogramms stützt die Aktie nicht. Die Kontron-Aktie war vor der Veröffentlichung der Zahlen unter erheblichen Abgabedruck geraten, zum Zeitpunkt herrschte Rätselraten im Handel über die Hintergründe. Kontron brechen um 15,5 Prozent ein.

Positiv hebt RBC bei den endgültigen Geschäftszahlen von Delivery Hero die Entwicklung des freien Cashflows (FCF) im vierten Quartal hervor. Mit 250 Millionen Euro sei dieser klar besser als die Prognose von 201 Millionen ausgefallen. Mit Blick auf die Zielsetzung für das laufende Jahr heißt es, das angestrebte Wachstum des Bruttowarenwerts von 8 bis 10 Prozent entspreche in der Mitte dem Konsens. Der Konsens für das bereinigte EBITDA liege allerdings in der Nähe des oberen Randes der angestrebten Spanne. Delivery Hero rücken um 1,4 Prozent vor.

Für Thyssenkrupp geht es 5,2 Prozent nach unten. Belastend wirken Medienberichte über den nur schleppenden Verlauf der Gespräche mit Jindal über einen Verkauf der Stahlsparte. "Die Nachricht stellt weniger eine neue Sachlage dar als vielmehr eine zunehmende Verschlechterung des Sentiments im laufenden Verkaufsprozess", heißt es bei der DZ Bank. Die zugrundeliegenden Problemfelder - insbesondere Pensionsverpflichtungen, strukturell hohe Energiekosten sowie der erhebliche Investitionsbedarf im Zuge der Dekarbonisierung - seien bereits zuvor bekannt gewesen. "Neu ist vor allem die Kombination aus klar benannten kritischen Punkten und einer kurzfristig zeitlichen Verdichtung, was typischerweise auf ein fortgeschrittenes Stadium schwieriger Verhandlungen hindeutet."

Deutz verlieren 6,4 Prozent. Die Zahlen für 2025 liegen beim Umsatz und dem EBIT jeweils 3 Prozent unter den Konsenserwartungen, so die DZ Bank. Die Prognose-Spanne für das bereinigte EBIT 2026 sei breit angelegt, was auf die mangelnde Prognosesicherheit im aktuell herausfordernden Umfeld zurückzuführen sei. Der Konsens liege mit einem bereinigten EBIT von 183 Millionen Euro bereits leicht über dem Mittelwert der Prognose-Spanne. Eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen der Prognose 2026 wäre eine Erholung im Motoren-Geschäft (Land- und Baumaschinen), die bisher nur teilweise eingetreten sei.

Prosiebensat.1 (+6,8%) hofft auf eine Erholung des TV-Werbemarktes in der zweiten Jahreshälfte und will den Umsatz auf organischer Basis im laufenden Jahr wieder steigern. Wie der Konzern im Rahmen der Veröffentlichung seiner ausführlichen Geschäftszahlen für 2025 weiter mitteilte, soll der operative Gewinn mithilfe von Kostensenkungen deutlich steigen. Für das vergangene Jahr, das von einem schwachen Werbeumfeld geprägt war, sollen die Aktionäre wie im Vorjahr eine geringe Dividende von 5 Cent bekommen.

Fluggesellschaften werden in der Regel als die am stärksten von großen geopolitischen Krisen betroffenen Akteure angesehen, wie Metzler anmerkt. Folglich sei der Lufthansa-Aktienkurs seit Beginn des Iran-Krieges erheblich unter Druck geraten. Bei genauerer Betrachtung werde jedoch deutlich, dass für Lufthansa die Chancen, die sich aus dieser Situation ergäben, die Risiken überwiegen könnten - vorausgesetzt, der Krieg bleibe von begrenzter Dauer. Sowohl im Passagier- als auch im Frachtgeschäft seien die Fluggesellschaften des Nahen Ostens und ihre Drehkreuze direkt von den Feindseligkeiten betroffen. Lufthansa könne in vielen Bereichen einspringen, um die Lücke zu füllen. Und damit ein signifikantes Nettobuchungswachstum sowie bessere Preise erzielen. Lufthansa verlieren 1,1 Prozent.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   5.564,28   -1,5     -85,05        5.649,33       16,8 
Stoxx-50        4.839,19   -1,4     -68,49        4.907,68       11,9 
DAX            22.606,21   -1,5    -350,87       22.957,08       19,9 
MDAX           28.320,60   -1,7    -500,72       27.039,42       15,3 
TecDAX          3.420,59   -1,6     -56,93        3.091,28        4,8 
SDAX           16.633,76   -1,6    -271,64       13.062,07       22,4 
CAC             7.769,61   -1,0     -76,94        7.846,55       10,0 
SMI            12.614,54   -0,8    -103,82       12.718,36       11,4 
ATX             5.356,76   -0,9     -47,87        5.404,63       38,3 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 19:52 
EUR/USD           1,1529   -0,3    -0,0029          1,1558     1,1569 
EUR/JPY           184,11   -0,1    -0,2000          184,31   184,3900 
EUR/CHF           0,9144   -0,1    -0,0006          0,9150     0,9155 
EUR/GBP           0,8651   +0,1     0,0006          0,8645     0,8652 
USD/JPY           159,68   +0,1     0,2200          159,46   159,3400 
GBP/USD           1,3323   -0,3    -0,0040          1,3363     1,3369 
USD/CNY            6,912   +0,2     0,0109          6,9011     6,9011 
USD/CNH           6,9188   +0,3     0,0170          6,9018     6,9028 
AUS/USD           0,6902   -0,7    -0,0045          0,6947     0,6954 
Bitcoin/USD    69.286,54   -2,4  -1.691,15       70.977,69  70.913,91 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          94,39   +4,5       4,07           90,32 
Brent/ICE         107,27   +4,9       5,05          102,22 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.440,60   -1,4     -64,46        4.505,06 
Silber             67,63   -5,1      -3,65           71,28 
Platin          1.845,92   -3,8     -73,81        1.919,73 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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