MÄRKTE EUROPA/DAX kämpft mit 23.000er-Marke mit explodierenden Energiepreisen
19.03.2026 / 10:22 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Börsen sind mit herben Abschlägen in den Handel am Donnerstag gestartet. Belastend wirkt der eskalierende Irankrieg. Nachdem Israel am Vortag das wichtigste persische Gasfeld, South Pars, angeriffen hat, hat der Iran nun die weltgrößte LNG-Anlage, Ras Laffan, in Katar angegriffen und soll dabei erhebliche Schaden verursacht haben. Brent-Öl zieht um 7 Prozent auf knapp 115 Dollar das Barrel an und nähert sich damit dem Hoch von rund 120 Dollar seit Ausbruch des Konflikts. Der europäische Gaspreis schießt um rund 25 Prozent nach oben.
Belastend wirkt zudem die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank. Diese hat zwar wie erwartet das aktuelle Zinsniveau bestätigt. In seiner Pressekonferenz erklärte Fed-Chairman Jerome Powell jedoch, die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten seien ungewiss. "Die höheren Energiepreise werden die Inflation antreiben, aber es ist noch zu früh, um das Ausmaß abzuschätzen", sagte Powell. "Wir wissen es einfach nicht, wie sich der Ölschock auswirken wird", so Powell. Raiffeisen-Analysten sprechen von ausgebliebenen Signalen für baldige Zinssenkungen.
Der DAX stürzt um 2,1 Prozent auf 23.010 Punkte ab - er lag zwischenzeitlich auch schon unter der Marke von 23.000 Zählern -, der Euro-Stoxx-50 verliert 1,8 Prozent. Am Devisenmarkt notiert der Euro nach dem Rutsch vom Vortag wenig verändert bei 1,1449 Dollar. Am Rentenmarkt fallen die Kurse, die Renditen steigen also. Gold gibt weiter nach auf 4.706 Dollar die Feinunze, das Edelmetall hatte am Vortag stark korrigiert und war unter das Niveau von 5.000 Dollar gestürzt.
Mit Blick auf das weitere Vorgehen gehen die Fed-Oberen im Median weiterhin von je einer Leitzinssenkung im laufenden und im nächsten Jahr aus. "Angesichts der aktuell sehr unübersichtlichen Lage, insbesondere die hohe Unsicherheit über den Krieg gegen den Iran, sind alle kurzfristigen Einschätzungen mit größter Vorsicht zu genießen", heißt es bei der Commerzbank. Etwas überraschend sei die Erwartung des langfristigen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 auf 2,0 Prozent erhöht worden.
Ähnlich hat sich laut CMC die Bank of Japan geäußert und vorerst die Zinsen unverändert gelassen, jedoch zeitnah eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte in Aussicht gestellt. "Die Investoren befürchten nun, dass es global zu einer restriktiveren Zins- und Geldmarktpolitik kommt."
Die Blicke richten sich nun auf die Bank of England sowie die EZB. Beide Notenbanken dürften im Tagesverlauf auf ihren Sitzungen die aktuellen Leitzinsniveaus bestätigen. Mit Blick auf die EZB erwarten Analysten, dass das Gremium seinen Kurs bestätigen wird, von Sitzung zu Sitzung und auf Basis der aktuellsten Daten zu entscheiden und sich dabei auf seine Einschätzung des Inflationsausblicks, der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission zu stützen.
Vonovia hat solide Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Diese bewegen sich auf der Ergebnisseite teilweise über den Marktschätzungen, der Dividendenvorschlag entspricht den Erwartungen. Der Ausblick auf das laufende Jahr enthält keine Überraschungen. Dennoch bricht die Aktie um rund 10 Prozent ein. JP Morgan verweist auf die Inflationsrisiken, die die Anleiherenditen steigen ließen. Dies sei eine Kombination, die deutschen Wohnimmobilienwerten in der Regel zu schaffen machten.
Lanxess hat durchwachsene Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Laut Jefferies liegt das bereinigte EBITDA 2 Prozent über der Schätzung. Specialty Additives habe sich besser entwickelt, Intermediates und Consumer Protection dagegen schwächer. Der Ausblick 2026 für das bereinigte EBITDA bewege sich 3 Prozent unter der Schätzung. Für das Lanxess-Papier geht es um 6,6 Prozent nach unten.
Kontron brechen bei hohen Volumina um 15 Prozent ein. Im Handel kann man sich die extreme Bewegung bislang nicht erklären. Fundamentale Nachrichten gebe es keine. "Jeder fragt sich, was los ist", so ein Teilnehmer.
Nach Geschäftsausweis liegen United Internet gegen den allgemeinen Markttrend 5,2 Prozent vorn. Die Umsätze im abgelaufenen Jahr haben sich etwas besser als erwartet entwickelt und auch die Umsatzprognose für das laufende Jahr liegt leicht über dem Marktkonsens. Mit Bekanntgabe der endgültigen Geschäftszahlen hat Rational eine Dividende von 16 Euro je Anteilsschein für das abgelaufene Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. Laut RBC liegt die Konsenserwartung bei 15,29 Euro. Der Ausblick bewege sich im Rahmen der Erwartungen. Die Rational-Aktie schlägt sich wacker mit minus 0,8 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.632,55 -1,8 -104,30 5.736,85 16,8 Stoxx-50 4.893,83 -1,5 -76,75 4.970,58 11,9 DAX 23.009,91 -2,1 -492,34 23.502,25 19,9 MDAX 28.764,71 -2,6 -754,71 27.039,42 15,3 TecDAX 3.489,92 -2,0 -69,74 3.091,28 4,8 SDAX 16.399,95 -2,8 -473,89 13.062,07 22,4 CAC 7.853,73 -1,5 -116,15 7.969,88 10,0 SMI 12.570,13 -1,5 -195,35 12.765,48 11,4 ATX 5.310,47 -2,1 -114,93 5.425,40 38,3 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:20 EUR/USD 1,1462 +0,1 0,0012 1,1450 1,1514 EUR/JPY 182,41 -0,4 -0,6900 183,1 183,6300 EUR/CHF 0,9091 +0,1 0,0008 0,9083 0,9083 EUR/GBP 0,864 +0,0 0,0003 0,8637 0,8637 USD/JPY 159,12 -0,5 -0,7400 159,86 159,4600 GBP/USD 1,3262 +0,1 0,0008 1,3254 1,3330 USD/CNY 6,9007 +0,4 0,0281 6,8726 6,8726 USD/CNH 6,9032 +0,0 0,0025 6,9007 6,8861 AUS/USD 0,7046 +0,3 0,0024 0,7022 0,7080 Bitcoin/USD 70.027,26 -1,7 -1.209,61 71.236,87 71.275,20 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 97,50 +1,2 1,18 96,32 Brent/ICE 115,2 +7,3 7,82 107,38 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.706,98 -2,3 -110,65 4.817,63 Silber 71,52 -5,1 -3,84 75,36 Platin 1.944,75 -3,9 -78,35 2.023,10 ===
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