MÄRKTE USA/Moderate Erholung - Ölpreise ziehen wieder an
17.03.2026 / 21:17 Uhr
DOW JONES--Die Erholung an der Wall Street hat sich am Dienstag mit moderatem Tempo fortgesetzt. Die Indizes gaben einen Großteil ihrer Gewinne im Verlauf wieder ab. Grund waren die erneut deutlicher zulegenden Ölpreise. Auch zeichnet sich weiterhin kein Ende der Kriegshandlungen im Nahen Osten in Sicht. Dem Iran gelingt es vielmehr, kritische Energie-Infrastruktur im Persischen Golf anzugreifen. Zudem herrschte Zurückhaltung vor der Bekanntgabe des Zinsentscheids der US-Notenbank am Mittwochabend.
Der Dow-Jones-Index gewann 0,1 Prozent auf 46.993 Punkte, nachdem er im Tageshoch schon bei 47.428 Punkten gelegen hatte. S&P-500 und Nasdaq-Composite verbesserten sich um 0,3 bzw. 0,5 Prozent. An der Nyse wurden 1.848 (Montag: 1.890) Kursgewinner und 904 (854) -verlierer gezählt. Unverändert schlossen 57 (80) Titel.
US-Präsident Donald Trump hat derweil das geplante Treffen mit dem chinesischen Präsident Xi Jinping kurzfristig wegen des Krieges abgesagt, das eigentlich in zwei Wochen hätte stattfinden sollen. Trump hat der Nato zudem vorgeworfen, einen "sehr törichten Fehler" zu begehen, indem sie die USA im Konflikt mit dem Iran nicht stärker unterstützen. Der Appell von Trump an die Verbündeten, die Straße von Hormus mitzusichern, war zuvor auf wenig Resonanz gestoßen.
In den Blick rückte die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Eine Zinsänderung wird nicht erwartet. Zuletzt wurden aber Zinssenkungshoffnungen verstärkt ausgepreist angesichts der Gefahr einer wieder anziehenden Inflation vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Energiepreise. Laut LSEG-Daten wird derzeit noch eine Zinssenkung um 25 Basispunkte eingepreist, und diese erst zum Jahresende. Vor dem Krieg hatten die Märkte für 2026 noch mit zwei Senkungen gerechnet.
Die US-Notenbank gerät damit in ein Dilemma, denn auf schwache Konjunkturdaten müsste sie eigentlich mit einer lockeren Geldpolitik reagieren. Der Fokus der Marktteilnehmer dürfte vor allem auf dem Ausblick der Fed liegen und auf Aussagen der Notenbanker dazu, wie stark sie die Gefahr eines Inflationsanstiegs bewerten.
Für die Ölpreise ging es nach oben. Brent-Öl stieg um 3,2 Prozent auf 103,41 Dollar je Barrel, WTI erhöhte sich um 2,9 Prozent auf 96,17 Dollar je Fass. Das aktuell hohe Niveau dürfte nicht von Dauer sein, so Norbert Rücker von Julius Bär. Die sichere Durchfahrt von "irantreuen" Schiffen bleibe eine Entwicklung, die es zu beobachten gelte. "Da größere Schäden an der Energie-Infrastruktur ausbleiben, die militärische Bedrohung durch den Iran nachlässt und der Aktivismus zur Sicherung des Handels um Hormus zunimmt, gehen wir in unserem Basisszenario weiterhin von einem kurzlebigen, intensiven Energiepreisanstieg aus", ergänzte er.
Die Renditen am Anleihemarkt gaben erneut nach. Am Vortag hatten sie die jüngste Aufwärtstendenz beendet und waren deutlicher gesunken. Die Zehnjahresrendite fiel um 2,0 Basispunkte auf 4,20 Prozent.
Der Dollar setzte seine Abwärtsbewegung nach den jüngsten kräftigen Gewinnen fort. Der Dollar-Index reduzierte sich um 0,1 Prozent.
Der Goldpreis zeigte sich knapp behauptet leicht unter der Marke von 5.000 Dollar je Feinunze. Solange der Ölpreis hoch bleibt, werden die Zentralbanken zögern, die Zinsen zu senken, und höhere Zinsen sind typischerweise ein Gegenwind für zinslose Anlagen wie Gold", meinte Aaron Hill von FP Markets.
Bei den Einzelwerten ging es für Uber um 4,2 Prozent nach oben. Uber und Nvidia haben mitgeteilt, ihre Partnerschaft im Bereich selbstfahrende Fahrzeuge auszubauen. Occidental Petroleum verbesserten sich mit den hohen Ölpreisen um 0,8 Prozent, obwohl ein Gasfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das gemeinsam mit der Abu Dhabi National Oil Co. entwickelt wurde, von einem Drohnenangriff getroffen wurde.
Delta Air Lines stiegen um 6,5 Prozent. Die Fluggesellschaft bekräftigte ihre Gewinnprognose für das erste Quartal von 50 bis 90 US-Cent und hob ihre Umsatzprognose an. Sie erwartet, dass die Kennzahl um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen wird, verglichen mit zuvor erwarteten einem Anstieg von 5 bis 7 Prozent.
Nebius verloren 10,4 Prozent. Grund waren Pläne, durch eine Privatplatzierung von vorrangigen Wandelanleihen 3,75 Milliarden US-Dollar zu erlösen, um den Ausbau der KI-Infrastruktur weiter voranzutreiben. Mastercard (-0.3%) kauft das Stablecoin-Startup BVNK für bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar. Damit bereitet sich der Zahlungsriese auf eine verstärkte Nutzung von Kryptowährungen in den kommenden Jahren vor.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 46.993,26 +0,1 +46,85 46.946,41 S&P-500 6.716,09 +0,3 +16,71 6.699,38 NASDAQ Comp 22.479,53 +0,5 +105,35 22.374,18 NASDAQ 100 24.780,42 +0,5 +125,08 24.655,34 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,67 -0,01 3,70 3,66 5 Jahre 3,79 -0,01 3,83 3,77 10 Jahre 4,20 -0,02 4,25 4,19 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:04 EUR/USD 1,1535 +0,3 0,0032 1,1503 1,1491 EUR/JPY 183,46 +0,3 0,5100 182,95 182,9800 EUR/CHF 0,9054 -0,1 -0,0006 0,9060 0,9061 EUR/GBP 0,8637 +0,0 0,0002 0,8635 0,8632 USD/JPY 159,03 -0,0 -0,0300 159,06 159,2300 GBP/USD 1,3353 +0,3 0,0037 1,3316 1,3307 USD/CNY 6,8863 -0,1 -0,0092 6,8955 6,8955 USD/CNH 6,8837 -0,1 -0,0032 6,8869 6,8926 AUS/USD 0,7102 +0,5 0,0033 0,7069 0,7055 Bitcoin/USD 74.548,14 +0,4 312,28 74.235,86 73.309,72 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 96,17 +2,9 2,67 93,5 Brent/ICE 103,41 +3,2 3,20 100,21 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.999,89 -0,1 -5,36 5.005,25 Silber 79,14 -2,0 -1,63 80,77 Platin 2.123,93 +0,5 9,72 2.114,21 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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