MÄRKTE EUROPA/Börsen holen Verluste weitgehend auf - United Internet/1&1 schwach
13.03.2026 / 12:49 Uhr
DOW JONES--Europas Börsen erholen sich bis Freitagmittag und holen die Tagesverluste praktisch wieder auf. Etwas Unterstützung bieten die leicht nachgebenden Ölpreise, für WTI fällt das Minus mit 1,3 Prozent stärker aus. Das ändert nichts an der eingetrübten Stimmung. Zunehmend weicht die Hoffnung aus ein schnelles Nahost-Kriegsende aus dem Markt. "Sind zu Wochenbeginn noch einige Marktteilnehmer von einem kurzfristigen, nur Tage dauernden Krieg ausgegangen, zeichnet sich mit jeder neuen Nachricht ein vollkommen anderes Bild ab", so CMC. Brent notiert weiter bei 100 Dollar je Barrel.
Nach der Freigabe der strategischen Ölreserven durch die Internationale Energieagentur versuchen die USA nun durch eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland den Preisanstieg zu dämpfen. Washington will es anderen Ländern erlauben, auf See festliegendes russisches Öl aufzukaufen. Diese Übergangsregelung soll für Frachten gelten, die sich bereits auf dem Transportweg befinden. Laut US-Finanzminister Scott Bessent werde dadurch der finanzielle Nutzen für die russische Regierung begrenzt. Dass die Maßnahmen Russlands Position im Krieg gegen die Ukraine stärken, spielt keine Rolle.
Der DAX reduziert sich um 0,1 Prozent auf 23.574 Punkte, im Tagestief stand der Index bei 23.294 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 notiert praktisch unverändert bei 5.751 Punkten. Am Devisenmarkt steuern die Anleger weiter den sicheren Dollar-Hafen an. Der Euro verliert kräftig auf 1,1459 Dollar. An den Anleihemärkten, hin- und hergerissen zwischen Inflations- und Wachstumssorgen, bewegt sich wenig.
Dass die Börsen bislang nicht stärker eingebrochen sind, führt CMC auf die Hoffnung zurück, dass die Auflösung der Notfallreserven der USA und Europas die Zeit überbrücken soll, bis der Krieg im Iran beendet werde. "Ob dies tatsächlich wie erwartet eintreffen wird, ist vollkommen unklar. Zumindest aber hilft es kurzfristig, panikartige Verkäufe an den europäischen Aktienmärkten zu verhindern." Hilfreich seien auch die hohen Absicherungspositionen, die im Vorfeld des Iran-Kriegs aufgebaut worden seien. Diese federten einen Großteil der potenziellen Kursrückgänge ab. Umso spannender werde der in der kommenden Handelswoche stattfindende große Verfallstermin an den Terminbörsen.
Unterdessen lassen die Sorgen vor einer neuen Inflationswelle und die Erwartung von Zinserhöhungen der großen Notenbanken die Zinsen weiter ansteigen. In Deutschland hat die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen am Vortag mit einem Tageshoch von 2,96 Prozent ihren höchsten Stand seit Oktober 2023 erreicht. "Damit werden höhere Finanzierungskosten neben den hohen Energiekosten zur zweiten großen Belastung für die Unternehmen - und damit zum zweiten großen Risiko für die Aktienkurse", so Thomas Altmann von QC Partners. Aktuell liegt die Rendite bei 2,94 Prozent.
Die EZB dürfte zwar in der kommenden Woche das aktuelle Leitzinsniveau bestätigen, an den Märkten wird in der Zwischenzeit aber bereits mehr als eine Zinserhöhung im laufenden Jahr für den Euroraum eingepreist. Ob es dazu kommt, oder es möglicherweise sogar noch mehr werden, hängt entscheidend von der weiteren Entwicklung des Ölpreises bzw. der Inflation ab.
Mit der schwindenden Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges im Iran gewinnen Rüstungsaktien an Attraktivität. Wie Rabobank anmerkt, wird ein Kriegsende vor Monatsende an den Prognosemärkten nun nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 21 Prozent eingepreist - ein Minus von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vortag. Rheinmetall gewinnen 2,7 Prozent, Leonardo 0,5 Prozent oder BAE Systems 0,4 Prozent.
Vivendi hat laut Baader schwache Ergebnisse für das zweite Halbjahr 2025 bzw. das vierte Quartal 2025 veröffentlicht, mit einer enttäuschenden Gewinnentwicklung von Gameloft. Der Konzern komme jedoch bei der Kostenkontrolle voran, die dank eines neuen Restrukturierungsplans in Frankreich in den kommenden Monaten um weitere 20 Prozent gesenkt werden sollten. Auch die Entschuldung schreite dank widerstandsfähiger Dividendenzuflüsse gut voran. Die Aktie verliert 2,6 Prozent.
Zalando setzen die Aufwärtsbewegung vom Vortag mit einem Plus von fast 10 Prozent fort. Bernstein hat die Aktie auf "Market Perform" von "Underperform" angehoben.
Mit Abschlägen von 5,8 Prozent und 9,6 Prozent geben United Internet bzw 1&1 kräftig nach. Im Handel wird auf einen Artikel der spanischen Zeitung "okdiario" verwiesen. Dort heißt es, Telefonica habe beschlossen, den möglichen Kauf des deutschen Mobilfunkbetreibers 1&1 vorerst auf Eis zu legen, bis das deutsche Unternehmen die Probleme seines auf Open-RAN-Technologie basierenden Mobilfunknetzes endgültig gelöst habe. Telefonica gewinnen 1 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.751,04 +0,0 2,15 5.748,89 16,8 Stoxx-50 5.003,75 +0,2 11,19 4.992,56 11,9 DAX 23.573,73 -0,1 -15,92 23.589,65 19,9 MDAX 29.046,75 -0,7 -196,66 27.039,42 15,3 TecDAX 3.580,66 +0,0 1,30 3.091,28 4,8 SDAX 16.902,64 -0,7 -118,82 13.062,07 22,4 CAC 7.975,86 -0,1 -8,58 7.984,44 10,0 SMI 12.888,29 +0,4 46,13 12.842,16 11,4 ATX 5.312,80 -0,7 -36,19 5.348,99 38,3 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:14 EUR/USD 1,1459 -0,4 -0,0051 1,1510 1,1517 EUR/JPY 182,67 -0,4 -0,7500 183,42 183,4200 EUR/CHF 0,9026 -0,2 -0,0022 0,9048 0,9037 EUR/GBP 0,8644 +0,2 0,0018 0,8626 0,8631 USD/JPY 159,39 +0,0 0,0600 159,33 159,2800 GBP/USD 1,3253 -0,7 -0,0088 1,3341 1,3341 USD/CNY 6,8954 +0,4 0,0265 6,8689 6,8689 USD/CNH 6,8961 +0,2 0,0160 6,8801 6,8807 AUS/USD 0,704 -0,5 -0,0034 0,7074 0,7079 Bitcoin/USD 72.308,54 +3,0 2.115,20 70.193,34 70.094,98 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 94,06 -1,7 -1,67 95,73 Brent/ICE 100,08 -0,4 -0,38 100,46 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.094,32 +0,3 15,43 5.078,89 Silber 83,17 -0,7 -0,59 83,76 Platin 2.070,65 -2,9 -61,35 2.132,00 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/ros
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March 13, 2026 07:48 ET (11:48 GMT)
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