DIW: Iran-Krieg bremst Erholung der deutschen Wirtschaft
13.03.2026 / 10:44 Uhr
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach drei schwachen Jahren auf Erholungskurs, auch wenn geopolitische Krisen wie der Iran-Krieg und die US-Handelspolitik diese Dynamik bremsen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht in seiner Konjunkturprognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,0 Prozent und 2027 um 1,4 Prozent wachsen wird. Dies ist ein um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte niedrigeres Wachstum als ohne den Iran-Krieg. "Wenn wir davon ausgehen, dass der Höhepunkt der Energiepreissteigerungen bereits erreicht ist, bremst der Iran-Krieg die Erholung der deutschen Wirtschaft damit zwar etwas, stoppt sie aber nicht", erklärte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik.
Getragen werde diese konjunkturelle Erholung derzeit maßgeblich von der Binnenwirtschaft, da der private Verbrauch von einem robusten Arbeitsmarkt profitiere, während die exportorientierte Industrie angesichts globaler Unsicherheiten noch schwächele. Dany-Knedlik hebt hervor, dass insbesondere expansive finanzpolitische Impulse die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zunehmend stützen. So sorgen ein kräftiger öffentlicher Konsum und allmählich anziehende Staatsinvestitionen für eine Stabilisierung, wobei die volle Wirkung von Sondervermögen stark vom Abbau lokaler Kapazitätsengpässe in den Kommunen abhängt.
Trotz dieser positiven Tendenzen unterliege die Prognose deutlichen Risiken, allen voran durch drohende US-Zölle sowie den weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten, hieß es. Sollte sich der Energiepreisschock entgegen den aktuellen Erwartungen verstärken und die Inflation über die prognostizierten 2,4 Prozent treiben, sieht DIW-Präsident Marcel Fratzscher die Wirtschaftspolitik in der Pflicht. Er fordert für diesen Fall zielgenaue soziale Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen, wie etwa eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, und erteilt flächendeckenden Maßnahmen wie einem Tankrabatt eine klare Absage.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
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March 13, 2026 05:43 ET (09:43 GMT)
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