MÄRKTE EUROPA/Leichter - Ölpreise kommen von Tageshochs wieder zurück

12.03.2026 / 10:22 Uhr

DOW JONES--An den europäischen Börsen geht es auch am Donnerstag nach unten. Der unvermindert tobende Krieg im Nahen Osten und insbesondere die in der Folge steigenden Ölpreise drücken auf die Stimmung. Die Straße von Hormus gilt bereits seit mehreren Tagen als unpassierbar, inzwischen hat Iran offenbar auch damit begonnen, sie zu verminen. Dazu droht Teheran nun auch mit einer Sperre der Passage durch das Rote Meer mit Unterstützung der Huthi-Miliz im Jemen und anderer "Widerstandsgruppen".

Im frühen Handel fallen die Verluste aber eher moderat aus, nachdem die Ölpreise von den frühen Tagshochs wieder zurückgekommen sind. Dazu tragen aber auch teils deutlich positive Kursreaktionen nach Zahlen bei Einzelaktien. Der DAX verliert 0,2 Prozent auf 23.589, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,6 Prozent nach unten. Am Devisenmarkt ist der Dollar weiter als sicherer Hafen gesucht, der Euro geht mit 1,1545 Dollar um.

An den Anleihemärkten geht es angesichts der wegen der erhöhten Energiepreise steigenden Inflationsgefahren mit den Renditen weiter nach oben. Wie Bloomberg berichtet, soll EU-Handelskommissar Dombrovskis gewarnt haben, dass ein dauerhafter Brent-Preis von 100 Dollar die Inflation in der Eurozone auf 3 Prozent treiben und das Wirtschaftswachstum um 0,4 Punkte senken würde. An den Märkten werden nun zunehmend zwei Zinserhöhungen durch die EZB im laufenden Jahr eingepreist. Die deutsche Zehnjahresrendite erreichte im Tageshoch mit 2,96 Prozent schon das höchste Niveau seit rund zweieinhalb Jahre. Aktuell liegt sie bei 2,94 Prozent.

Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent war am frühen Donnerstag um rund 10 Prozent auf über 100 Dollar nach oben geschossen. Aktuell liegt er bei knapp 98 Dollar. "Der Blick auf den erneuten scharfen Anstieg der Ölpreise zeigt, dass die Mehrheit der Börsianer offenbar nicht davon ausgeht, dass die Freigabe von Teilen der Strategischen Ölreserven ausreichen wird, um den Ölpreisanstieg nachhaltig zu begrenzen. Sollten die hohen Energiepreise die Inflation nachhaltig ansteigen lassen, droht der Wirtschaft eine zusätzliche Belastung", kommentiert Thomas Altmann von QC Partners.

Zalando-Aktie kräftig erholt

Unternehmensseitig gibt es eine Flut von Geschäftszahle zu verarbeiten. Von ordentlichen Zahlen ist im Handel mit Blick auf Zalando die Rede. Während sich der Umsatz im Rahmen der Erwartungen bewege, lägen die anderen Kennziffern darüber. Positiv wird vor allem das angekündigte Aktienrückkaufprogramm aufgenommen. Zalando will bis Mitte Juli Aktien für 300 Millionen Euro zurückkaufen. Die schwer gebeutelte Aktie erholt sich um 8,7 Prozent und ist damit DAX-Spitzenreiter.

Nach der Bekanntgabe endgültiger Geschäftszahlen ziehen Hannover Rück um 2,8 Prozent an. Highlight ist die Dividendenankündigung. Mit 12,50 Euro je Anteilsschein liegt diese laut Analysten 5 Prozent über der Marktschätzung.

RWE hat nach Einschätzung aus dem Handel gute Zahlen vorgelegt. Sie lägen durch die Bank über den Markterwartungen, der Dividendenvorschlag von 1,20 Euro je Aktie entspreche der Markterwartung und signalisiere zugleich Zuversicht, wie auch der langfristige Ausblick des Versorgers. RWE verteuern sich um 3 Prozent.

BMW verlieren dagegen 1,7 Prozent. Belastet von einem schwierigen Marktumfeld in China setzte der Autobauer vergangenes Jahr weniger um und verdiente auch weniger. Besonders im vierten Quartal spürten die Münchener Gegenwind - der Konzernumsatz und die Marge im Autogeschäft fielen teils deutlich unter den Markterwartungen aus.

Ebenfalls nach Geschäftszahlen liegen Daimler Truck 4,3 Prozent vorne. Der Lkw-Bauer hat im vierten Quartal deutlich mehr neue Aufträge an Land ziehen können und zeigt sich auch für das Gesamtjahr optimistisch.

Der Chemikalienhändler Brenntag weitet derweil sein Kostensenkungsprogramm aus. Die Aktie verteuert sich um 2 Prozent.

Die Viertquartalszahlen sowie der Ausblick von K+S sind besser als erwartet ausgefallen. Für die Aktie des Düngemittelkonzerns geht es 5,5 Prozent nach oben. RTL legen um 2 Prozent zu. Der schwache Werbemarkt bescherte dem Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz- und operativen Gewinnrückgang. Unter dem Strich verdiente die Bertelsmann-Tochter hingegen wegen des Verkaufs des Niederlande-Geschäfts deutlich mehr, was sich für die Aktionäre in Form einer deutlich höheren Dividende auszahlt.

Angeführt von Leonardo liegen Rüstungsaktien europaweit sehr fest im Markt. Der italienische Rüstungskonzern will Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr und bis zum Ende des Jahrzehnts steigern. Leonardo will außerdem eine 21 Prozent höhere Dividende von 0,63 Euro pro Aktie zahlen. Leonardo schießen um 7,9 Prozent nach oben, Rheinmetall gewinnen 3,2 und Thales 4,0 Prozent, Im MDAX steigen Hensoldt um 5,1, Renk um 3,5 und TKMS um 3,2 Prozent. Die Aktie des Börsenneulings Gabler verteuert sich um 2,2 Prozent.

Der italienische Versicherer Generali hat 2025 dank der guten Entwicklung aller seiner Geschäftsbereiche einen Gewinnanstieg um 12 Prozent auf 4,17 Milliarden Euro verzeichnet. Der Konzern kündigte an, in diesem Jahr einen Aktienrückkauf im Wert von 500 Millionen Euro zu starten. Der Kurs steigt um 1,2 Prozent.

INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   5.762,65   -0,6     -32,03        5.794,68       16,8 
Stoxx-50        5.001,63   -0,6     -32,37        5.034,00       11,9 
DAX            23.589,03   -0,2     -51,00       23.640,03       19,9 
MDAX           29.492,05   +0,3      77,21       27.039,42       15,3 
TecDAX          3.591,02   -0,2      -8,43        3.091,28        4,8 
SDAX           17.032,79   -0,3     -53,48       13.062,07       22,4 
CAC             8.004,02   -0,5     -37,79        8.041,81       10,0 
SMI            12.851,63   -0,8    -106,96       12.958,59       11,4 
ATX             5.372,17   -1,2     -62,23        5.434,40       38,3 
 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:08 
EUR/USD           1,1544   -0,2    -0,0022          1,1566     1,1565 
EUR/JPY           183,44   -0,2    -0,4100          183,85   183,7000 
EUR/CHF           0,9029   +0,0     0,0003          0,9026     0,9029 
EUR/GBP           0,8631   +0,1     0,0007          0,8624     0,8630 
USD/JPY           158,91   -0,0    -0,0300          158,94   158,8400 
GBP/USD           1,3372   -0,3    -0,0039          1,3411     1,3396 
USD/CNY           6,8763   +0,2     0,0108          6,8655     6,8655 
USD/CNH           6,8776   +0,0     0,0021          6,8755     6,8771 
AUS/USD           0,7132   -0,3    -0,0019          0,7151     0,7147 
Bitcoin/USD    69.891,35   -1,1    -755,24       70.646,59  70.360,95 
 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          92,12   +5,6       4,87           87,25 
Brent/ICE          97,64   +6,2       5,66           91,98 
 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            5.179,01   +0,1       3,56        5.175,45 
Silber             86,71   +1,1       0,92           85,79 
Platin          2.188,15   +0,9      19,14        2.169,01 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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March 12, 2026 05:21 ET (09:21 GMT)

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