MÄRKTE USA/Iran-Krieg weiter im Fokus - Inflationsdaten ohne Auswirkungen

11.03.2026 / 14:51 Uhr

DOW JONES--Ausbleibende Signale auf eine Deeskalation im Iran-Krieg sorgen zur Wochenmitte an der Wall Street für eine uneinheitliche Eröffnung. Außerdem legen die Ölpreise wieder zu, obwohl die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven vorgeschlagen hat, so mit der Angelegenheit vertraute Beamte. Es wird erwartet, dass die beteiligten Länder am Mittwoch über den Vorschlag entscheiden. Er würde angenommen werden, wenn niemand Einspruch erhebt, aber der Protest auch nur eines einzigen Landes könnte den Plan verzögern. Ein solcher Schritt sollte die Ölpreise senken, aber vielleicht habe der Markt auf mehr gehofft, heißt es.

Der Dow-Jones-Index verliert kurz nach der Eröffnung 0,2 Prozent auf 47.627 Punkte. Der S&P-500 steigt dagegen um 0,1 Prozent und der Nasdaq-Composite verbessert sich um 0,4 Prozent. Letzterer wird vor allem vom deutlichen Plus der Oracle-Aktie angetrieben.

Nachdem es am Vortag noch Hoffnungen auf eine Entspannung im Iran-Krieg gegeben hatte, scheint sich die Lage wieder zu verschärfen. Der Iran hat in den vergangenen Tagen nach Angaben von US-Offiziellen Minen in der Straße von Hormus verlegt. Dies sei eine Eskalation mit dem Ziel, einen wichtigen wirtschaftlichen Durchgangsweg zu sperren, was US-Präsident Donald Trump dazu veranlasste, mit rascher Vergeltung zu drohen. Ein US-Vertreter ergänzte, es könnte ein politisches Signal an die USA sein, dass Teheran die Weltwirtschaft gewaltsam abwürgen könne.

Die Ölpreise legen wieder zu. Ein Barrel der Sorte Brent verteuert sich um 2,5 Prozent auf 89,98 Dollar. Am Vortag hatte es noch einen teils zweistelligen Prozentrückgang gegeben. Die Freigabe von Öl aus den Reserven werde die Ölpreise nicht zwangsläufig senken, meint Analyst Alex Kuptsikevich von FxPro und verweist auf den Preisanstieg nach der Freigabe im Jahr 2022, als Händler dies als "Zeichen für einen fragilen Markt interpretierten". Der Ölmarkt konzentriere sich auf zwei Hauptthemen: wie schnell der Konflikt im Nahen Osten ende, und wie er ausgehen werde, so der Experte.

Die Verbraucherpreise für Februar setzen vor dem aktuellen Hintergrund keinen größeren Impuls. Der Inflationsdruck in den USA ist im Februar wie erwartet stabil geblieben. Die Verbraucherpreise erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent und lagen um 2,4 (Vormonat: 2,4) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dies entsprach den Erwartungen der Ökonomen. Auch die Kernverbraucherpreise (ohne Energie und Lebensmittel) stiegen im prognostizierten Rahmen.

Die Ölpreise seien weiterhin der größte Markttreiber und stellten Inflationdsdaten in den Schatten, heißt es von den Pepperstone-Analysten. Marktteilnehmer "kümmern sich angesichts des geopolitischen Hintergrunds wenig um eingehende Wirtschaftsdaten".

Bei den Einzelwerten machen die Aktien von Oracle einen Satz um 13,5 Prozent nach oben. Geschäftszahlen und Ausblick seien stärker als erwartet ausgefallen - ein Zeichen dafür, dass sich die enormen Investitionen des Cloud-Computing-Konzerns in Künstliche Intelligenz (KI) auszahlten, meint Analystin Ipek Ozkardeskaya von Swissquote. Die Ergebnisse könnten Technologietitel auf breiterer Front beflügeln, da Oracle als "Barometer für KI-bezogene Investitionsrisiken" angesehen werde.

UniFirst steigen um 7,1 Prozent. Das Unternehmen stimmte einer Übernahme durch seinen weitaus größeren Konkurrenten Cintas zu. Die Transaktion hat einen Wert von 310 Dollar pro Aktie, was einem Unternehmenswert von 5,5 Milliarden Dollar entspricht. Cintas fallen um 1,0 Prozent.

Campbell's büßen 3,6 Prozent ein. Der Lebensmittelkonzern meldete für das zweite Geschäftsquartal Umsätze und Gewinne, die hinter den Schätzungen der Analysten zurückblieben, und gab eine Prognose ab, die die Wall Street enttäuschte.

Der Dollar erholt sich leicht von den jüngsten Abgaben. Der Dollar-Index legt um 0,3 Prozent zu. Die Inflationsdaten für Februar sorgen für keinen Impuls. Der Goldpreis zeigt sich wenig verändert. Die Notierungen am Anleihemarkt geben weiter nach. Die Rendite zehnjähriger Papiere erhöht sich um 5 Basispunkte auf 4,18 Prozent. Die Inflationsdaten haben auch hier keinen Impuls geliefert - der steigende Ölpreis weckt Inflationssorgen.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA           47.627,15   -0,2     -79,36       47.706,51 
S&P-500         6.791,19   +0,1      +9,71        6.781,48 
NASDAQ Comp    22.776,74   +0,4     +79,64       22.697,10 
NASDAQ 100     25.060,91   +0,4    +104,44       24.956,47 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,62  +0,05       3,63            3,57 
5 Jahre             3,76  +0,05       3,77            3,72 
10 Jahre            4,18  +0,05       4,19            4,14 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 18:52 
EUR/USD           1,1584   -0,2    -0,0026          1,1610     1,1645 
EUR/JPY           183,69   +0,1     0,2000          183,49   183,5400 
EUR/CHF           0,9027   -0,1    -0,0009          0,9036     0,9046 
EUR/GBP           0,8635   -0,2    -0,0017          0,8652     0,8651 
USD/JPY           158,54   +0,3     0,5000          158,04   157,5900 
GBP/USD           1,3412   -0,0    -0,0004          1,3416     1,3460 
USD/CNY           6,8655   -0,2    -0,0111          6,8766     6,8766 
USD/CNH           6,8692   -0,2    -0,0106          6,8798     6,8680 
AUS/USD           0,7153   +0,5     0,0034          0,7119     0,7156 
Bitcoin/USD    70.672,79   +0,6     421,88       70.250,91  70.909,87 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          84,91   +1,8       1,46           83,45 
Brent/ICE          89,98   +2,5       2,18           87,80 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            5.173,10   -0,4     -18,21        5.191,31 
Silber             85,76   -3,0      -2,64           88,40 
Platin          2.179,55   -0,9     -20,90        2.200,45 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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March 11, 2026 09:50 ET (13:50 GMT)

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