Bundesbank-Zentrale zieht an neuen Standort
11.03.2026 / 12:30 Uhr
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Deutsche Bundesbank sucht sich einen neuen Standort für ihre Zentrale. Wie sie am Mittwoch mitteilte, wäre ein Verbleib am alten Standort in der Wilhelm-Epstein-Straße zu teuer. Die Bundesbank will deshalb eine Immobilie in Frankfurt erwerben und Teile des alten Standorts im Stadtteil Bockenheim an die Stadt Frankfurt verkaufen. "Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat klar ergeben, dass der Kauf einer Immobilie deutlich kostengünstiger ist als eine Unterbringung der Bundesbankzentrale am bisherigen Standort in der Wilhelm-Epstein-Straße", sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel.
Für den Kauf der Immobilie werde ein Vergabeverfahren gestartet, wichtige Kriterien seien zentrale Lage, Preis, Qualität und Zeitplan. In Frage kämen ein Neubau oder eine sanierte Bestandsimmobilie. "Ziel ist es einen Kaufvertrag für eine Immobilie innerhalb der nächsten 18 Monate zu unterschreiben", sagte Nagel.
Laut Mitteilung hätte die Bundesbank am alten Standort rund 1,6 Milliarden Euro investieren müssen. Darin enthalten waren die Sanierung des ehemaligen, im Stil des Brutalismus errichteten Hauptgebäudes sowie alle nötigen Anpassungen für die Unterbringung der Zentrale.
Den Barwert der Investitionskosten sowie die bis 2067 hochgerechneten Betriebs- und Instandhaltungskosten bezifferte die Bundesbank auf 2,9 Milliarden. "Auch in diesem Vergleich schnitt die Unterbringung am alten Standort ... am schlechtesten ab", erläuterte die Bundesbank.
Im Jahr 2023 hatte die Bundesbank ihre Regelungen zum Home Office ausgeweitet. Dadurch sinkt die Zahl der benötigten Büroarbeitsplätze von 5.000 auf 3.300. Die Bundesbank ist Teil des Eurosystems der Zentralbanken und betreibt seit über 25 Jahren keine eigene Geldpolitik mehr.
Die Bundesbank hatte ihr Domizil in Bockenheim 1972 bezogen. Es steht seit 2022 unter Denkmalschutz. Geplant ist ein Direktverkauf an die Stadt ohne Marktbeteiligung. Der Goldbestand bleibt am Standort Wilhelm-Epstein-Straße, weshalb ein Teil der Liegenschaft separiert wird und im Eigentum der Bundesbank bleibt.
Im Jahr 2017 hatte die Bundesbank angekündigt, ihre Hauptverwaltung bis 2027 zu sanieren und zu erweitern. In Frankfurt gibt es außerdem eine Hauptverwaltung für Hessen. Nagel deutete an, dass die neue Zentrale in der Nähe dieser Hauptverwaltung angesiedelt werden könnte.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
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March 11, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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