Evotec verschärft Sparkurs - 800 Stellen betroffen

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10.03.2026 / 09:25 Uhr

DOW JONES--Evotec will mit dem Abbau von Stellen und der Reduzierung von Standorten die laufenden Kosten bis Ende 2027 um rund 75 Millionen Euro reduzieren. Das in der Wirkstoffforschung für die Pharmabranche tätige Hamburger Unternehmen gab vorläufige Zahlen bekannt, nannte eine Prognose und kündigte ein Programm mit dem Namen Horizon ein. In dessen Rahmen soll die bereits reduzierte Zahl der Standorte von jetzt 14 auf 10 reduziert werden und die Belegschaft um bis zu 800 Stellen "angepasst" werden, wie das Unternehmen mitteilte. Evotec beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit mehr als 4.800 Experten in Europa und den USA.

Exzellenzzentren sollten Kernkompetenzen bündeln und so eine zentralisierte Innovationsinfrastruktur ermöglichen, heißt es in der Mitteilung weiter. Evotec schaffe damit die Voraussetzungen "für eine diszipliniertere Kostenbasis, einen höherwertigen, technologiegetriebenen Umsatzmix und verbesserte operative Margen".

2026 werde ein Übergangsjahr, erklärte Finanzchef Paul Hitchin. Wichtige operative Verbesserungen würden aber bereits in der zweiten Jahreshälfte sichtbar. Er prognostiziert für das laufende Jahr einen Umsatz in der Größenordnung von 700 bis 780 Millionen Euro (inklusive etwa 30 Millionen Euro negative Wechselkurseffekte) und ein bereinigtes Konzern-EBITDA, das mindestens ausgeglichen und im besten Fall 40 Millionen Euro erreichen soll.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte Evotec nach vorläufigen Zahlen ein bereinigtes Konzern-EBITDA von 41 Millionen und Umsätze von 788 Millionen Euro. Während die Einnahmen das obere Ende der Prognosespanne erreichten, lag das bereinigte EBITDA in der Mitte des angekündigten Zielkorridors.

Die Einmalkosten des Sparprogramms Horizon schätzt Evotec bis 2028 auf insgesamt rund 100 Millionen Euro. Hinzu kämen nicht zahlungswirksame Wertminderungen auf Vermögenswerte. Ab 2027 sollen die strukturellen Kostensenkungen, kombiniert mit verbesserter Auslastung und einer Verlagerung hin zu margenstärkeren technologie- und plattformbasierten Aktivitäten, dann zu einer nachhaltigen Margenverbesserung führen. Mit dem vorherigen Programm Priority Reset seien die Betriebskosten 2025 bereits um etwa 60 Millionen Euro gesenkt worden erklärte Evotec.

"Horizon richtet Evotec bis 2027 auf eine verbesserte Performance aus und legt zugleich das Fundament für weitere Optimierung und eine intelligente Skalierung bis 2030", sagte Vorstandschef Christian Wojczewski. Bis 2030 soll der Umsatz auf mehr als 1 Milliarden Euro ausgeweitet werden - entsprechend einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 8 bis 12 Prozent (CAGR) - und die EBITDA-Marge die Marke von 20 Prozent übersteigen. 20 Prozent Marge peilt Wojczewski schon für 2028 an. Evotec kalkuliert insgesamt mit einer Erholung des Marktes für frühe Wirkstoffforschung und präklinische Entwicklung.

Die komplette Bilanz 2025 und Details zu den mittelfristigen Zielen will das im SDAX und TecDAX notierte Unternehmen am 8. April veröffentlichen.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/hab

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March 10, 2026 04:25 ET (08:25 GMT)

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