MÄRKTE EUROPA/Geopolitik lässt Anleger in Deckung gehen
19.02.2026 / 18:16 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben das Vortagesplus am Donnerstag nahezu wieder abgegeben. Es war einmal mehr die Geopolitik, die Anleger vorsichtiger stimmte. Einzelwerte erhielten ihre Impulse mehrheitlich von der Berichtssaison, zudem sorgten Analysten für Kursbewegungen. Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 25.044 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss nach dem Rekordhoch am Vortag 0,7 Prozent tiefer bei 6.060 Punkten.
Für Gegenwind an den Börsen sorgten die geopolitischen Entwicklungen und die damit gestiegenen Energiepreise. Die USA verlegen derzeit eine massive Luftstreitmacht in den Nahen Osten. Damit bündeln sie in der Region die schlagkräftigste Truppe seit der Invasion des Irak 2003. Die USA sind bereit, gegen den Iran vorzugehen. Präsident Donald Trump hat jedoch noch nicht entschieden, ob er Angriffe anordnen wird. Mit dem Aufmarsch erhöht Trump den Druck auf den Iran bei den laufenden Atom- und Abrüstungsgesprächen.
So steigen die europäischen Erdgaspreise um 5,6 Prozent - die Ölpreise kletterten auf das höchste Niveau seit Sommer 2025. Händler befürchteten, dass eine Eskalation zwischen den USA und dem Iran die LNG-Ströme in der Region stören könnte. Die Gasmärkte sind zunehmend besorgt über Lieferungen durch die Seestraße von Hormus - insbesondere aus Katar, dem zweitgrößten Exporteur weltweit. Öl der Sorte Brent legte um 2,2 Prozent auf 71,88 Dollar je Barrel zu, während die Feinunze Gold knapp über 5.000 Dollar notierte. Bundesanleihen bewegten sich weiterhin seitwärts, während der Euro bei 1,1760 Dollar etwas leichter gehandelt wurde.
Für Nestle ging es nach Geschäftsausweis um knapp 4 Prozent nach oben, auch weil Investoren defensive Titel suchten. Der neue strategische Plan, das Portfolio zu verschlanken und sich auf vier Kategorien zu konzentrieren - Kaffee, Tiernahrung, Nutrition und Lebensmittel - schien ziemlich standardmäßig zu sein, so RBC. Trotz einer besonderen Stärke im Geschäftsbereich Waters & Premium Beverages in Nord- und Südamerika treibe das Unternehmen den Verkauf der Sparte dennoch voran.
Die Aktie der Zurich Insurance verlor 1,6 Prozent. Die Versicherung befindet auf Kurs, ihre mittelfristigen Ziele zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Der Versicherer erzielte einen Rekord-Jahresgewinn und warb weiterhin um die Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley.
Mit Blick auf die Branchen in Europa handelteten die Aktien der Automobilhersteller 1,2 Prozent leichter. Hier belastete die Aktie von Renault (-3,1%). Die Franzosen erwarten in diesem Jahr einen weiteren Rückgang der Margen, da eine internationale Expansion und ein wachsender Anteil am Verkauf von Elektrofahrzeugen angestrebt wird. Renault plant, in diesem Jahr ihre Modellpalette in Europa mit einem Fokus auf Elektro- und Hybridmodelle zu erneuern und zu erweitern.
Für den Versorgungssektor ging es um 1,9 Prozent abwärts, Centrica stellten mit minus 5,2 Prozent den Verlierer. Der britische Energiekonzern hatte sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt und angesichts eines schwierigen Marktumfelds einen Nettoverlust für das Gesamtjahr verbucht.
DAX-Schwergewicht Airbus mit Ausblick schwach
Die guten Geschäftszahlen von Airbus im Schlussquartal 2025 wurden vom Ausblick für 2026 überschattet. Der Konzern muss den Produktionshochlauf der Modellreihe A320 wegen Engpässen bei Triebwerkslieferungen drosseln. Der US-Hersteller Pratt & Whitney habe bisher keine feste Zusage für die von Airbus bestellten Triebwerke gemacht. Dies wirke sich negativ auf die Prognose für dieses Jahr und den Produktionsanstieg aus, hieß es. Der Kurs verlor 6,7 Prozent.
Geschäftszahlen legten auch Knorr-Bremse (+4,1%) und Krones (-7,1%) vor. Insgesamt verzeichnete Knorr im vierten Quartal und für das Gesamtjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr eine gute Entwicklung bei den wichtigsten Eckdaten, wie die DZ Bank anmerkte. Krones habe solide Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt, so MWB unter Verweis auf das Umsatzwachstum von 7 Prozent, das im Rahmen der Erwartungen gelegen habe. Allerdings normalisiere sich die Wachstumsdynamik, merkten die Analysten an.
Im MDAX lieferten die Analysten der UBS die Impulse, nach einer Kaufempfehlung stiegen DWS um 0,7 Prozent, nach einer Abstufung auf "Sell" notierten Freenet 8,2 Prozent im Minus. Das Telekommunikationsunternehmen weise nur geringe Wachstumsaussichten auf, die Aktie sei aber hoch bewertet, stellte die UBS fest.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 6.059,62 -0,7% +5,4% Stoxx-50 5.212,01 -0,6% +6,6% Stoxx-600 625,33 -0,5% +6,2% XETRA-DAX 25.043,57 -0,9% +3,2% CAC-40 Paris 8.398,78 -0,4% +3,4% AEX Amsterdam 1.007,69 -0,3% +6,2% ATHEX-20 Athen 5.797,24 -2,3% +10,9% BEL-20 Brüssel 5.664,43 -0,2% +11,8% BUX Budapest 126.673,84 -0,9% +12,5% OMXH-25 Helsinki 6.075,91 +0,0% +6,5% OMXC-20 Kopenhagen 1.570,52 -1,0% -1,3% PSI 20 Lissabon 9.095,00 -0,5% +10,6% IBEX-35 Madrid 18.017,50 -1,0% +3,7% OBX Oslo 1.798,29 +0,7% +11,7% PX Prag 2.692,55 -0,3% +0,5% OMXS-30 Stockholm 3.157,96 -0,3% +9,8% WIG-20 Warschau 3.385,33 +0,2% +6,1% ATX Wien 5.788,53 -0,6% +9,3% SMI Zürich 13.799,59 -0,1% +4,1% *bezogen auf Vortagesschluss DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 18:44 Uhr % YTD EUR/USD 1,1758 -0,2% 1,1786 1,1835 +0,3% EUR/JPY 182,24 -0,1% 182,41 181,67 -0,9% EUR/CHF 0,9125 +0,2% 0,9107 0,9129 -2,2% EUR/GBP 0,8749 +0,2% 0,8731 0,8740 +0,1% USD/JPY 154,99 +0,1% 154,76 153,50 -1,3% GBP/USD 1,3440 -0,4% 1,3499 1,3542 +0,2% USD/CNY 6,9313 +0,1% 6,9276 6,9244 -1,4% USD/CNH 6,9012 +0,1% 6,8916 6,8877 -1,3% AUS/USD 0,7045 -0,0% 0,7045 0,7057 +5,6% Bitcoin/USD 66.369,40 -0,0% 66.384,35 66.950,25 -25,0% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 66,63 65,05 +2,4% 1,58 +13,3% Brent/ICE 71,88 70,35 +2,2% 1,53 +15,2% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.993,45 4.976,98 +0,3% 16,48 +15,2% Silber 77,71 77,27 +0,6% 0,44 +8,4% Platin 1.753,86 1.766,29 -0,7% -12,43 +0,7% Kupfer 5,74 5,80 -1,0% -0,06 +2,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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February 19, 2026 12:15 ET (17:15 GMT)
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