MÄRKTE USA/Wirbel im KI-Sektor belastet Wall Street
03.02.2026 / 22:13 Uhr
DOW JONES--Die US-Börsen haben am Dienstag im Verlauf deutlich ins Minus gedreht. Nach einem Allzeithoch des Dow-Jones-Index strichen Anleger Gewinne ein - befeuert von Verlusten im Technologiesektor. Denn eine neue Analyse-Software von Anthropic sorgte am KI-Markt für Wirbel. Mittels der Software können juristische Aufgaben automatisiert werden. Die Aktien von Datenanbietern bzw. Anbietern von Daten-Analysetools gerieten daraufhin massiv unter Druck - Händler sprachen von einer möglichen neuen Konkurrenz im Bereich der Datenanalyse. Seit Monaten wird unter Anlegern intensiv diskutiert, ob KI Fluch oder Segen für Datenanbieter aller Couleur darstellt.
Der Imformationsverarbeitungssektor im S&P-500 verlor als Schlusslicht 2,2 Prozent - Thomson Reuters büßten 15,7 Prozent ein. Der Dow-Jones-Index sank um 0,3 Prozent auf 49.241 Punkte, S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite fielen um 0,8 bzw. 1,4 Prozent. Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 1.445 (Montag: 1.598) angegeben, die der -verlierer mit 1.313 (1.165). Unverändert schlossen 49 (68) Titel. Selbst die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Regierungsstillstandes stützte die Börse nicht. Das US-Repräsentantenhaus hatte eine kritische Hürde zur Beendigung des teilweisen Regierungsstillstands genommen.
Die negative Stimmung am Aktienmarkt sorgte für Umschichtungen in Rentenpapiere, die Renditen drehten daher ins Minus; die Zehnjahresrendite sank um 1 Basispunkt auf 4,27 Prozent. Der Dollar drehte nach einem Zehntageshoch ins Minus - der Dollar-Index büßte 0,3 Prozent ein. Damit könnte der Warsh-Effekt schon wieder verpufft sein. Die Nominierung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank habe zwar Sorgen über die Unabhängigkeit der Fed verringert, die Verunsicherung über die künftige Geldpolitik bleibe aber, hieß es.
Bei Gold nutzten Anleger die heftigen Verluste der vergangenen Tage zum Einstieg. Der Preis für die Feinunze erhöhte sich um 6,2 Prozent. Der Silberpreis stieg sogar noch deutlicher. Die Ölpreise (+3%) erholten sich etwas von ihren Vortagesverlusten. Die Preise wurden von wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran gestützt. Am Markt machten Berichte die Runde, die US-Streitkräfte hätten eine iranische Drohne abgeschossen, die sich dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln genähert habe. Dass Indien kein russisches Erdöl mehr kaufen will, dürfte die Nachfrage nach westlichen Ölsorten stärken, hieß es.
Unter den Einzelaktien wurden die Geschäftszahlen von Palantir sehr positiv aufgenommen. Das Unternehmen meldete einen Rekordumsatz. Zu verdanken war dies der hohen Nachfrage der US-Regierung nach der KI-Technologie des Unternehmens. Die Aktie machte einen Satz um 6,9 Prozent. Nach einem schwachen Ausblick brachen die Titel der Analyse- und Beratungsgesellschaft Gartner um 20,9 Prozent ein.
Pepsico hatte im vierten Geschäftsquartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnet und mitgeteilt, im kommenden Jahr die Kosten senken und den Absatz ankurbeln zu wollen. Die Aktie stieg um 4,5 Prozent. Merck & Co hatte im vierten Quartal einen höheren Umsatz verzeichnet, der Kurs legte um 2,2 Prozent zu. Wettbewerber Pfizer hatte mit den Ergebnissen für das vierte Quartal zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen, doch blieb der Ausblick unter Konsens. Die Titel büßten 3,5 Prozent ein.
Paypal brachen um 20,3 Prozent ein, der Zahlungsdienstleister hatte sowohl für das laufende Quartal als auch für das Geschäftsjahr einen Rückgang des Gewinns je Aktie prognostiziert. Analysten hatten einen Anstieg gerechnet. Auch in der vierten Periode lagen Umsatz und Gewinn unter Markterwartungen. Paypal hatte zudem den ehemaligen CEO von HP, Enriques Lores, zu ihrem Chef ernannt.
Walmart hatte als erster klassischer Einzelhändler einen Börsenwert von 1 Billion US-Dollar erreicht. Damit schloss sich das Unternehmen einer kleinen, aber wachsenden Gruppe von Konzernen an, die eine Billionen-Bewertung aufweisen - darunter Amazon, Nvidia, Meta Platforms und Microsoft. Der Kurs zog um 3 Prozent an. Der Kurs des Nierendialyse-Unternehmens DaVita schnellten nach starken Geschäftszahlen und einem entsprechenden Ausblick um 21,2 Prozent nach oben.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 49.240,99 -0,3% -166,67 +2,8% S&P-500 6.917,81 -0,8% -58,63 +2,1% NASDAQ Comp 23.255,19 -1,4% -336,92 +1,9% NASDAQ 100 25.338,62 -1,6% -399,99 +2,3% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mo, 18:39 Uhr % YTD EUR/USD 1,1823 +0,3% 1,1791 1,1797 +0,2% EUR/JPY 184,10 +0,4% 183,42 183,51 -0,4% EUR/CHF 0,9165 -0,3% 0,9196 0,9205 -1,2% EUR/GBP 0,8630 +0,0% 0,8627 0,8641 -1,1% USD/JPY 155,72 +0,1% 155,56 155,55 -0,7% GBP/USD 1,3699 +0,2% 1,3666 1,3653 +1,3% USD/CNY 6,9590 -0,1% 6,9662 6,9636 -0,8% USD/CNH 6,9346 -0,1% 6,9435 6,9392 -0,5% AUS/USD 0,7023 +1,1% 0,6948 0,6956 +4,0% Bitcoin/USD 76.728,25 -2,5% 78.697,70 78.903,20 -11,1% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 64,02 62,14 +3,0% 1,88 +8,0% Brent/ICE 68,11 66,30 +2,7% 1,81 +8,8% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.950,77 4.660,78 +6,2% 289,99 +7,9% Silber 85,32 79,09 +7,9% 6,23 +12,3% Platin 1.885,49 1.799,68 +4,8% 85,81 +2,8% Kupfer 6,09 5,83 +4,5% 0,26 +1,8% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf
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February 03, 2026 16:12 ET (21:12 GMT)
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