MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
15.01.2026 / 07:33 Uhr
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
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+++++ TAGESTHEMA +++++
Die deutsche Wirtschaft dürfte 2025 nach zwei Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung wieder leicht gewachsen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent gestiegen ist. Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht eine vorläufige Schätzung am Donnerstag. Die deutsche Wirtschaft war 2023 um 0,9 Prozent geschrumpft und 2024 um 0,5 Prozent. Zwei BIP-Rückgänge in Folge hatte es zuvor nur 1981/82 im Zuge des zweiten Ölpreisschocks gegeben. Im Verlauf des vergangenen Jahres war das BIP im ersten Quartal um 0,3 Prozent gestiegen, im zweiten um 0,2 Prozent gesunken und hatte im dritten stagniert.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 DE/Fraport AG, Verkehrszahlen Dezember
07:00 CH/Compagnie Financiere Richemont SA, Trading Update 3Q
07:30 AT/OMV AG, Trading Update 4Q
07:30 TW/Taiwan Semiconductor Manufacturing Co Ltd, Jahresergebnis
12:00 US/Blackrock Inc, Ergebnis 4Q
13:30 US/Goldman Sachs Group Inc, Ergebnis 4Q
13:30 US/Morgan Stanley, Ergebnis 4Q
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- GB
08:00 BIP Monat November
PROGNOSE: +0,1% gg Vm/+1,2% gg Vj
zuvor: -0,1% gg Vm/+1,1% gg Vj
Drei-Monats-Rate
PROGNOSE: -0,2% gg Vq
zuvor: -0,1% gg Vq/+1,1% gg Vj
08:00 Handelsbilanz November
PROGNOSE: -20,4 Mrd GBP
zuvor: -22,2 Mrd GBP
08:00 Industrieproduktion November
PROGNOSE: +0,0% gg Vm/+0,4% gg Vj
zuvor: +1,1% gg Vm/-0,8% gg Vj
- DE
09:55 BIP (1. Schätzung zum Gesamtjahr) 2025 (10:00 PK)
preisbereinigt gg Vj
PROGNOSE: +0,2% gg Vj
zuvor: -0,5% gg Vj
preis- und kalenderbereinigt gg Vj
PROGNOSE: k.A.
zuvor: -0,5% gg Vj
- EU
11:00 Industrieproduktion November
Eurozone
PROGNOSE: 0,0% gg Vm/+2,1% gg Vj
zuvor: +0,8% gg Vm/+2,0% gg Vj
- US
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 215.000
zuvor: 208.000
14:30 Import- und Exportpreise November
Importpreise
PROGNOSE: -0,2% gg Vm
September: 0,0% gg Vm
14:30 Philadelphia-Fed-Index Januar
PROGNOSE: -4,5
zuvor: -10,2
14:30 Empire State Manufacturing Index Januar
PROGNOSE: +1,0
zuvor: -3,9
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.484,00 +0,2% E-Mini-Future S&P-500 6.938,50 +0,2% E-Mini-Future Nasdaq-100 25.545,00 +0,3% Nikkei-225 (Tokio) 53.857,80 -0,9% Hang-Seng (Hongk.) 26.841,50 -0,6% Shanghai-Comp. 4.101,67 -0,6% Mittwoch: DAX 25.286,24 -0,5% DAX-Future 25.442,00 -0,4% XDAX 25.312,99 +0,1% MDAX 31.774,24 -1,4% TecDAX 3.769,08 -1,5% SDAX 18.080,58 -0,7% Euro-Stoxx-50 6.005,05 -0,4% Stoxx-50 5.116,59 +0,1% Dow-Jones 49.149,63 -0,1% S&P-500 6.926,60 -0,5% Nasdaq Composite 23.471,75 -1,0%
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Nach dem Rücksetzer zur Wochenmitte dürften die europäischen Börsen am Donnerstag schon wieder anziehen. Der DAX wird am Morgen 0,3 Prozent höher bei 25.351 Punkten errechnet. Damit liegt er nur knapp unter dem neuen Allzeithoch von 25.508 Punkten. Gestützt wird die Stimmung von den stark fallenden Ölpreisen. Sowohl WTI als auch Brent beenden die jüngste Aufwärtswelle mit Abschlägen von jeweils mehr als 3 Prozent. Händler verweisen auf die kurzfristige Entspannung der Iran-Krise, weil es bisher offensichtlich doch keine Hinrichtungen von Demonstranten gab, eine Forderung von US-Präsident Donald Trump an das Mullah-Regime. Im Blick steht auch weiterhin die Berichtssaison, unter anderem mit neuen Zahlen von Taiwan Semiconductors. Am Nachmittag ergänzen dann Goldman Sachs und Morgan Stanley den Zahlenreigen aus der US-Bankenwelt. Impulse könnten auch vom Konjunkturindex der Notenbankfiliale in Philadelphia ausgehen, dem so genannten Philly-Fed.
Rückblick: Händler sprachen von einer Konsolidierung. Nach dem jüngsten Anstieg sei der Markt überkauft gewesen. Der Sektor der Gesundheitswerte stellte mit plus 1,1 Prozent einen der Gewinner. Bayer zogen um 7 Prozent an. Grund waren laut Händlern positive Aussagen zur Margenentwicklung. Orion Oyi legten mit einem überzeugenden Ausblick um 12 Prozent zu, während Ipsen (+6,9%) neue Daten vorlegte, die das Bestreben des Unternehmens unterstrichen, bestehende Versorgungslücken bei neurologischen Erkrankungen zu schließen. Der Sektor der Medienunternehmen handelte 1,7 Prozent tiefer - belastet von Pearson mit minus 9,5 Prozent. Der Zwischenbericht des Unternehmens lieferte nicht die von Anlegern erhoffte Beruhigung in Bezug auf die Künstliche Intelligenz (KI), urteilte Analyst Dan Coatsworth von AJ Bell.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Etwas leichter - Für RWE ging es um 2,3 Prozent nach oben. Der Konzern hat einen Anteil an dem britischen Windprojekt Norfolk an KKR verkauft. "Das kommt gut an", so ein Marktteilnehmer. Zudem wurden bei der jüngsten Windstrom-Auktion in Großbritannien Abnahmeverträge für insgesamt fünf Offshore-Entwicklungsprojekte mit einer Gesamtkapazität von 6,9 Gigawatt gewonnen. Fresenius Medical Care (FMC) fielen dagegen um 6 Prozent. "Offensichtlich drücken die Aussagen von einer Health Care Konferenz in San Francisco", so ein Händler. JP Morgan hat FMC mit "Underweight" bestätigt, die Analysten sprechen von einem "Übergangsjahr" 2026. Das Jahr stehe unter dem Einfluss der Einführung des 5008x-Systems, dabei liefen die Kosten den Vorteilen voraus.
XETRA-NACHBÖRSE
In einem ruhigen nachbörslichen Handel haben sich die Aktien am Mittwoch gut behauptet gezeigt, nachdem sich die Wall Street von ihren Tagestiefs gelöst hatte. Kursbewegende Nachrichten zu Einzelwerten gab es am Abend nicht.
USA - AKTIEN
Leichter - Neben den Einzelhandelsumsätzen, die im November stärker als veranschlagt gesteigert wurden, sind die Erzeugerpreise im November einen Tick niedriger als gedacht ausgefallen. Gleichwohl bewegt sich die Inflation noch immer auf hohem Niveau und über dem Ziel der US-Notenbank, wie Beobachter anmerkten. Der Wirtschaftsbericht "Beige Book" der US-Notenbank zeugte von einer höheren Wirtschaftsaktivität, setzte am Markt aber keine Akzente. Eine für Mittwoch erwartete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzöllen mit Hilfe des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) blieb abermals aus. Auf der Stimmung lasteten auch die politischen Spannungen wegen Grönland und die Furcht vor einem US-Militärschlag gegen den Iran, wobei Trump am Mittwoch ein Zeichen der Deeskalation Richtung Teheran sandte, indem er feststellte: "das Töten im Iran hört auf." Unter den Einzelwerten fielen Bank of America trotz guter Geschäftszahlen um 3,7 Prozent. Allerdings warnte die Bank vor den Folgen einer Zinsobergrenze für Kreditkarten, wie Trump sie ins Spiel gebracht hatte. Der Verkauf des Russland-Geschäfts hat der Citigroup (-3,4%) einen Gewinnrückgang beschert, wobei die Bank bereinigt mehr verdiente als erwartet. Wells Fargo (-4,6%) verfehlte die Erwartungen der Analysten dagegen. Nvidia verbilligten sich um 1,4 Prozent, nachdem die Trump-Regierung mitgeteilt hatte, dass das Unternehmen neue Sicherheitsanforderungen erfüllen müsse, um seine H200-Chips an China zu verkaufen. Auch andere Chipaktien verzeichneten Verluste. Netflix sanken um 2 Prozent. Der Streamingdienst hat offenbar ein reines Barangebot für die Studio- und HBO-Max-Sparten von Warner Bros. Discovery vorbereitet.
USA - ANLEIHEN
Am Rentenmarkt hielten die günstigen Inflationsdaten die Hoffnungen auf Zinssenkungen im Jahresverlauf am Köcheln. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um 3 Basispunkte auf 4,14 Prozent.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Mi, 17:15 % YTD EUR/USD 1,1635 -0,1% 1,1645 1,1659 -0,9% EUR/JPY 184,48 +0,1% 184,34 184,43 +0,6% EUR/CHF 0,9321 +0,1% 0,9316 0,9311 +0,2% EUR/GBP 0,8662 -0,0% 0,8664 0,8665 -0,6% USD/JPY 158,56 +0,2% 158,29 158,19 +1,5% GBP/USD 1,3432 -0,0% 1,3438 1,3455 -0,3% USD/CNY 7,0052 -0,1% 7,0089 7,0052 -0,3% USD/CNH 6,9677 -0,0% 6,9708 6,9685 -0,0% AUS/USD 0,6684 +0,0% 0,6682 0,6683 +0,2% Bitcoin/USD 96.503,85 -0,4% 96.936,65 97.461,00 +6,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Der Dollar-Index gab mit sinkenden Marktzinsen um 0,1 Prozent nach.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.605,24 4.626,45 -0,5% -21,21 +6,2% Silber 89,05 93,20 -4,5% -4,16 +21,9% Platin 1.993,49 2.054,73 -3,0% -61,24 +13,9% Kupfer 5,97 6,06 -1,3% -0,08 +5,0% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Der Goldpreis tendierte fester, doch war dies schon vor den US-Daten so. Händler verwiesen auf die Lage im Iran und die Suche nach Sicherheit. Die Feinunze verteuerte sich um 1 Prozent auf 4.634 Dollar. Der Silberpreis zog ebenfalls weiter an und überwand erstmals die Marke von 90 Dollar je Feinunze. Er stieg um 7,1 Prozent.
ÖL
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 59,95 62,02 -3,3% -2,07 +6,3% Brent/ICE 64,52 66,52 -3,0% -2,00 +7,5% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Volatil zeigten sich die Ölpreise. Zeitweise stützten Spekulationen auf einen unmittelbar bevorstehenden US-Militärschlag gegen das Mullah-Regime im Iran die Preise. Letztlich überwog aber die Befürchtung eines Überangebots, nachdem die wöchentlichen Daten zu den US-Ölvorräten wider Erwarten einen Aufbau gezeigt hatten. Im späten Handel verbilligte sich das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI um 1,3 Prozent auf 60,35 Dollar. Auch die nun wieder beschwichtigerenden Töne Trumps zur Lage im Iran drückten die Preise.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
GRÖNLAND / DÄNEMARK / USA
US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio haben sich im Weißen Haus mit dem dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen und der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt getroffen. Kurz zuvor hatten beide Seiten ihre unterschiedlichen Positionen zur Zukunft des dänischen Territoriums Grönland bekräftigt. Das dänische Verteidigungsministerium teilte am Mittwoch mit, dass es eine erweiterte militärische Präsenz in und um Grönland geben werde, "in enger Zusammenarbeit mit den Nato-Verbündeten". Ziel sei es, die Präsenz der Nato in der Arktis zu trainieren und zu stärken.
US-NOTENBANK / BEIGE BOOK
Die wirtschaftliche Aktivität in den USA hat sich einer Erhebung der US-Notenbank zufolge in acht von zwölf Fed-Distrikten leicht bis moderat verbessert. Wie es im Konjunkturbericht Beige Book heißt, stellt dies eine Verbesserung gegenüber den vorherigen drei Berichtszyklen dar, als die meisten Distrikte kaum Veränderungen gemeldet hatten.
US-NOTENBANK
Der US-Wirtschaft ist nach Ansicht des Präsidenten der Federal Reserve von Minneapolis, Neel Kashkari, am besten mit einer unabhängigen Zentralbank gedient, wie er während einer virtuellen Konferenz sagte. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Gremium weiterhin die besten Entscheidungen treffen wird, basierend auf Daten und Analysen, um das duale Mandat zu erfüllen, mit dem der Kongress uns beauftragt hat", fügte er mit Blick auf den Offenmarktausschuss, der die Zinsen festlegt, hinzu. Dies geschehe, während man mit einem komplexen Szenario umgehe: einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt und einer Inflation, die weiterhin über dem Zielwert von 2 Prozent liegt. Kashkari rückt dieses Jahr als stimmberechtigtes Mitglied in den Offenmarktausschuss (FOMC) auf, wenn die Währungshüter Ende Januar über die Zinssätze entscheiden.
US-NOTENBANK
Der von US-Präsident Donald Trump ernannte Fed-Gouverneur Stephen Miran hat führende Notenbanker wegen ihrer Unterstützung für Fed-Chef Jerome Powell angesichts der strafrechtlichen Untersuchung des US-Justizministeriums kritisiert. Der Brief zur Unterstützung Powells, der von prominenten Zentralbankvertretern aus der ganzen Welt unterzeichnet wurde, sei eine Kompetenzüberschreitung gewesen, sagte Miran bei einer Veranstaltung.
GELDPOLITIK SÜDKOREA
Südkoreas Zentralbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß zum fünften Mal in Folge unangetastet bei 2,50 Prozent gelassen. Zudem hat die Notenbank einen Hinweis auf mögliche Zinssenkungen aus ihrer geldpolitischen Erklärung entfernt. Die steigenden Immobilienpreise und die schwache Währung schränken in Südkorea derzeit den Spielraum auf Zinssenkungen ein. Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Notenbank Südkoreas bei ihrer ersten Sitzung des neuen Jahres keine Veränderung vornehmen wird.
HALBLEITER
US-Präsident Trump hat am Mittwoch zwei Dekrete unterzeichnet, um Zölle auf einige Halbleiter zu erheben und Vorbereitungen für mögliche Zölle auf kritische Mineralien zu treffen. Die Anordnung schreibt fest, was Trump im Dezember gesagt hatte, als er andeutete, dass Nvidia 25 Prozent der Einnahmen aus Verkäufen von H200-Chips nach China an die USA abführen würde. Die Zölle in dem Dekret gelten für in die USA importierte Chips, die im Inland nicht für KI-Zwecke verwendet, sondern in ein anderes Land weiterexportiert werden - eine Praxis, die als "Transshipping" bezeichnet wird. Solche Chips, zu denen der Nvidia-H200-Chip und der MI325X-Chip von Advanced Micro Devices (AMD) gehören, würden einem Zoll von 25 Prozent unterliegen.
META PLATFORMS
hat in seinem Geschäft mit virtueller und erweiterter Realität offenbar den Rotstift angesetzt. Der Konzern habe rund 1.500 Mitarbeiter oder 10 Prozent der Belegschaft des Bereichs Reality Labs entlassen, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/ros
(END) Dow Jones Newswires
January 15, 2026 01:32 ET (06:32 GMT)
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15.01.2026 @ 10:47:45


