MÄRKTE USA/Wall Street mit Abgaben erwartet - Rüstungswerte mit Erholung
08.01.2026 / 14:56 Uhr
DOW JONES--Die negative Tendenz an der Wall Street dürfte sich auch am Donnerstag fortsetzen. Der Future auf den S&P-500 fällt um 0,1 Prozent. Damit dürfte sich die Verschnaufpause nach der jüngsten Rekordjagd ausweiten. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 hatten zwar zur Wochenmitte erneut Allzeithochs markiert, doch im Anschluss hatten die Indizes den Rückwärtsgang eingelegt.
Die Investoren haben die geopolitischen Spannungen, die mit Venezuela und Grönland verbunden sind, vielleicht ignoriert, aber sie schauen nach wie vor stark auf die konjunkturelle Entwicklung, heißt es. Allerdings setzen die vorbörslich veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge keinen Impuls. Sie fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Gleiches galt am Vortag bereits für die Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft im Dezember. Damit liefern die Daten keine Hinweise für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für Dezember, der am Freitag auf der Agenda steht.
Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im Oktober nur halb so groß wie erwartet gewesen. Es betrug nach vorläufigen Berechnungen 29,35 Milliarden Dollar nach revidiert 48,14 (vorläufig: 52,83) Milliarden im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Passivsaldo von 58,40 Milliarden Dollar gerechnet. Die Produktivität ex Agrar traf mit einem Plus von 4,9 Prozent im dritten Quartal exakt die Prognose.
Die US-Rüstungswerte erholen sich vorbörslich von ihren kräftigen Vortagesverlusten. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angekündigt, den Branchenunternehmen Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe zu verbieten. Diese und übertrieben hohe Vergütungen für das Management verhindern seiner Meinung nach Investitionen in Produktionsanlagen und Ausrüstung. Trump kündigte aber auch an, dass der US-Verteidigungshaushalt bis 2027 auf 1,5 Billionen US-Dollar ansteigen soll. Die Aktien von Lockheed Martin gewinnen 7,1 Prozent, und Northrop Grumman legen um 8,3 Prozent zu.
Applied Digital klettern um 6,3 Prozent. Der bereinigte Gewinne des Anbieters von KI-Infrastruktur übertraf im zweiten Geschäftsquartal die Erwartungen, der Umsatz hat sich etwa verdreifacht. Constellation Brands steigen um 1,9 Prozent. Der Getränke-Hersteller meldete niedrigere Quartalsumsätze und -gewinne, da die Kunden, vor allem hispanische Verbraucher, weiterhin weniger Bier kaufen. Die Ergebnisse übertrafen jedoch die Markterwartungen.
Abbvie hat Berichte über Verhandlungen zur Übernahme des Krebsmedikamenten-Spezialisten Revolution Medicines zurückgewiesen. Die Nachricht ließ die Aktienkurse beider Unternehmen im vorbörslichen Handel zwischenzeitlich sinken. Während sich Abbvie aktuell unverändert zeigen, fallen Revolution Medicines um 8,3 Prozent.
US-Dollar legt weiter zu - Gold fällt erneut
Der US-Dollar baut seine jüngsten Gewinne noch leicht aus. Der Dollar-Index steigt um 0,1 Prozent. Der aktuelle Anstieg des Greenback dürfte begrenzt und vorübergehend bleiben, es sei denn, der US-Arbeitsmarktbericht für den Dezember fällt stärker als erwartet aus, meint Rania Gule, Analystin beim Broker XS.com. Der Dollar stehe "auf wackligem Boden", und jegliche Anzeichen einer weiteren Schwäche am Arbeitsmarkt könnten ihn nach unten drücken, schreibt sie in einem Kommentar. Das Verhalten zwischen den Sorgen über eine Verlangsamung der US-Wirtschaft und der Rolle des Dollar als sicherer Hafen könne "bei jeder Überraschung bei den Arbeitsmarktdaten schnell zerbrechen".
Für die Notierungen von Gold und Silber geht es weiter nach unten. Die Feinunze Gold verliert 0,5 Prozent auf 4.433 Dollar, der Silberpreis fällt um 4,5 Prozent. "Kursrücksetzer dürften auf erneutes Kaufinteresse stoßen, solange die breitere Allokation und die strukturelle Unterstützung für Edelmetalle intakt bleibt", sagen die Analysten von Sucden Financial. Der Markt warte nun auf den US-Arbeitsmarktbericht, um weitere Hinweise auf den nächsten geldpolitischen Schritt der Fed zu erhalten.
Die Ölpreise holen einen ihrer Vortagesverluste wieder auf. Die Notierungen für Brent und WTI klettern um bis zu 1,6 Prozent nach oben. Der Ölmarkt zeige sich von der jüngsten US-Intervention in Venezuela "unbekümmert und unbeeindruckt", merkt Norbert Rücker von Julius Bär an. "Venezuelas Ölexporte sind zu gering, als dass eine vollständige Unterbrechung im gegenwärtigen Umfeld eines reichlichen Angebots ins Gewicht fallen würde", so der Leiter des Bereichs Economics and Next Generation Research. Die Ölpreise bewegten sich weiterhin seitwärts, so Rücker, und die Risiken kurzfristiger Lieferunterbrechungen blieben begrenzt.
Auch die Renditen am US-Anleihemarkt holen die Vortagesverluste wieder auf. Die zehnjährige Rendite verbessert sich um 4,0 Basispunkte auf 4,18 Prozent.
=== DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:01 % YTD EUR/USD 1,1669 -0,1% 1,1677 1,1692 -0,6% EUR/JPY 183,03 +0,0% 183,00 183,17 -0,6% EUR/CHF 0,9310 +0,0% 0,9309 0,9312 +0,1% EUR/GBP 0,8686 +0,1% 0,8676 0,8671 -0,5% USD/JPY 156,84 +0,1% 156,69 156,67 -0,1% GBP/USD 1,3434 -0,2% 1,3459 1,3484 -0,1% USD/CNY 7,0152 -0,2% 7,0261 7,0230 +0,0% USD/CNH 6,9815 -0,2% 6,9921 6,9883 +0,2% AUS/USD 0,6699 -0,4% 0,6724 0,6728 +0,8% Bitcoin/USD 89.893,85 -1,3% 91.087,50 91.303,70 +2,7% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 56,85 55,99 +1,5% 0,86 -2,2% Brent/ICE 60,94 59,96 +1,6% 0,98 -1,2% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.433,19 4.456,28 -0,5% -23,09 +3,2% Silber 74,73 78,21 -4,5% -3,48 +9,7% Platin 1.898,55 1.969,62 -3,6% -71,07 +12,3% Kupfer 5,78 5,81 -0,5% -0,03 +40,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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January 08, 2026 08:55 ET (13:55 GMT)
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