MÄRKTE ASIEN/Ausverkauf bei Technologie - China hält dagegen
05.11.2026 / 08:49 Uhr
DOW JONES--Die asiatischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstag mit zwei Gesichtern gezeigt: Während ein Ausverkauf bei Halbleiteraktien in Südkorea und Japan die dortigen Leitindizes massiv drückte, präsentierten sich die übrigen Börsen der Region mit zum Teil üppigen Aufschlägen. Sie folgten den positiven US-Vorlagen nach dem überwältigen Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen. Die Wahlsiege der Demokraten in den USA schürten Erwartungen, dass der politische Druck die Bemühungen zur Beendigung des US-Iran-Krieges beschleunigen könnte, was potenziell Lieferunterbrechungen verringern und den Inflationsdruck senken würde. In der Folge gaben die Ölpreise deutlich nach und stützten die Märkte ebenfalls.
Für asiatische Volkswirtschaften wären niedrigere Ölpreise besonders vorteilhaft für Nettoenergieimporteure, darunter Indien, Japan, Südkorea und Thailand, merkte die Commerzbank an. "Dies wird sich durch niedrigere Importrechnungen, verringerten Inflationsdruck und verbesserte Leistungsbilanzpositionen äußern."
Derartige Überlegungen halfen dem südkoreanischen Kospi aktuell nicht, er brach begleitet von mehreren Volatilitätsunterbrechungen um 5,3 Prozent ein. Die ohnehin fragile Stimmung im Halbleitersektor bekam einen neuen Dämpfer durch mit Enttäuschung aufgenommene Quartalszahlen des US-Chipentwicklers Qualcomm, dessen Kurs in den USA nachbörslich um 7,5 Prozent absackte. JP Morgan warnte bei Qualcomm vor kurzfristigen Margenrisiken. Auch Arm Holdings überzeugte mit ihrem Zahlenausweis nicht, der Kurs ermäßigte sich nach der Schlussglocke in den USA um 1,8 Prozent. Die südkoreanischen Branchenschwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix stürzen um 7,6 und 9,5 Prozent ab.
Neben den schwachen Branchengeschäftszahlen in den USA verwiesen Händler auch auf die Unsicherheit der Anleger in Bezug auf KI-Investitionen, weil die Demokraten in den USA eine stärkere Regulierung der Technologiebranche durchsetzen wollen. "Obwohl weiterhin unklar ist, wie sich dies kurzfristig auf KI-bezogene Investitionen auswirken wird, sind Investoren offensichtlich nervös, dass die Prognosen für die Gewinne im Technologiesektor in einem solchen Umfeld zu optimistisch sein könnten", sagte Analyst William Bratton von BNP Paribas. In Südkorea zählten aber auch Wehrtechniktitel zu den Schlusslichtern - belastet von den Friedensbemühungen in der Ukraine und im Nahen Osten.
Der Ausverkauf von Aktien mit KI-Fantasie in Südkorea schwappte auch nach Japan über, wo der Nikkei-225 deutlich ins Minus drehte und 1,8 Prozent auf 61.078 Punkte verlor. Der breiter gefasste Topix verbuchte indes Aufschläge. Die lokalen Chip- und KI-Aktien setzten ihre Verluste damit fort, nachdem es bereits in der vorherigen Sitzung zu einem starken Ausverkauf gekommen war. Advantest brachen um 14,7 Prozent ein, Tokyo Electron sacken um 9,4 Prozent ab und Softbank Group um 6,8 Prozent. Toyota Motor schossen nach Zahlenausweis und einer angehobenen Jahresprognose um 16,7 Prozent in die Höhe.
Der Taiex in Taiwan schloss auf dem niedrigsten Stand seit über drei Monaten - auch hier belastete der Chipsektor. Der Taiex verlor 3,2 Prozent. TSMC fielen um 0,9 Prozent, Foxconn um 2,1 Prozent. MediaTek sackten um 6,9 und UniMicron Technology um 9,9 Prozent ab.
In der Volksrepublik war von diesem Trend nichts zu spüren. Hier steigen die chinesischen Chiptitel tendenziell sogar, weil neue Unterstützungsmaßnahmen Pekings die Anlegernachfrage nach heimischen Chip-Herstellern ankurbelte. Der Shanghai-Composite schloss 0,1 Prozent höher, der HSI in Hongkong stieg im späten Geschäft um 3,7 Prozent - angeführt von chinesischen Chipwerten. Meituan zogen um 7 Prozent an.
Der australische S&P/ASX-200 erhöhte sich um 2,6 Prozent nach einem deutlich im September gestiegenen Handelsbilanzüberschuss. NAB verzeichnete einen unerwartet starken Rückgang des jährlichen Cash-Gewinns um 13 Prozent - der Kurs stürzte um 5,4 Prozent ab. Qantas Airways stiegen um 6,2 Prozent - gestützt von gesunkenen Ölpreisen. Macquarie hatte zwar Gewinnprognose für die Fluggesellschaft gesenkt, betrachtete die Aktie jedoch wohlwollend. "Der iranische Konflikt bleibt ein Belastungsfaktor, aber wir erwarten, dass er mit niedrigeren Ölpreisen endet", urteilte Macquarie.
=== INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 9.065,10 +2,6 +4,0 06:00 Nikkei-225 61.077,90 -1,8 - 07:30 Topix 500 (Tokio) 3.081,24 +1,2 +15,8 07:30 Kospi (Seoul) 5.383,80 -5,3 +27,8 07:30 Hang-Seng (Hongkong) 24.779,31 +3,6 -3,3 09:00 Shanghai-Composite 3.689,91 +0,1 -7,1 08:00 Straits-Times (Singapur) 5.285,44 +0,3 +13,7 10:00 IDX Comp. (Indonesien) 5.032,74 +2,3 -41,8 10:00 KLCI (Malaysia) 1.637,08 +1,3 -2,6 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mi, 08:16 % YTD EUR/USD 1,1242 +0,1 1,1227 1,1225 -4,3 EUR/JPY 177,76 -0,1 177,86 177,52 -3,4 EUR/GBP 0,8344 +0,1 0,8332 0,8340 -4,3 USD/JPY 158,10 -0,2 158,42 158,11 +0,9 USD/KRW 1.340,60 -0,0 1.340,89 1.342,10 -6,9 USD/CNY 6,6703 -0,0 6,6731 6,6757 -4,6 USD/CNH 6,6694 -0,1 6,6747 6,6737 -4,4 USD/HKD 7,8446 -0,0 7,8453 7,8456 +0,8 AUD/USD 0,7015 +0,2 0,7004 0,6989 +5,1 NZD/USD 0,5639 +0,3 0,5620 0,5608 -2,0 BTC/USD 80.379,60 +0,3 80.178,97 78.001,76 -8,3 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 87,89 -0,3 -0,23 88,12 Brent/ICE 95,05 +0,5 0,43 94,62 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.119,80 +1,5 60,06 4.059,74 Silber 52,54 +0,6 0,33 52,21 Platin 1.513,85 +1,1 17,01 1.496,84 (Angaben ohne Gewähr) ===
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November 05, 2026 02:48 ET (07:48 GMT)
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