MÄRKTE EUROPA/Kleinere Abgaben nach Vortagesrally

30.10.2026 / 09:58 Uhr

DOW JONES--Nach den kräftigen Aufschlägen vom Vortag starten die europäischen Börsen mit moderaten Verlusten in den Freitagshandel. Neben einer normalen Konsolidierung drücken auch negative Vorgaben, vor allem aus dem Technologiebereich. Die Intel-Aktie ist nach einem schwachen Ausblick nachbörslich um 23 Prozent eingebrochen, für das Amazon-Papier ging es nach Börsenschluss um 7 Prozent nach unten. Die Geschäftszahlen der Technologiegiganten lösen neue Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms aus. Der KI-arme DAX befindet sich da relativ betrachtet im Vorteil. Gleichwohl sinken im DAX Papiere mit KI-Fantasie am deutlichsten: Siemens Energy verlieren 5,2 Prozent, Infineon 3,8 Prozent - im Eurostoxx-50 zählen ASML mit einem Abschlag von 4,7 Prozent zu den Schlusslichtern.

Der DAX büßt 0,1 Prozent auf 26.021 Punkte ein, der Euro-Stoxx-50 sinkt um 0,5 Prozent auf 6.175 Zähler. Die Rendite 10-jähriger US-Benchmarkanleihe fällt um 6 Basispunkte auf 4,93 Prozent. Prinzipiell positiv für die Börsen ist der Renditerückgang hier auch Ausdruck von einer Flucht in die "sicheren" Anleihehäfen.

Neben der laufenden Berichtsperiode stehen Wachstumszahlen aus Deutschland und der Eurozone im Blick. Mit Blick auf Deutschland erwarten Analysten ein kalenderbereinigtes BIP-Wachstum im dritten Quartal von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der gleiche Wert, der auch für die Eurozone erwartet wird. In Frankreich schrumpfte die Wirtschaft indes leicht.

Bayer ziehen um 4,3 Prozent an. Die Bayer-Tochter Monsanto hat im Milliardenrechtsstreit um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat das nach eigener Darstellung erste Verfahren seit der richtungsweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA gewonnen. Ein Geschworenengericht in Missouri habe im Fall Aretino zugunsten von Monsanto entschieden, teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit.

JP Morgan erwarten nach Ausweis solider Geschäftszahlen von AXA keine nennenswerten Kursbewegungen in der Aktie. Die Bruttoprämien seien im dritten Quartal 2026 rund 1 Prozent besser ausgefallen als vom Konsens erwartet, gestützt durch über Konsens liegende Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft sowie im Neugeschäft der Lebensversicherung. Die Nettomittelzuflüsse sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben - diese Entwicklung sei jedoch hauptsächlich auf das traditionelle Lebensversicherungs-Spargeschäft zurückzuführen, das AXA in den vergangenen Jahren gezielt reduziert habe. Der Kurs verliert 0,1 Prozent.

Credit Agricole verlieren nach Vorlage von Drittquartalszahlen 2,7 Prozent. Der Ausblick der französischen Bank lese sich wenig vielversprechend, monieren die Analysten von Keefe, Bruyette & Woods (KBW). Sanofi schießen dagen 6,1 Prozent nach oben, der Pharmakonzern hat nach Einschätzung von JP Morgan sehr starke Drittquartalszahlen vorgelegt. BP klettern um 1,6 Prozent, Raiffeisen spricht von starken Geschäftszahlen - hohe Raffineriemargen hätten den Gewinn kräftig steigen lassen.

Natwest büßen nach Vorlagen von Drittquartalszahlen 2,9 Prozent ein.

Volkswagen steigen nach Audi-Zahlen um 0,7 Prozent. Im Audi-Konzern hat sich der Margendruck in den ersten neun Monaten 2026 auf sämtliche Marken ausgeweitet - die VW-Tochter hat die Jahresprognose nach einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten gesenkt. Nach den bekannten Konzernzahlen belasten die Audi-Daten nun nicht mehr.

Puma legen um knapp 6 Prozent zu. Der Sportartikelhersteller hat im dritten Quartal bei einem Umsatzrückgang das zweite Quartal in Folge operativ und unter dem Strich Verluste ausgewiesen. Die Ergebnisse fielen umsatzseitig etwas besser, die Verluste jedoch ausgeprägter als die Markterwartungen aus. Die angepeilte Verlustspanne wurde etwas eingegrenzt. Das Unternehmen verspricht künftiges Wachstum, was positiv aufgenommen wird.

Ähnlich wie Puma ziehen auch Gerresheimer um 6 Prozent an. Der Anbieter von Injektionssystemen und Pharma-Spezialverpackungen hat den Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert und das operative Ergebnis knapp stabil gehalten. Stifel spricht von einer Stabilisierung, aber keiner Erholung.

Evonik wird das verbesserte BASF-Übernahmeangebot in Höhe von rund 11 Milliarden Euro wohl ablehnen. Der Vorstand teilte mit, er trete nicht in Verhandlungen mit BASF ein. Man bleibe auf strategische Ausrichtung als eigenständiges Unternehmen fokussiert. Der Kurs verliert 0,4 Prozent, BASF steigen um 0,5 Prozent.

SFC Energy verlieren 1 Prozent, obwohl der Brennstoffzellenhersteller seine Gewinnziele nach Zahlenausweis zu den ersten neun Monaten für das Gesamtjahr 2026 erneut angehoben hat. Das Umsatzziel blieb aber unverändert.

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Index                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.175,40   -0,5     -31,67        6.207,07            6,6 
Stoxx-50                5.409,43   -0,0      -1,49        5.410,92           10,0 
DAX                    26.021,25   -0,1     -18,43       26.039,68            6,3 
MDAX                   30.688,29   -0,4    -110,36       27.039,42            0,2 
TecDAX                  4.136,31   -0,3     -13,30        3.091,28           14,2 
SDAX                   18.294,87   -0,7    -123,63       13.062,07            6,5 
FTSE                   10.775,89   +0,5      53,82       10.722,07            8,5 
CAC                     7.991,21   +0,3      21,21        7.970,00           -2,0 
SMI                    14.809,99   +0,4      53,13       14.756,86           11,6 
ATX                     6.449,06   -0,4     -26,40        6.475,46           21,1 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 17:25 Uhr 
EUR/USD                   1,1196   +0,2     0,0018          1,1178         1,1164 
EUR/JPY                   176,03   -0,2    -0,2600          176,29       176,1800 
EUR/CHF                    0,919   -0,3    -0,0024          0,9214         0,9223 
EUR/GBP                   0,8345   -0,1    -0,0009          0,8354         0,8348 
USD/JPY                   157,21   -0,3    -0,4800          157,69       157,8200 
GBP/USD                   1,3413   +0,3     0,0038          1,3375         1,3370 
USD/CNY                   6,6546   -0,1    -0,0064          6,6610         6,6610 
USD/CNH                   6,6503   -0,1    -0,0055          6,6558         6,6574 
AUS/USD                   0,7029   +0,0     0,0002          0,7027         0,7036 
Bitcoin/USD            77.822,08   -1,3  -1.018,60       78.840,68      81.395,18 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                 103,53   +1,5       1,53             102 
Brent/ICE                 117,19   +2,0       2,31          114,88 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    3.995,67   -0,6     -24,75        4.020,42 
Silber                     50,89   -2,8      -1,49           52,39 
Platin                  1.444,05   -2,9     -43,70        1.487,75 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 30, 2026 04:57 ET (08:57 GMT)

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