Puma grenzt Zielspanne bei EBIT-Verlust 2026 ein
30.10.2026 / 08:34 Uhr
Von Ulrike Dauer
DOW JONES--Puma hat im dritten Quartal bei einem Umsatzrückgang das zweite Quartal in Folge operativ und unter dem Strich Verluste ausgewiesen. Die Ergebnisse waren beim Umsatz etwas besser, die Verluste jedoch ausgeprägter als die Markterwartungen.
Das Umsatzziel für das Gesamtjahr bestätigte der im MDAX notierte Sportartikelhersteller, die Zielspanne für den erwarteten EBIT-Verlust engte er ein. Die Investitionen will Puma nun um 50 Millionen Euro herunterfahren.
Beim Ergebnis rechnet Puma nun mit einem EBIT-Verlust zwischen 130 und 80 Millionen Euro anstatt zwischen 150 und 50 Millionen. Die Konsensschätzung für den EBIT-Verlust im Gesamtjahr liegt bei Vara Research derzeit bei 100 Millionen Euro. Beim Umsatz peilt Puma weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an, vor allem wegen niedrigerer Umsätze in Nordamerika und EMEA.
Die Investitionen sollen 2026 nun bei 150 Millionen Euro gekappt werden, zuvor plante Puma rund 200 Millionen ein. Zum einen sollen die Mittel gezielter verteilt werden, zum anderen werden bestimmte IT-Investitionen nun als operative Aufwendungen (OPEX) statt als Investitionen (CAPEX) erfasst, so Puma.
"Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal entsprach unseren Erwartungen", sagte CEO Arthur Höld. "Wir haben Puma weiter durch unser Übergangsjahr gesteuert und gleichzeitig die Grundlage für künftiges Wachstum gelegt."
Im Zeitraum Juli bis September sank der Umsatz währungsbereinigt um 6,3 Prozent auf rund 1,78 Milliarden Euro von 1,87 Milliarden im Vorjahr, geschätzt worden waren 1,76 Milliarden im Vara-Research-Konsens. Vor allem Umsatzrückgänge in den Regionen EMEA und Amerika schlugen hier zu Buche.
Der EBIT-Verlust belief sich im Quartal auf 11,4 Millionen Euro verglichen mit einem kleinen EBIT-Gewinn von 16 Millionen Euro im Vorjahr. Die Schätzung lag bei minus 10 Millionen Euro. Enthalten sind laut Mitteilung zum einen eine Zollrückerstattung von 29,8 Millionen Euro sowie Einmalkosten von 11,7 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Kosteneffizienzprogramm. Bereinigt um diese Faktoren ergab sich ein kleiner EBIT-Gewinn von 400.000 Euro. Die EBIT-Marge betrug minus 0,6 Prozent nach plus 0,9, geschätzt worden waren minus 0,6.
Nach Steuern und Dritten ergab sich ein Verlust von 54,9 Millionen Euro verglichen mit minus 62 Millionen Euro im Vorjahr und geschätzten minus 49 Millionen. Je Aktie betrug der Verlust 0,37 Euro nach minus 0,42 Euro im Vorjahr, die Schätzung lautete auf minus 0,33 Euro.
2026 soll für Puma ein "Reset-Jahr" werden, nach einem Übergangsjahr 2025. Der Konzern will ab 2027 wieder profitables Wachstum liefern. 2025 war durch den bewussten Rückzug aus niedrigpreisigen Vertriebskanälen, hohe Einmalzahlungen für Personalabbau sowie Belastungen durch Zölle und ungünstige Wechselkurse geprägt. Auch für 2026 stellt sich der Konzern auf ein weiteres Übergangsjahr mit Verlust ein, aber der operative Verlust soll sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringern.
Seit Anfang Oktober hat Puma mit dem chinesischen Anta Sports einen neuen Großaktionär, der auch nun zwei Vertreter im Puma-Aufsichtsrat hat. Anta Sports hat die Anteile des französischen Aktionärs Artemis erworben und hält nun 29,9 Prozent an Puma.
Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_
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