INTERVIEW/Delivery Hero setzt auf Marketing-Effizienz zur Gewinnsteigerung

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28.10.2026 / 11:13 Uhr

Von Ulrike Dauer

DOW JONES--Delivery Hero setzt CFO Marie-Anne Popp zufolge auf ein Bündel von drei bis vier Kernmaßnahmen, um das Marketingbudget bei steigendem Geschäftsvolumen stabil zu halten, aber effizienter zu nutzen und auch dadurch die Profitabilität im Konzern zu steigern. Der Berliner Lieferkonzern hat seit Anfang 2025 das Vertriebs- und Marketingbudget pro Quartal stabil bei etwa 300 Millionen Euro gehalten, obwohl der Umsatz im Gesamtzeitraum um 1 Milliarde Euro auf 4,4 Milliarden Euro stieg. Entsprechend sank der Anteil der Marketingaufwendungen am Umsatz auf 6,9 Prozent im dritten Quartal 2026 von 8,8 Prozent im ersten Quartal 2025.

Popp zufolge zeigt sich, dass personalisiertes Marketing unterstützt durch KI sowie die stärkere Kundenbindung über Abonnements und die Everyday-App des Konzerns das Cross-Selling und Bestellfrequenz über die verschiedenen Geschäftssegmente hinaus erhöhe.

"Wir haben zum Beispiel sehr viel jetzt in personalisiertes Marketing investiert, dass wir wirklich Kunden gezielt ansprechen, natürlich auch mit Hilfe von AI-Tools, dass wir im Prinzip wissen, welche Kunden sollte man mit welchem Angebot ansprechen", sagte Popp im Interview mit Dow Jones Newswires. Dabei gehe es zum Beispiel um die Frage, wie ein Kunde dahin komme, dass er oder sie nicht nur beim Restaurant bestelle, sondern auch mal Schnelllieferungen (Quick Commerce) ausprobiere. Oder umgekehrt jemand, der Quick Commerce regelmäßig in Anspruch nimmt, für andere Bereiche wie Health and Beauty interessiert werde mit einem dementsprechenden Angebot. "Das funktioniert sehr, sehr gut, und das ist natürlich etwas, was wir eben mit der Hilfe von AI auch weiter ausbauen", sagte Popp. Es würden, auch durch die Everyday-App, im Prinzip verschiedene Gelegenheiten geschaffen, wo die Kunden dann zu verschiedenen Zeiten und zu verschiedenen Anlässen bestellen können.

Auch habe Delivery Hero die Leistungsmessung der Marketingmaßnahmen präzisiert. Der Konzern verwende verfeinerte Messmethoden, um den genauen Ertrag (Return) von Marketingmaßnahmen zu ermitteln und Werbeformate fortlaufend nachzujustieren.

Darüber hinaus nutze der Konzern das Hebeln von Markenpartnerschaften. Im Supermarkt- und Quick-Commerce-Segment arbeite Delivery Hero mit großen Herstellern von sogenannten schnelldrehenden Konsumgütern (fast-moving consumer goods, FMCG) zusammen, die eigene Angebote auf der Plattform schalten und finanzieren. Dadurch könne der Konzern dort die Marketingbudgets externer Partner nutzen, ohne eigene Mittel einzusetzen, so Popp. Das sei dann "eben kein Marketing-Investment unsererseits, sondern das Marketing-Investment von Firmen, die auf unserer Plattform sind".

Delivery Hero hat am Morgen nach deutlichem Wachstum im dritten Quartal alle Finanzziele für das Gesamtjahr erneut angehoben - das zweite Quartal in Folge. Die Zahl der Bestellungen im dritten Quartal übertraf erstmals 1 Milliarde. Der Berliner Lieferkonzern, der sich derzeit vom US-Fahrdienstleistungskonzern Uber Technologies übernehmen lassen will, rechnet im Gesamtjahr nun unter anderem mit einem bereinigten operativen Gewinn EBITDA von 980 Millionen bis 1,02 Milliarden Euro anstatt 960 Millionen Euro bis 1 Milliarde Euro.

Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_

DJG/uxd/mgo

(END) Dow Jones Newswires

October 28, 2026 06:13 ET (10:13 GMT)

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