MÄRKTE EUROPA/Ölpreise und schwache Geschäftszahlen drücken

23.10.2026 / 18:24 Uhr

DOW JONES--Erneut mit Verlusten haben sich am Freitag die europäischen Börsen gezeigt. Die Märkte standen von mehreren Seiten unter Druck: Öl der Sorte Brent stieg ungebremst auf 117 Dollar das Fass. Eine leichte Entspannung bei den Anleiherenditen wurde eher negativ als Zeichen für die "Flucht in Sichere Häfen" aus dem Aktienmarkt gewertet. Der DAX verlor 1,1 Prozent auf 25.187 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,6 Prozent auf 6.053 Zähler. Der Abschlag des Europa-Index fiel dank seiner Ölwerte geringer aus.

Am Anleihemarkt standen Sorgen um Frankreich im Fokus: Mit 172 Basispunkten stieg die Zinsdifferenz zwischen französischen und deutschen 10-jährigen Staatsanleihen auf Niveaus aus Zeiten der Schuldenkrise. Sorgen machten sich Marktbeobachter über eine mögliche Abstufung des Länder-Ratings, das die Agentur Moody's am Abend nach Börsenschluss bekannt geben könnte. Auch der Einbruch des französischen Einkaufsmanager-Index für den wichtigen Service-Bereich belastete.

Der Subindex der Öl- und Energietitel war mit 3 Prozent Plus mit weitem Abstand Tagesgewinner unter den Branchen. BP, Shell und Repsol kletterten um 4 Prozent, Eni gar um 5,8 Prozent. Technologiewerte schlossen 1 Prozent im Minus. Wiedererwachte Sorgen wegen der hohen KI-Investitionspläne belasteten, die Facebook-Mutter Meta Platforms hatte einen negativen Cashflow in den Quartalszahlen offenbart. Dazu hatte SK Hynix die Pläne für den Börsengang ihrer Speicherchipsparte in den USA auf Eis gelegt. Im DAX belastete dies Infineon mit 2,4 Prozent und Siemens Energy mit 2,9 Prozent Abschlag.

Hauptverlierer waren die Rüstungs- und Raumfahrtaktien - belastet vom Kurseinbruch von Safran in Paris von 10 Prozent. Die Geschäftszahlen lagen zwar im Rahmen der Erwartungen, der Bereich Antriebssysteme hatte jedoch die Prognose verfehlt. Dies drückte massiv auf die übrigen Herstellertitel von Flugzeugtriebwerken: MTU im DAX fielen 4,8 Prozent, Rolls-Royce in London sogar um 7,6 Prozent.

Auch Telekommunikationswerte standen europaweit unter Druck. Hauptverlierer waren Deutsche Telekom mit 3,2 Prozent Minus wegen Konkurrenzsorgen um ihre US-Tochter. In den USA konkretisierten sich die Pläne von SpaceX, in den Mobilfunksektor einzusteigen. Aber auch andere europäische Branchenvertreter verbuchten Abgaben.

Vor allem im Luxussektor belastete weiter das schwache China-Geschäft. Daher verfehlten nun auch bei Kering die Drittquartalszahlen die Erwartungen, nachdem andere Branchenunternehmen bereits enttäuscht hatten. Grund war laut Bernstein die schwache Entwicklung der Kernmarke Gucci. Hier fielen die Umsätze um 6 Prozent. Kering brachen um 16,6 Prozent ein. Nach den schwachen Geschäftszahlen von Hermes (-4%) am Vortag und davor LVMH (-1,2%) rutschte der ganze Sektor ab. Richemont gaben 6,4 Prozent nach, Burberry und Moncler 4,3 und 3,2 Prozent.

Atoss Software fielen um 9 Prozent, die Erwartung an das Umsatzwachstum wurde verfehlt. Für einen Crash von 24,2 Prozent sorgten die Ergebnisse bei Volvo Car für das dritte Quartal. Sie waren laut Bernstein sehr schwach ausgefallen. Dies hätte aber kaum überraschen sollen, da das Unternehmen die Jahresprognose bereits am Monatsbeginn zurückgezogen habe. Die Titel des Autozulieferers Valeo stürzten um 11,5 Prozent ab. Der Umsatz lag nur leicht unter der Erwartung. Der Markt reagiere aufgrund der politischen Lage bei Aktien aus Frankreich aber über, hieß es im Handel.

Allerdings gab es auch positive Schlagzeilen: Munich Re erholten sich nach guten Geschäftszahlen und schlossen unverändert. Der Rückversicherer hatte im dritten Quartal die Marktprognose zum Gewinn geschlagen und den Jahresausblick erhöht. Bei L'Oreal ging es um 5,6 Prozent höher. Das deutlich stärkere Umsatzswachstum beflügelte. Holcim legte ebenfalls überzeugende Geschäftszahlen vor, die Aktien stiegen um 5 Prozent.

Die Papiere von Sodexo stiegen mit 6,3 Prozent an die Spitze der Kursgewinner im Stoxx-600-Index. Das Kantinenunternehmen hatte bessere Jahreszahlen vorgelegt. Anleger schätzen vor allem die Unabhängigkeit Sodexos von den aktuellen Belastungsthemen wie Inflation, Öl und Konjunktur. Bei Evonik ging es um 2,7 Prozent auf 21,26 Euro nach oben. Ein Bloomberg-Bericht, wonach BASF erwäge, die Übernahmeofferte auf 24 Euro zu erhöhen, stützte. Bislang stand das Gebot bei 22,15 Euro.

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Index               Schluss*  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50          6.068              -0,3                   +5,1 
Stoxx-50               5.320              -0,5                   +8,8 
Stoxx-600                636              -0,3                   +7,7 
DAX                   25.182              -0,7                   +3,6 
FTSE-100 London       10.725              -0,3                   +8,0 
CAC-40 Paris           7.811              -0,4                   -4,2 
AEX Amsterdam          1.130              +0,2                  +18,8 
ATHEX-20 Athen         6.617              -2,4                  +23,7 
BEL-20 Brüssel         5.736              +0,8                  +13,0 
BUX Budapest         143.326              -0,9                  +29,1 
OMXH-25 Helsinki       6.201              -0,4                   +8,7 
OMXC-20 Kopenhagen     1.578              -0,9                   -1,9 
PSI 20 Lissabon        9.238              +0,1                  +11,8 
IBEX-35 Madrid        18.914              +0,4                   +9,3 
FTSE-MIB Mailand      48.384              +0,4                   +7,7 
OBX Oslo               2.001              +0,9                  +25,2 
PX Prag                2.624              -1,5                   -2,3 
OMXS-30 Stockholm      3.163              +0,4                   +9,7 
WIG-20 Warschau      157.363              -0,5                  +34,9 
ATX Wien               6.264              +0,1                  +17,6 
SMI Zürich            14.548              -0,6                   +9,7 
* gerundet 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 17:42 
EUR/USD                   1,1197   -0,2   -0,0017          1,1214     1,1205 
EUR/JPY                   175,78   -0,0   -0,0300          175,81   176,0800 
EUR/CHF                   0,9236   +0,4    0,0036          0,9200     0,9221 
EUR/GBP                   0,8374   +0,1    0,0004           0,837     0,8378 
USD/JPY                   156,97   +0,1    0,2100          156,76   157,1300 
GBP/USD                   1,3368   -0,2   -0,0031          1,3399     1,3370 
USD/CNY                   6,6702   -0,1   -0,0043          6,6745     6,6746 
USD/CNH                   6,6702   -0,0   -0,0024          6,6726     6,6740 
AUS/USD                   0,7033   +0,2    0,0014          0,7019     0,7015 
Bitcoin/USD            81.571,97   +0,5    379,55       81.192,42  81.531,50 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                 103,05   +3,6      3,58           99,47 
Brent/ICE                 116,72   +3,1      3,55          113,17 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.002,95   -0,5    -21,03        4.023,98 
Silber                     54,14   -0,7     -0,38           54,53 
Platin                  1.564,30   -0,4     -5,95        1.570,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

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