MÄRKTE EUROPA/Schwach - KI-Aktien wieder unter Druck

20.10.2026 / 10:19 Uhr

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte sind am Dienstag mit deutlichen Abgaben gestartet und knüpfen somit an die Vortagesverluste an. Das geopolitische Umfeld bleibt schwierig. Es reicht von anhaltenden Angriffen der Huthis auf die saudische Infrastruktur, die jüngste Annäherung von Washington an Moskau, die Sorge vor neuen Militärschlägen rund um die Straße von Hormus bis hin zu den Krawallen in Frankreich, die Zweifel an der Handlungsfähigkeit der dortigen Regierung aufkommen lassen.

Der DAX verliert 1,0 Prozent auf 25.079 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt ebenfalls um 1,0 Prozent nach auf 6.084 Punkte. Brent zieht weiter an und notiert nun knapp unter der Marke von 111 Dollar das Fass. Die Rendite der 10-jährigen US-Benchmarkanleihe liegt mit 5,12 Prozent für die Börsen auf einem vergleichsweise entspannten Niveau. Für den Euro geht es leicht auf 1,1226 Dollar nach oben.

Laut CMC stehen die Börsen vor einer Bewährungsprobe. Solange die Unternehmensgewinne überzeugten und die Inflation nicht erneut außer Kontrolle gerate, bleibe das Marktgefüge einigermaßen stabil. "Sollte jedoch eine dieser beiden Stützen wegbrechen, könnte aus der aktuellen Nervosität schnell eine deutlich umfassendere Korrektur werden. Die größte Gefahr für die Aktienmärkte ist derzeit nicht ein einzelner Krisenherd, sondern das gleichzeitige Zusammentreffen mehrerer Belastungsfaktoren", heißt es.

Der Inflationsdruck in Deutschland hat im September auf der Produzentenstufe deutlicher als erwartet zugenommen. Die Erzeugerpreise stiegen gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent und lagen um 6,7 über dem Vorjahr. Die Erwartungen lagen bei 1,8 und 6,3 Prozent. Im Handel heißt es, wenngleich nicht unmittelbar marktrelevant, so unterstreiche die Lesung doch die nach oben gerichteten Inflationsrisiken. Die Erzeugerpreise haben häufig Vorlaufcharakter für die wichtigeren Verbraucherpreise.

Am Vormittag folgt noch die Veröffentlichung des ZEW-Index für Oktober. Nachbörslich legt die Deutsche Börse (-0,1%) Zahlen für das dritte Quartal vor. Diese dürften solide ausgefallen sein, eine Erhöhung der Guidance für das laufende Jahr wäre keine Überraschung.

Angesichts schwacher Sektorvorgaben aus Asien geht es für KI-nahe Werte wieder nach unten, vor allem die Chipaktien sind betroffen. "Die Sorgen um die hohen Bewertungen und die Finanzierung des KI-Booms nehmen weiter zu", so CMC. Infineon verlieren 3,2 Prozent, Siemens Energy 2,5 Prozent, Suss 4,1 Prozent, Aixtron 4,4 Prozent, ASML 3,0 Prozent oder STMicroelectronics 3,5 Prozent. Der europäische Technologie-Sektor büßt 1,8 Prozent ein.

Trotz eines sehr starken Auftragseingangs verlieren ABB mit fast 6 Prozent deutlich. Der Gewinn je Aktie hat die Erwartungen deutlich verfehlt. Auch dürfte das Papier als "KI-Aktie" verkauft werden. Schneider Electric geben ebenfalls klar um 3,1 Prozent nach, Siemens verlieren 3,4 Prozent und führen die Verliererliste im DAX an.

Als leicht positiv für das Sentiment stuft ein Händler die angeblichen Sparpläne von Eon ein. Der Versorger soll laut Manager Magazin mit Verweis auf Kreise an einem "umfassenden Spar- und Steuerungsprogramm" arbeiten. Das unter dem Namen Polaris firmierende Vorhaben solle zu Kosteneinsparungen von 20 bis 25 Prozent führen, etwa durch den Abbau von Doppelfunktionen insbesondere im Management. Eon gewinnen 1,0 Prozent.

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Index                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.084,07   -1,0     -60,74        6.144,81        5,1 
Stoxx-50                5.321,82   -0,7     -38,92        5.360,74        8,2 
DAX                    25.078,77   -1,0    -241,00       25.319,77        2,4 
MDAX                   30.152,18   -1,2    -361,08       27.039,42       -1,5 
TecDAX                  3.974,84   -0,9     -36,06        3.091,28        9,7 
SDAX                   17.986,96   -1,2    -223,26       13.062,07        4,7 
FTSE                   10.708,39   -0,5     -56,30       10.764,69        7,8 
CAC                     7.825,84   -0,5     -42,21        7.868,05       -4,0 
SMI                    14.338,35   -0,2     -30,43       14.368,78        8,1 
ATX                     6.422,45   -1,3     -84,09        6.506,54       20,6 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 18:04 
EUR/USD                   1,1226   +0,1     0,0016          1,1210     1,1204 
EUR/JPY                   177,52   -0,1    -0,1900          177,71   177,6100 
EUR/CHF                   0,9259   -0,1    -0,0009          0,9268     0,9264 
EUR/GBP                   0,8409   -0,2    -0,0017          0,8426     0,8423 
USD/JPY                   158,12   -0,2    -0,3600          158,48   158,5100 
GBP/USD                   1,3344   +0,3     0,0042          1,3302     1,3300 
USD/CNY                   6,6787   -0,0    -0,0019          6,6806     6,6806 
USD/CNH                   6,6772   -0,1    -0,0047          6,6819     6,6832 
AUS/USD                   0,6994   +0,2     0,0016          0,6978     0,6975 
Bitcoin/USD            81.314,63   -0,8    -621,39       81.936,02  81.699,41 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                 104,89   +1,2       1,23          103,66 
Brent/ICE                 110,74   +1,1       1,19          109,55 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.120,73   -0,5     -18,94        4.139,67 
Silber                     57,22   +0,2       0,14           57,09 
Platin                  1.641,94   +0,1       1,69        1.640,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 20, 2026 04:18 ET (08:18 GMT)

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