KONJUNKTUR IM BLICK/PMIs und ZEW - erstaunlich zäh
16.10.2026 / 14:07 Uhr
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die deutsche Konjunktur hält sich - auch dank staatlicher Investitionsprogramme und trotz schwieriger außenwirtschaftlicher Rahmenbedingungen - gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex und die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) deuten auf einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP), und die von Zentrum für europäische Konjunkturerwartungen (ZEW) erhobenen Konjunkturerwartungen sind zuletzt fünf Mal in Folge gestiegen. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaft um 0,2 Prozent gewachsen und im ersten sogar um 0,6 Prozent. Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt (Destatis) am 30. Oktober. Die kommende Woche liefert Updates zu den PMIs und den ZEW-Konjunkturerwartungen, wobei die Woche mit dem chinesischen BIP für das dritte Quartal beginnt.
Chinas BIP-Wachstum im 3. Quartal bei 4,4 Prozent
Chinas Wirtschaftswachstum dürfte sich im dritten Quartal etwas verstärkt haben. Analysten rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Jahresrate von 4,4 Prozent gestiegen ist, nachdem es im zweiten Jahresviertel um 4,3 Prozent zugelegt hatte und im ersten um 5,0 Prozent. Laut den Factset-Prognosen war die Erholung breit abgestützt: Sowohl Industrieproduktion als auch Einzelhandelsumsätze sind im dritten Quartal stärker als zuvor gestiegen. Auch der Außenhandel dürfte einen Wachstumsimpuls gesetzt haben. Ein Anstieg im BIP-prognostizierten Ausmaß würde das Wachstum in der von der Staatsführung für das Gesamtjahr angestrebten Spanne von 4,5 bis 5,0 Prozent halten. Die Zahlen werden am Montag (4.00 Uhr) veröffentlicht.
ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken im Oktober leicht
Die vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung unter Investoren für Deutschland erhobenen Konjunkturerwartungen dürften sich im Oktober leicht eingetrübt haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte prognostizieren, dass der Erwartungsindex auf 30,0 (September: 34,7) Punkte gesunken ist. Das außenwirtschaftliche Umfeld der deutschen Wirtschaft hat sich seit der vorherigen ZEW-Umfrage nicht spürbar verändert: Die Sperrung der Straße von Hormus hält an und damit auch die Unsicherheit, die Lieferschwierigkeiten haben etwas zugenommen.
Die zuletzt veröffentlichten harten Konjunkturdaten für August waren zwar nicht so gut wie die im zweiten Quartal, doch nicht ganz so schwach wie die Juli-Daten. Zudem zeigten sich die Einkaufsmanagerindizes sehr robust. Das ZEW veröffentlicht die Daten am Dienstag (11.00 Uhr).
Euroraum-Einkaufsmanagerindizes sinken im Oktober leicht
Die im verarbeitenden und nicht-verarbeitenden Gewerbe des Euroraums erhobenen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) dürften im Oktober leicht gesunken sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der Industrie-PMI auf 52,7 (September: 52,9) Punkte zurückgegangen ist und der Dienstleistungs-PMI auf 52,8 (53,0) Punkte. Für die deutschen PMIs werden Stände von 53,5 (53,9) und 52,6 (52,9) prognostiziert. Veröffentlicht werden die Zahlen am Freitag (ab 9.30 Uhr).
Weitere Veröffentlichungen betreffen Haushaltsdefizite und Schuldenstände der Euroraum-Staaten (Mittwoch, 11:00 Uhr), das Euroraum-Verbrauchervertrauen (Donnerstag, 16.00 Uhr) sowie die japanischen Verbraucherpreise (Freitag, 1.30 Uhr).
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/mgo
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October 16, 2026 08:06 ET (12:06 GMT)
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