XETRA-SCHLUSS/DAX rettet nach Zinsanstieg kleines Tagesplus

14.10.2026 / 18:07 Uhr

(Wiederholung)

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Am deutschen Aktienmarkt ist es am Mittwoch moderat nach oben gegangen. Etwas höhere Gewinne vom Vormittag konnte der DAX nicht halten, rettete aber anders als am Vortag zumindest ein kleines Plus. Er stieg um 0,2 Prozent auf 25.299 Punkte und trotzte damit einem Anstieg der Zinsen. Sie zogen am Nachmittag kräftig an, nachdem in den USA die Inflationsrate im September etwas höher ausgefallen war als erwartet. Das schürte Spekulationen über eine US-Zinserhöhung, möglicherweise doch schon Ende Oktober, spätestens aber im Dezember. Allerdings kamen die Zinsen im späteren Verlauf dann auch wieder deutlicher zurück. Die Aussicht auf höhere Zinsen stützte den Dollar, der Euro knickte ein auf rund 1,1120 Dollar.

Dass der niederländische Chipmaschinenbauer ASML bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wegen der starken KI-Nachfrage die Prognose erhöhte, las sich zwar positiv für Halbleiteraktien. Die anziehenden Zinsen überlagerten den Effekt aber, zumal Technologieaktien als besonders zinsempfindlich gelten. Unter anderem verteuern höhere Zinsen die teils massiven Investitionen in KI. Infineon gingen 1,2 Prozent tiefer aus dem Tag, Aixtron stiegen dagegen um 2,8 Prozent. Siemens Energy sackten um 5,8 Prozent ab und waren der größte Verlierer im DAX. Das Unternehmen liefert unter anderem Technik für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren.

Lufthansa gaben um 2,1 Prozent nach. Die Fluglinie hat das Bieterrennen um die portugiesische Airline TAP gewonnen und kann nun bis zu 49,9 Prozent von TAP übernehmen. Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf bis zu 1,2 Milliarden Euro. Laut den Analysten von Bernstein ist der Einstieg strategisch zwar sinnvoll, aber auch teuer.

Kion verteuerten sich um 0,3 Prozent, hatten lange aber auch schon deutlicher zugelegt, obwohl der Lagertechnik und Flurförderspezialist die Jahresprognose gesenkt und Mittelfristziele verschoben hatte. Die Gewinnwarnung sei großenteils schon eingepreist gewesen, sagten Börsianer und betonten, die Aktie habe sich seit Jahresbeginn in etwa halbiert. Die Analysten von Citi bemerkten, der obere Rand der gesenkten Prognosespanne sei immer noch höher als befürchtet.

Für die Südzucker-Aktie ging es um 1,9 Prozent nach unten, nachdem die Bundesregierung nach einigem Hin und Her nun doch eine Zuckersteuer auf den Weg brachte, die ab Juli 2027 auf zuckergesüßte Getränke erhoben werden soll.

PNE brachen um knapp 20 Prozent ein. Der Windparkentwickler hatte die Gewinnprognose massiv gesenkt. Beim operativen Ergebnis werden nur noch 60 bis 75 statt 90 bis 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Wegen späterer Veräußerungszeitpunkte von Windparkprojekten würden ursprünglich geplante Ergebnisbeiträge erst im kommenden Jahr realisiert, so die Begründung. Im Sog gaben Nordex um 3,3 Prozent nach und Energiekontor um 3,5 Prozent.

Evotec verteuerten sich um 6,7 Prozent. Das Biotechnologieunternehmen schnitt in den ersten neun Monaten bei Umsatz und operativem Ergebnis besser als erwartet ab. Dazu bestätigte Evotec die Prognose für das Gesamtjahr.

Weiter gesucht waren Procredit, nachdem am Freitag der Indexbetreiber Stoxx mitgeteilt hatte, dass per 14. Oktober das Procredit-Papier den Platz von Nagarro im SDAX übernimmt. Grund ist, dass Nagarro das Streubesitzkriterium von mindestens 10 Prozent nicht mehr erfüllt vor dem Hintergrund der Übernahme durch die indische Persistent Systems. Nach Gewinnen bereits an den Vortagen legten Procredit noch einmal um 3,8 Prozent zu.

Ebenfalls im SDAX legte der Kurs von OHB nachrichtenlos um 10,6 Prozent zu, nachdem das Papier des Raumfahrt- und Technologiekonzerns an den Vortagen deutlicher an Wert eingebüßt hatte.

 
Index          zuletzt*  +/- %  +/- % YTD 
DAX              25.299   +0,2        3,4 
DAX-Future       25.435   -0,0        2,8 
XDAX             25.300   -0,0        2,9 
MDAX             30.050   +0,1       -1,7 
TecDAX            3.997   +0,2       10,3 
SDAX             18.177   +0,6        6,1 
zuletzt              +/- Ticks 
Bund-Future      121,11   +2,0 
*gerundet 
 

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October 14, 2026 12:06 ET (16:06 GMT)

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