MÄRKTE EUROPA/Börsen weiter auf dem Weg nach oben - Ölpreis steigt kräftig

12.10.2026 / 18:10 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die europäischen Börsen haben am Montag die Aufwärtsbewegung vom Freitag fortgesetzt. Für Kaufbereitschaft sorgte laut Marktteilnehmern, dass es am Anleihemarkt weitgehend ruhig blieb. Trotz wieder deutlich gestiegener Ölpreise und damit verbundenen Inflationsängsten stiegen die Marktzinsen kaum. Daneben sorgte der schwache Euro für Unterstützung, durch ihn verbilligen sich unter anderem die Exporte von Unternehmen aus der Eurozone, aber auch Käufe von Aktien durch Adressen aus dem Dollarraum. Einen positiven Impuls habe auch bewirkt, dass US-Präsident Trump eine begrenzte "Energie-Waffenruhe" im ukrainisch-russischen Krieg erklärt habe, also einen Verzicht von Angriffen auf Energieinfrastruktur, hieß es. Allerdings schien es an der Umsetzung zuletzt noch zu haken.

Der DAX gewann 0,8 Prozent auf 25.278 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,5 Prozent nach oben. Der Euro fiel auf 1,1158 Dollar zurück von gut 1,12 am Freitag.

Der Brent-Ölpreis stieg um rund 2 Prozent auf 107 Dollar. Er zeigte sich unbeeindruckt davon, dass nach einem Deal zwischen Trump und dem russischen Präsident Putin große Mengen russischen Diesels auf den Weltmarkt kommen - im Gegenzug für gelockerte US-Sanktionen. Gemessen am weltweiten Energieverbrauch gehe es dabei um keine große Menge, hieß es im Handel. Zudem sei der Schritt sehr umstritten und ändere nichts an den geopolitischen Unwägbarkeiten und immer neuen Gewaltaktionen im Nahen Osten.

Die Nachrichtenlage war dünn im Vorfeld der ab Dienstag anlaufenden Berichtssaison der Unternehmen, beginnend in den USA, mit den Banken. VW veröffentlichte Absatzzahlen für das dritte Quartal, die insgesamt schwach ausfielen - insbesondere in China. Nachdem in der Vorwoche bereits die Zahlen von Mercedes-Benz enttäuscht hatten, steckte der Markt die Zahlen gut weg. Der jüngste Deal der EU mit China über eine Begrenzung der chinesischen Exporte von Hybridmodellen stützte die Autoaktien in der Breite nicht mehr. Für VW ging es um 0,6 Prozent nach oben, während BMW und Mercedes-Benz leicht nachgaben. Renault legten um 1,3 Prozent zu, Stellantis fielen dagegen um 0,8 Prozent.

Rüstungsaktien wurden von einer Sektorstudie von Morgan Stanley gestützt. Die Analysten erwarten einen Anstieg der Aufträge, was zum Auslöser für eine saisonale Rally werden könnte. Deutschlands Verteidigungsausgaben träten in eine Phase spürbarer Beschleunigung. Daneben sorgte für Auftrieb, dass die Nato den neuen Militärplan vorstellte, der vorsieht, einen potenziellen russischen Angriff entlang der Ostflanke mit einer Mischung aus Feuerkraft, autonomen Systemen und Sensoren zu vereiteln. Rheinmetall gewannen 2,5 Prozent und waren damit größter DAX-Gewinner. Hensoldt legten um 5,8 oder TKMS um 3,5 Prozent zu. In Mailand legten Leonardo um 1,8 Prozent zu, in Paris Thales um 2,0 Prozent und in London BAe Systems um 1,2 Prozent.

Bankaktien zeigten eine Gegenbewegung und waren die Tagesgewinner bei den Branchen. Sie hatten zuletzt stärker unter Druck gestanden, belastet unter anderem von der jüngsten Schwäche der Anleihen, die sich auch zuhauf in den Portfolios der Banken finden. Der Stoxx-Subindex gewann 1,5 Prozent.

Schwach lagen Halbleiteraktien im Markt. Hier belasteten wieder einmal Bedenken über die Nachhaltigkeit und die Rentabilität der anhaltenden hohen KI-Investitionen - zumal es die Unternehmen bei der Finanzierung inzwischen mit einem deutlich höheren Zinsniveau zu tun haben. Im DAX verloren Infineon 2,8 Prozent, im TecDAX Aixtron 2,4 und Elmos 4,2 Prozent. In Amsterdam gaben BE Semiconductor um 2,2 Prozent nach und ASML um 1,6 Prozent.

Ahold Delhaize verloren 2,8 Prozent nach der Mitteilung, dass der Einzelhändler Opfer eines Cybersicherheitsvorfalls geworden ist, worauf als Vorsichtsmaßnahme einige Systeme vom Netz genommen wurden.

Index               Schluss*  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50          6.201              +0,5                   +6,6 
Stoxx-50               5.340              +0,7                   +7,9 
Stoxx-600                636              +0,7                   +6,7 
DAX                   25.278              +0,8                   +2,4 
FTSE-100 London       10.552              +1,0                   +6,3 
CAC-40 Paris           7.803              +0,4                   -4,3 
AEX Amsterdam          1.131              +0,4                  +18,9 
ATHEX-20 Athen         6.547              +1,4                  +22,4 
BEL-20 Brüssel         5.455              +0,7                   +7,4 
BUX Budapest         141.671              +0,9                  +27,6 
OMXH-25 Helsinki       6.379              +0,4                  +11,8 
OMXC-20 Kopenhagen     1.518              +0,6                   -5,6 
PSI 20 Lissabon        9.268              +0,5                  +12,2 
IBEX-35 Madrid        19.033              +1,3                  +10,0 
FTSE-MIB Mailand      49.746              +0,6                  +10,7 
OBX Oslo               1.978              +0,1                  +23,8 
PX Prag                2.577              +0,8                   -4,1 
OMXS-30 Stockholm      3.258              +0,4                  +13,0 
WIG-20 Warschau      158.835              +0,6                  +34,7 
ATX Wien               6.543              +1,0                  +22,9 
SMI Zürich            13.787              +0,7                   +3,9 
* gerundet 
 
 
 
DEVISEN         zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag        Fr, 17.31 
EUR/USD          1,1158   -0,4   -0,0043          1,1201           1,1193 
EUR/JPY          177,09   -0,1   -0,2200          177,31         177,2500 
EUR/CHF          0,9313   +0,2    0,0015          0,9298           0,9300 
EUR/GBP          0,8448   -0,2   -0,0014          0,8462           0,8460 
USD/JPY          158,69   +0,2    0,3800          158,31         158,3500 
GBP/USD          1,3204   -0,2   -0,0027          1,3231           1,3228 
USD/CNY          6,6925   +0,0    0,0005          6,6920           6,6920 
USD/CNH          6,6951   +0,0    0,0024          6,6927           6,6935 
AUS/USD          0,6958   -0,3   -0,0024          0,6982           0,6976 
Bitcoin/USD   82.793,92   -1,0   -820,63       83.614,55        82.949,37 
 
 
ROHOEL          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         93,83   +2,2      1,98           91,85 
Brent/ICE         106,6   +1,8      1,88          104,72 
 
 
Metalle         zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold           4.164,36   -0,7    -29,47        4.193,83 
Silber            60,26   -0,9     -0,55           60,81 
Platin         1.682,30   -0,3     -4,91        1.687,21 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/cbr

(END) Dow Jones Newswires

October 12, 2026 12:09 ET (16:09 GMT)

zur Übersicht mit allen Meldungen

ein Service von
DOW JONES

Copyright © 2026 Tradegate Exchange GmbH
Bitte beachten Sie das Regelwerk

DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG

Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)