PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

09.10.2026 / 07:35 Uhr

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

EURO-KRISE - Ifo-Chef Clemens Fuest rechnet mit einer Rückkehr der Euro-Krise. "Aber es wird eine andere Euro-Krise sein als beim letzten Mal". sagte Fuest dem Handelsblatt. "Dieses Mal steht Frankreich im Mittelpunkt. Wenn die Zinsen auf französische Staatsanleihen weiter steigen, wird die EZB intervenieren. Da die Inflation derzeit anders als in der letzten Euro-Krise hoch ist, sind die Spielräume der EZB geringer." Seiner Einschätzung nach wird man am Ende der Stützung der Staatsfinanzen den Vorzug gegenüber der Bekämpfung der Inflation geben. (Handelsblatt)

STAATSVERSCHULDUNG - Deutschlands Verschuldung zeigt immer bedrohlichere Folgen. Das belegen Kennziffern einer internen Unterlage des Bundesfinanzministeriums (BMF). Demnach wird sich die Kreditfinanzierungsquote - sie gibt an, welcher Anteil des Bundeshaushalts mit Schulden finanziert wird - bis 2030 nahezu verdoppeln. 2025 lag sie bei 13,6 Prozent, 2030 soll sie 26,3 Prozent erreichen. Noch dramatischer entwickelt sich die Zins-Steuerquote. Sie gibt an, welchen Anteil seiner Steuereinnahmen der Bund für Zinszahlungen aufbringen muss. Der Wert lag im vergangenen Jahr noch bei 7,7 Prozent, bis 2030 wird er der BMF-Aufstellung zufolge auf 18,4 Prozent steigen. Auslöser für die Entwicklung ist die rasante Schuldenaufnahme des Bundes in den kommenden Jahren. (Spiegel)

RENTENREFORM - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht nicht mehr davon aus, dass die geplante Rentenreform wie vorgesehen bis zum Jahresende vom Bundestag beschlossen und damit zum 1. Januar 2027 in Kraft treten kann. Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf Regierungschef- und Kanzleramtskreise schreibt, strebt Merz bis zum Jahresende lediglich die Verabschiedung im Bundeskabinett an. Der ursprünglich für Dezember im Bundestag geplante Beschluss wird sich demnach um Monate verschieben. Merz rechne nun damit, dass die Rentenreform vom Bundestag deutlich später verabschiedet wird. Ziel sei, dass das Rentenpaket im Frühjahr stehe, hieß es. Merz hatte vor der Sommerpause erklärt, die Rentenreform solle bis zum Jahresende vom Bundestag verabschiedet werden. (Bild)

IMMOBILIENKRISE - Banken und Investoren schlittern auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt laut einer dem Handelsblatt vorab vorliegenden Auswertung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY-Parthenon auf massive Probleme zu. "Die anstehende Refinanzierungswelle wird zu einer deutlichen Marktbereinigung führen", sagt EY-Partnerin Kristin Kriemann. Viele Eigentümer müssten zusätzliches Eigenkapital nachschießen oder ihre Finanzierungen grundlegend neu aufstellen. Denn rund ein Viertel der milliardenschweren Finanzierungen in den Büchern deutscher Immobilienfinanzierer wird innerhalb der kommenden zwei Jahre fällig, wie aus einer Bankenbefragung von EY-Parthenon unter 90 Immobilienfinanzierern sowie 70 auf Restrukturierungen spezialisierten Kanzleien hervorgeht. (Handelsblatt)

TABAKSTEUER - Der Streit um die geplante Erhöhung der Tabaksteuer innerhalb der Bundesregierung wird beigelegt. Nach Bild-Informationen geben die CDU/CSU-Mitglieder des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag ihren Widerstand gegen die Erhöhung auf - das neue Gesetz kommt damit sogar in der nachgeschärften Version in die weitere parlamentarische Beratung. Während Gesundheitspolitiker und die Fraktionschefs von Union und SPD auf höhere Abgaben drängten, warnten einige Politiker der Union wochenlang vor möglichen negativen Folgen für die erwarteten Mehreinnahmen wegen des möglichen Erstarkens des Zigarettenschmuggels. (Bild)

AUTOBAHNBRÜCKEN - Der Bund saniert immer weniger Autobahnbrücken, berichtet der Spiegel mit Verweis auf eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums an die Grünen-Verkehrspolitikerin Swantje Michaelsen. 2025 sei die Zahl der fertig renovierten Brücken in Deutschland auf 157 zurück gegangen von 212 ein Jahr zuvor. Ursprünglich wollte das Bundesverkehrsministerium das Doppelte schaffen: Jährlich 400 Brücken sollten nach den Plänen renoviert werden, die noch aus der Zeit der Ampelkoalition stammen. Auf Anfrage erklärte das Verkehrsministerium die Verzögerungen mit Einschränkungen durch die vorläufige Haushaltsführung. Auch in diesem Jahr droht der Regierung die Ziele zu verfehlen. "Im ersten Halbjahr 2026 wurden 70 Brücken-Teilbauwerke fertiggestellt und damit etwas mehr als im ersten Halbjahr 2025", schreibt das Ministerium von Steffen Bilger (CDU). "Weitere 100 Brücken-Teilbauwerke sind gegenwärtig noch im Bau, mit einer Fertigstellung ist bis Ende des Jahres 2026 zu rechnen." Das würden 170 ergeben, und damit weniger als in den Jahren 2022 bis 2024. (Der Spiegel)

KLEINBANKEN/EUROPA - Die EZB-Bankenaufsicht und die European Banking Authority (Eba) zeigen sich zunehmend aufgeschlossen für eine Erleichterung für kleine Banken, berichtet der Platow Brief. Während sich EZB-Direktor Frank Elderson in einem Online-Beitrag dafür ausspreche, die Bilanzsummen-Höchstgrenze für Kleinbanken optional auf bis zu 10 Milliarden Euro anzuheben von derzeit 5 Milliarden Euro, habe Eba-Chair François-Louis Michaud in einer Rede ebenfalls eine "Ausweitung" der Kleinbanken-Kategorie ins Spiel gebracht. Von einer Neuregelung könnten Platow zufolge mehr als 100 deutsche Geldhäuser profitieren, die sich damit zusätzlich als Kleinbank qualifizieren könnten. (Der Platow Brief)

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October 09, 2026 01:34 ET (05:34 GMT)

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