PRESSESPIEGEL/Unternehmen
09.10.2026 / 07:32 Uhr
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
RAG-STIFTUNG - Die Einladung zur Sitzung kam recht kurzfristig, angesichts der prominent besetzten Empfängerliste wie etwa Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) oder Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU): Am Mittwoch hat der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet die Kuratoriumsmitglieder der RAG-Stiftung zu einer außerordentlichen Sitzung an diesem Freitag gebeten, wie die FAZ exklusiv erfahren hat. Es wird um das milliardenschwere Angebot der BASF für Evonik gehen, den Essener Spezialchemiekonzern, an dem die RAG-Stiftung die Mehrheit hält. Die RAG-Stiftung bestätigte den Termin am Donnerstag auf Anfrage der FAZ. Aus dem Umfeld des Kuratoriums ist zu hören, dass es am Freitag noch nicht um eine Entscheidung für oder gegen einen Verkauf geht, sondern zunächst nur um einen Austausch. (FAZ)
AUDI - Die Zukunft steht nach nur anderthalb Jahren schon wieder zur Disposition bei Audi - zumindest was die Werke des Konzerns und seine gut 80.000 Mitarbeiter angeht. Die Krise sei zu tief, die Kosten weiter zu hoch, heißt es - deshalb werde man die Betriebsräte zu Nachverhandlungen am "Zukunftspakt" auffordern, sagte Audi-Chef Gernot Döllner auf einer Betriebsversammlung in Neckarsulm am Donnerstagnachmittag. Es ist ein drastischer Schritt, eigentlich sollte die Vereinbarung den Beschäftigten nach der jüngsten Sparrunde bis weit in die 2030er-Jahre hinein Sicherheit bieten. Wie groß der Druck nun aber ist, zeigt auch die Tatsache, dass VW-Konzernchef Oliver Blume - quasi Döllners Chef - ebenfalls eigens nach Neckarsulm gekommen war, um sich der Belegschaft zu stellen. (Süddeutsche Zeitung)
BOSCH - Der neue Bosch-Chef will den Konzern grundlegend umbauen und neue Wachstumsfelder definieren. "Bosch braucht ein verbessertes Betriebssystem", sagte Konzernlenker Christian Fischer in seinem ersten Interview als Bosch-Chef. Das Unternehmen müsse Innovationen schneller in den Markt führen und zu geschäftlichem Erfolg bringen. Fischer will dafür die Entscheidungswege beschleunigen, dezentralisieren und eine neue Fehlerkultur etablieren. "Das wird die größte Veränderung unter meiner Führung sein", sagte Fischer. "Übergreifend wollen wir für Bosch bis Mitte nächsten Jahres acht Zukunftsfelder definieren, in denen wir wachsen wollen, sowohl mit eigenen Innovationen als auch durch gezielte Zukäufe", kündigt er an. (Handelsblatt)
VW - Der britische Skandal um überteuert verkaufte Autokredite wird nun auch für Volkswagen sehr teuer. Die Tochtergesellschaft im Vereinigten Königreich, Volkswagen UK, hat Rückstellungen in Höhe von 725 Millionen Pfund (855 Millionen Euro) für drohende Schadenersatzforderungen gebildet. Dadurch rutschte Volkswagen UK im vergangenen Jahr in die Verlustzone. Die VW-Rechnung für den Skandal um Autokredite übertrifft damit noch die von BMW in Großbritannien. Der Münchner Autokonzern hat seine Rückstellungen auf der Insel von 300 Millionen Pfund auf 611 Millionen Pfund (720 Millionen Euro) erhöht. (FAZ)
RAG-STIFUNG - Die Gewerkschaft IG BCE erhöht im Ringen um die Zukunft von Evonik den Druck auf die RAG-Stiftung. In einem internen Brief an die Betriebsräte von BASF und Evonik stellt Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis infrage, wie ein vollständiger Verkauf des Evonik-Pakets mit der bisherigen Linie der Stiftung zusammenpassen würde. Das Schreiben vom 7. Oktober liegt dem Handelsblatt vor. Es ist auch vom IG-BCE-Vorstand Alexander Bercht unterzeichnet, der Vizechef des Evonik-Aufsichtsrats ist. Noch im Frühjahr habe der Vorstand der RAG-Stiftung dem Kuratorium erklärt, Evoniks Strategie nach Prüfung verschiedener Optionen für tragfähig zu halten, heißt es in dem Brief. Nun steht ein vollständiger Verkauf der Beteiligung im Raum. Dazu fragen IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis und Alexander Bercht mit Blick auf die Stiftung: "Wie verhält sich ein möglicher vollständiger Verkauf zu dem, was sie noch im Frühjahr versichert hat?" Ein solcher Schritt dürfe "nicht im Stillen und nicht ohne Klärung der Verantwortung der Stiftung erfolgen". (Handelsblatt)
DUCATI - Audi plant derzeit keinen Verkauf der italienischen Motorrad-Tochter Ducati. In einer Stellungnahme zu anhaltenden Spekulationen über einen bevorstehenden Verkauf und zu einem aktuellen Bericht der Zeitung Il Sole 24 Ore teilte die VW-Tochter auf Anfrage mit, "regelmäßige Portfolioprüfungen sind ein fester Bestandteil einer verantwortungsvollen Konzernsteuerung". Es würden "mögliche Optionen für die künftige Eigentümerstruktur und strategische Positionierung von Ducati bewertet. (...) Zum jetzigen Zeitpunkt wurden keine Entscheidungen über mögliche Änderungen der Eigentümerstruktur von Ducati getroffen." Il Sole 24 Ore hatte Volkswagen dagegen mit der Äußerung zitiert, es sei "kein Verkauf des Hauses in den nächsten drei Jahren geplant". (Börsen-Zeitung)
GALERIA - Kurz vor Galerias vierter Insolvenz in sechs Jahren offenbarten interne Zahlen die dramatische Lage des Warenhauskonzerns. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das kurz vor der Insolvenzanmeldung endete, hatte das Management geplant, knapp über 2 Milliarden Euro Umsatz zu erwirtschaften. Entsprechende Zahlen liegen dem Spiegel vor. Allerdings erlöste die Warenhauskette zwischen Anfang Oktober 2025 und Ende September nur 1,79 Milliarden Euro. Binnen eines Jahres sank Galerias Umsatz damit um 10 Prozent. Der Bruttogewinn rutschte um 12,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 728 Millionen Euro ab. Der vorläufige Insolvenzverwalter muss Galeria nun genügend Chancen für eine Sanierung bescheinigen. Das dafür nötige Konzept des Konzerns wird aus Sicht von Insidern die Schließung vieler Filialen beinhalten. Gut 30 der aktuell 83 Kaufhäuser würden demnach wohl auf der Kippe stehen. (Spiegel)
BMW - Im Elektro-Duell der deutschen Premiumhersteller liegt BMW klar vorn. Von März bis Ende August wurden in Europa 36.500 Fahrzeuge des neuen iX3 zugelassen, wie aus Daten des Marktforschers Dataforce hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegen. Der elektrische GLC von Mercedes-Benz kam im selben Zeitraum nur auf knapp über 16.100 Neuzulassungen. Die Bedeutung der beiden Modelle geht weit über Absatzzahlen hinaus: Mit dem iX3 läutet BMW den Roll-out der Zukunftsplattform "Neue Klasse" ein, der elektrische GLC gilt intern als "Schicksalsmodell" von Mercedes-Benz-Konzernchef Ola Källenius. (Handelsblatt)
BOSCH - Der Bosch-Konzern legt CEO Christian Fischer zufolge einen Venture-Capital-Fonds von 100 Millionen Euro speziell für deutsche Startups auf und prüft Wohnungsbau. Mit dem Fonds namens Spark wolle der Konzern "Potenziale in Wachstumsfeldern erschließen und zugleich unser Vertrauen in die Innovationskraft deutscher Startups zum Ausdruck bringen", sagte Fischer dem Handelsblatt. Der Konzern habe bisher mehr als 1 Milliarde Euro in Startups weltweit investiert. Investiert werden soll in Deep Tech oder Innovationen, die ganze Branchen fundamental verändern können, investieren. der Konzern werde " sicher keinen Pizzadienst finanzieren". Bosch prüft Fischer zufolge auch, ob der Konzern zusätzlichen Wohnraum für seine Beschäftigten schaffen kann. Bosch hat seit 1936 eine eigene Wohnungsbaugesellschaft mit inzwischen 2.500 Wohnungen in Deutschland und nicht verkauft. Seit Jahrzehnten würden zu wenige Wohnungen gebaut und jetzt wundere man sich, dass dieses Thema Wahlen entscheidet. Hier müssten Staat und Unternehmen gleichermaßen ansetzen. (Handelsblatt)
VERBUND/EWE - Die Energiekonzerne EWE und Verbund wollen in Niedersachsen gemeinsam einen Wasserstoffelektrolyseur mit einer Leistung von bis zu 500 Megawatt bauen. Das bestätigten EWE-Chef Stefan Dohler und Verbund-Chef Michael Strugl dem Handelsblatt. Damit stellen sich die Unternehmen gegen den Trend: Zuletzt waren in Deutschland immer wieder Wasserstoffprojekte mit Hinweis auf die anspruchsvolle EU-Regulierung abgesagt worden. EWE und Verbund setzen darauf, dass die Regulierung kurzfristig angepasst wird. (Handelsblatt)
CREDIT AGRICOLE - Die französische Bank will ihr Deutschland-Geschäft deutlich ausbauen und bis Ende 2028 den Kundenstamm in den deutschen Geschäftsbereichen auf 2 Millionen verdoppeln, berichtet der Platow Brief. Das habe das Management in Frankfurt angekündigt. Die Verbraucherkredit-Tochter Creditplus betreut mit rund 600 Mitarbeitern und 20 Filialen bereits etwa 1 Million Kunden. Im Privatkundengeschäft soll eine Digitalbank für wohlhabende Kunden entstehen, im Mittelstand setze die Bank auf organisches Wachstum und persönliche Berater. (Der Platow Brief)
SOFTBANK - Der japanische Konzern will bis zu 100 Milliarden US-Dollar von Investoren aus den Golfstaaten einwerben, um sein KI-Engagement auszubauen, berichtet die Financial Times mit Verweis auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Gründer und CEO Masayoshi Son habe in den letzten Wochen Gespräche mit hochrangigen Vertretern unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die mögliche Kapitalbeschaffung geführt. (Financial Times)
OPENAI - OpenAI hat Investoren jüngst signalisiert, dass der Jahresumsatz um 20 Milliarden US-Dollar niedriger ausfällt als erwartet, berichtet die Financial Times. Der KI-Konzern habe Investoren kürzlich mitgeteilt, dass sich der annualisierte Umsatz im September auf fast 50 Milliarden Dollar belaufen habe, berichtet die Zeitung mit Verweis auf Finanzunterlagen, die der US-Konzern Investoren vorgelegt habe. Dies seien weit weniger als die 70 Milliarden, die die Zeitung und andere Medien Ende letzten Monats auf der Grundlage von Informationen, die den Investoren zur Verfügung gestellt worden waren, berichtet hatten. Diese Kennzahl ist - zusammen mit dem entsprechenden Wert des OpenAI-Konkurrenten Anthropic - der wichtigste Indikator für die Gesamtnachfrage nach KI und bildet die Grundlage für enorme Infrastrukturausgaben sowie das Wachstum der öffentlichen Aktienmärkte. (Financial Times)
- Alle Angaben ohne Gewähr.
Kontakt zur Redaktion: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/brb/uxd/cln
(END) Dow Jones Newswires
October 09, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)
Bitte beachten Sie das Regelwerk
DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG
Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)
Top 5 Umsatz
Letzte Aktualisierung:
09.10.2026 @ 13:13:26


