XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach - Globaler Renditeanstieg belastet

07.10.2026 / 18:00 Uhr

DOW JONES--Sehr schwach hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel verabschiedet. Vorangegangene Entspannungssignale durch die Ölpreise und Frankreichs Fiskalpolitik wurden von weltweiten und teils explosiven Renditeanstiegen zunichte gemacht. Der DAX fiel um 1,4 Prozent auf 25.104 Punkte.

In den USA sprang die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen in der Spitze auf 5,73 Prozent und erreichte damit ein 24-Jahreshoch. In Großbritannien ging es für die gleiche Laufzeit sogar kurz über die 6-Prozentmarke, was die höchste Rendite seit 28 Jahren darstellte. Die langen Laufzeiten sind extrem wichtig für die Hypothekenkosten und damit den Häusermarkt.

Mit dem Blick auf die Politik in Frankreich übersah der Markt zudem, dass der stärkste Zinsanstieg in Italien erfolgte. Entsprechend brach der MIB-30-Index in Mailand um 2,5 Prozent ein. Der Zinsaufschlag der dortigen Staatsanleihen gegenüber den deutschen sprang von rund 103 auf 115 Basispunkte.

Entsprechend standen europaweit Bankentitel mit Abstand am stärksten unter Druck: Der Subindex der Bankenwerte fiel um 3,3 Prozent. Unter den Einzelwerten traf es am stärksten die Deutsche-Bank-Aktie mit 4,9 Prozent Minus. Umgekehrt sprachen Händler von typischen "Krisen-Umschichtungen" in andere Branchen, die als sichere Häfen gelten. Deutsche Telekom kletterten dank ihres defensiven Charakters um 2,2 Prozent.

Fundamental belasteten vor allem Sorgen vor dem Fed-Protokoll am Abend und eine US-Bond-Auktion am Abend - beide nach Börsenschluss in Europa. Sollte die Nachfrage nach US-Staatsanleihen schwach ausfallen, dürften die Märkte am Donnerstag weiter abrutschen. Beim Fed-Protokoll fürchteten Händler deutliche Kommentare zu einer noch stärkeren US-Wirtschaft. Denn immerhin hatten zeitnahe Indikatoren wie der ISM-Service-Index gezeigt, dass der wichtigste Beschäftigungszweig der USA auf Expansionskurs gegangen ist, und dies bei gleichzeitig steigenden Preisen.

Zu den größten Verlierern zählten Technologiewerte mit 2 Prozent Abschlag. Der Sektor wurde von gestiegenen Zinsen doppelt in die Zange genommen: Zum einen sank ihre Aktienbewertung, zum anderen erhöhten sich ihre Ausgaben durch die massiven KI-Investitionen. Infineon fielen um 5,8 Prozent.

Interessante Kursauschläge gab es bei Autowerten. Gestützt wurden vor allem die verbrennerlastigen Hersteller vom Zusammengehen Deutschlands und Frankreichs bei einer Verschiebung des EU-Verbotes. "Wenn sich Merz und Macron da einig sind, ist die Wahrscheinlichkeit trotz regulatorischer Hürden sehr hoch", sagte ein Händler. Daher legten VW 1,6 Prozent zu. Mercedes fielen dagegen nach schwachen Absatzzahlen um 2,1 Prozent.

Beim Autozulieferer Aumovio belastete der überraschende Ausstieg ihrer Finanzvorständin nicht. Die Aktien stiegen um 2,5 Prozent. Umgekehrt ging es bei Fresenius Medical Care um 6,9 Prozent tiefer. Hier belastete der CEO-Austausch, der bereits nächste Woche vollzogen werden soll. Der schnelle Wechsel ohne Vorankündigung werfe viele Fragen auf, hieß es im Handel.

Mit einem Plus von 1,4 Prozent hoben sich Vincorion gegen den schwachen Gesamtmarkt und auch Rüstungsaktien ab. Die ehemalige Sparte für Rüstungselektronik von Jenoptik steigerte den Umsatz in den ersten drei Quartalen um 41 Prozent gegenüber Vorjahr und erhöhte daher die Jahresprognosen. Bei Puma ging es 3,8 Prozent nach oben. Kurstreiber war der schnelle Abschluss des Anteilskaufs von Anta Sports. Die Chinesen sind nun mit 29,06 Prozent der größte Aktionär bei Puma. Analysten setzen darauf, dass dadurch die Marktdurchdringung in China besser werden wird.

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Index         zuletzt*  +/- %  +/- % YTD 
DAX             25.104   -1,4        2,5 
DAX-Future      25.263   -0,9        3,7 
XDAX            25.122   -1,0        2,2 
MDAX            30.112   -1,4       -1,5 
TecDAX           4.049   -1,2       11,8 
SDAX            18.170   -1,2        5,7 
zuletzt               +/- Ticks 
Bund-Future     120,93   +3,0 
*gerundet 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

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October 07, 2026 11:59 ET (15:59 GMT)

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