MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Fallender Ölpreis und Renditen stützen
06.10.2026 / 18:11 Uhr
DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Dienstag mit kräftigen Aufschlägen geschlossen. Für Rückenwind sorgte der weiter gesunkene Ölpreis. Brent-Öl verbilligte sich auf unter 100 Dollar das Fass, nachdem jemenitische Regierungstruppen nach eigener Aussage die Stadt Mokka von den Huthi-Rebellen zurückerobert hatten. Das nährte Spekulationen, dass die Meerenge von Bab el Mandeb wieder ungefährlicher passierbar sein wird. Die vielbeachtete Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen fiel um 5 Basispunkte auf 5,26 Prozent zurück. Der DAX legte zu um 0,8 Prozent auf 25.449 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,5 Prozent nach oben.
Für Zuversicht sorgte laut Händlern auch, dass in Frankreich ein Schattenhaushaltsentwurf des Rassemblement National von Marine Le Pen vorgestellt worden war. Denn dieser sah unter anderem eine Schuldenbremse und starke Sparmaßnahmen vor. Entsprechend zeigte sich wieder mehr Ruhe beim Renditeabstand zwischen deutschen und französischen Staatsanleihen. Dieser schrumpfte bis Börsenschluss auf 127 Basispunkte (Bp) zusammen, nachdem er jüngst auf über 160 Bp gestiegen war. Der Euro erholte sich vor diesem Hintergrund und kostete 1,1267 Dollar. Er war am Vortag bis auf 1,1160 Dollar abgerutscht auf ein 17-Monatstiefs.
Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, sah keine neue Staatsschuldenkrise heraufziehen. Der Renditeaufschlag sei weit von den Höchstständen zur Zeit der Staatsschuldenkrise Ende 2011 entfernt. Die französischen Banken seien außerdem besser kapitalisiert als seinerzeit und hielten auch weniger Staatsanleihen. Viel spreche dafür, dass Anleger derzeit vor allem erhöhte Unsicherheit absicherten, statt bereits ein Krisenszenario einzupreisen.
Die deutschen Auftragseingänge wurden trotz eines Minus von über 10 Prozent im August locker weggesteckt. Der Rückgang ging nur auf die volatilen Großaufträge zurück, beispielsweise im Bereich Rüstung. Ohne diese hätte der Rückgang gerade einmal bei 0,1 Prozent gelegen, sagte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.
Alstom legten um 4,8 Prozent zu. Kurstreiber war laut einem Händler ein starker Ordereingang im ersten Halbjahr. "Der Rückblick auf die eingegangenen Großaufträge liegt klar über unseren Schätzungen", sagte er mit Blick auf das Aide-Memoire des Bahntechnikunternehmens. Auf 6,8 Milliarden Euro dürften sich im ersten Halbjahr die Aufträge belaufen haben, was deutlich über geschätzten rund 5,8 Milliarden Euro liege. Der Bahnkonzern hatte zudem in einem sogenannten Pre-Close-Call ein organisches Wachstum von 5 Prozent in Aussicht gestellt.
In Helsinki stiegen Kone um 2,5 Prozent, Thyssenkrupp legten um 1,1 Prozent zu. Laut Bloomberg zeigen Mitsubishi Electric und Fujitec Interesse am Europa-Geschäft von TK Elevator. Ein Verkauf der Sparte könnte wettbewerbsrechtliche Bedenken im Rahmen der geplanten Übernahme von TK Elevator durch Kone ausräumen. Thyssenkrupp sei weiterhin beteiligt.
Aktien aus dem Medizinsektor waren gesucht, im DAX zogen Merck KGaA und Qiagen um 2,2 Prozent bzw 0,9 Prozent an. Im MDAX legten Sartorius um 2,2 Prozent zu. Marktteilnehmer verwiesen als Treiber auf die geplante Übernahme des US-Infusionstherapieanbieters Option Care Health durch McKesson und Clayton Dubilier. Schott Pharma verteuerten sich um 1,4 Prozent. In Kopenhagen gewannen Genmab 4,4 Prozent, in Paris Biomerieux 2,5 Prozent.
Nach Neunmonatszahlen und einer erhöhten Prognose für das Gesamtjahr schossen SGL Carbon um 10,4 Prozent nach oben. Das SDAX-Unternehmen hob die Erwartungen für das bereinigte EBITDA auf 130 bis 140 Millionen von bislang 110 bis 130 Millionen Euro an. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr präzisierte SGL und ging nun davon aus, das obere Ende der Bandbreite von 720 bis 770 Millionen Euro zu erreichen. Die Mittelfristplanung ließ SGL unangetastet.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.272 +0,5 +7,8 Stoxx-50 5.335 +0,3 +8,2 Stoxx-600 637 +0,5 +7,0 DAX 25.449 +0,8 +3,1 FTSE-100 London 10.498 +0,4 +5,7 CAC-40 Paris 7.834 +0,4 -3,9 AEX Amsterdam 1.124 +0,4 +18,1 ATHEX-20 Athen 6.767 +2,0 +26,5 BEL-20 Brüssel 5.499 +1,3 +8,3 BUX Budapest 141.872 +1,3 +27,8 OMXH-25 Helsinki 6.395 +1,0 +12,1 OMXC-20 Kopenhagen 1.498 +0,3 -6,9 PSI 20 Lissabon 9.354 +0,7 +13,2 IBEX-35 Madrid 19.300 +0,8 +11,5 FTSE-MIB Mailand 50.818 +0,9 +13,1 OBX Oslo 1.977 -0,5 +23,7 PX Prag 2.638 -0,3 -1,8 OMXS-30 Stockholm 3.258 +0,8 +13,0 WIG-20 Warschau 159.012 +1,6 +33,5 ATX Wien 6.746 +0,7 +26,7 SMI Zürich 13.704 +0,6 +3,3 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:40 EUR/USD 1,1262 +0,4 0,0041 1,1221 1,1267 EUR/JPY 178,07 +0,5 0,8900 177,18 178,1000 EUR/CHF 0,9353 +0,4 0,0035 0,9318 0,9353 EUR/GBP 0,8481 -0,1 -0,0005 0,8486 0,8481 USD/JPY 158,12 +0,1 0,2200 157,9 158,0500 GBP/USD 1,3275 +0,4 0,0056 1,3219 1,3283 USD/CNY 6,7045 +0,0 0,0015 6,7045 6,7045 USD/CNH 6,7018 -0,0 -0,0017 6,7035 6,7014 AUS/USD 0,6984 +0,2 0,0015 0,6969 0,6983 Bitcoin/USD 85.757,08 -0,0 -28,04 85.785,12 86.170,13 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 88,93 -0,6 -0,50 89,43 Brent/ICE 99,27 -1,1 -1,05 100,32 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.164,07 +0,6 24,58 4.139,49 Silber 61,35 +0,5 0,30 61,05 Platin 1.700,88 -1,2 -20,37 1.721,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/flf
(END) Dow Jones Newswires
October 06, 2026 12:10 ET (16:10 GMT)
Bitte beachten Sie das Regelwerk
DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG
Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)
Top 5 Umsatz
Letzte Aktualisierung:
06.10.2026 @ 19:55:36


