MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Pharma gesucht mit M&A-Fantasie

06.10.2026 / 13:33 Uhr

DOW JONES--Weiter freundlich präsentiert sich der europäische Aktienmarkt am Dienstagmittag. Für Rückenwind sorgt der weiter fallende Ölpreis, Brent-Öl verbilligt sich auf unter 100 Dollar das Fass, nachdem jemenitische Regierungstruppen nach eigener Aussage die Stadt Mokka von den Huthi-Rebellen zurückerobert haben. Das nährt Spekulationen, dass die Meerenge von Bab el Mandeb wieder ungefährlicher passierbar sein wird. Die vielbeachtete Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen fällt um 4 Basispunkte auf 5,27 Prozent zurück. Der DAX legt zu um 0,7 Prozent auf 25.423 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,6 Prozent.

Für Zuversicht sorgt laut Händlern, dass in Frankreich ein Schattenhaushaltsentwurf des Rassemblement National von Marine Le Pen etwas beruhigen könnte, weil er unter anderem eine Schuldenbremse und starke Sparmaßnahmen vorsehe. Entsprechend zeigt sich wieder mehr Ruhe beim Renditeabstand zwischen deutschen und französischen Staatsanleihen. Dieser schrumpft auf 130 Basispunkte zusammen, nachdem er jüngst auf über 160 Bp gestiegen war. Der Euro erholt sich vor diesem Hintergrund und kostet 1,1243 Dollar. Er war am Vortag bis auf 1,1160 Dollar abgerutscht auf ein 17-Monatstiefs.

Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, sieht keine neue Staatsschuldenkrise heraufziehen. Der Renditeaufschlag sei weit von den Höchstständen zur Zeit der Staatsschuldenkrise Ende 2011 entfernt. Die französischen Banken seien außerdem besser kapitalisiert als seinerzeit und hielten auch weniger Staatsanleihen. Viel spreche dafür, dass Anleger derzeit vor allem erhöhte Unsicherheit absicherten, statt bereits ein Krisenszenario einzupreisen.

Die deutschen Auftragseingänge werden trotz eines Minus von über 10 Prozent im August locker weggesteckt. Der Rückgang geht nur auf die volatilen Großaufträge zurück, beispielsweise im Bereich Rüstung. Ohne diese läge das Minus gerade einmal bei 0,1 Prozent, sagt Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.

Unternehmensseitig ist die Nachrichtenlage weiter dünn. Aktien von 1&1 und der Mutter United Internet legen bis zu 2 Prozent zu. Hier wurde eine Kapitalerhöhung hausintern abgewickelt und komplett von der Mutter gezeichnet. Rüstungsaktien werden verkauft nach der leichten Erholung am Vortag. Der Sektor wird von Anlegern grundsätzlich weiter gemieden. Rheinmetall verlieren 2,5 Prozent, Hensoldt 2,1 Prozent oder Leonardo 2,1 Prozent.

Alstom legen um 5,6 Prozent zu. Kurstreiber ist laut einem Händler ein starker Ordereingang im ersten Halbjahr. "Der Rückblick auf die eingegangenen Großaufträge liegt klar über unseren Schätzungen", sagt er mit Blick auf das Aide-Memoire des Bahntechnikunternehmens. Auf 6,8 Milliarden Euro dürften sich im ersten Halbjahr die Aufträge belaufen haben, was deutlich über geschätzten rund 5,8 Milliarden Euro liege. Der Bahnkonzern hatte zudem in einem sogenannten Pre-Close-Call ein organisches Wachstum von 5 Prozent in Aussicht gestellt.

In Helsinki steigen Kone um 2,7 Prozent, Thyssenkrupp legen um 3,2 Prozent zu. Laut Bloomberg zeigen Mitsubishi Electric und Fujitec Interesse am Europa-Geschäft von TK Elevator. Ein Verkauf der Sparte könnte wettbewerbsrechtliche Bedenken im Rahmen der geplanten Übernahme von TK Elevator durch Kone ausräumen. Thyssenkrupp sei weiterhin beteiligt.

Aktien aus dem Medizinsektor sind gesucht, im DAX ziehen Merck KGaA und Qiagen um über 4 Prozent an und liegen an der Spitze. Im MDAX legen Sartorius um 4,7 Prozent zu. In Kopenhagen gewinnen Genmab 7,8 Prozent, in Paris Biomerieux 4,7 Prozent. Marktteilnehmer verweisen als Treiber auf die geplante Übernahme des US-Infusionstherapieanbieters Option Care Health durch McKesson und Clayton Dubilier über die die Financial Times berichte. Evotec verteuern sich um 4 Prozent und Schott Pharma um 4,7 Prozent.

Fraport verlieren 1,3 Prozent, die Aktie wurde von Barclays auf "Underweight" abgestuft. Im SDAX wird eine Änderung umgesetzt. Neu aufgenommen in den Nebenwerteindex wird die Aktie von SGL Carbon, Platz machen muss Wüstenroth Württembergische. Beide Aktien ziehen um gut 2 Prozent an.

=== 
Index                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.282,29   +0,6      40,15        6.242,14        8,5 
Stoxx-50                5.345,34   +0,5      24,64        5.320,70        8,7 
DAX                    25.422,87   +0,7     168,66       25.254,21        3,8 
MDAX                   30.725,90   +1,0     298,92       27.039,42        0,4 
TecDAX                  4.125,45   +1,4      55,10        3.091,28       13,9 
SDAX                   18.442,35   +1,6     281,73       13.062,07        7,4 
FTSE                   10.541,97   +0,4      44,03       10.497,94        6,1 
CAC                     7.874,35   +0,5      40,25        7.834,10       -3,4 
SMI                    13.821,97   +0,9     118,44       13.703,53        4,2 
ATX                     6.803,50   +0,9      57,45        6.746,05       27,7 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Fr, 18:59 
EUR/USD                   1,1263   +0,4     0,0042          1,1221     1,1256 
EUR/JPY                   178,05   +0,5     0,8700          177,18   177,6800 
EUR/CHF                   0,9353   +0,4     0,0035          0,9318     0,9333 
EUR/GBP                   0,8488   +0,0     0,0002          0,8486     0,8505 
USD/JPY                   158,07   +0,1     0,1700           157,9   157,8300 
GBP/USD                   1,3267   +0,4     0,0048          1,3219     1,3231 
USD/CNY                   6,7045   +0,0     0,0015          6,7045     6,7045 
USD/CNH                   6,7004   -0,1    -0,0031          6,7035     6,7060 
AUS/USD                    0,698   +0,2     0,0011          0,6969     0,6948 
Bitcoin/USD            86.206,48   +0,5     421,36       85.785,12  85.179,46 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  87,58   -2,1      -1,85           89,43 
Brent/ICE                  98,34   -2,0      -1,98          100,32 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.166,01   +0,6      26,52        4.139,49 
Silber                     61,40   +0,6       0,35           61,05 
Platin                  1.715,07   -0,4      -6,18        1.721,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

October 06, 2026 07:32 ET (11:32 GMT)

zur Übersicht mit allen Meldungen

ein Service von
DOW JONES

Copyright © 2026 Tradegate Exchange GmbH
Bitte beachten Sie das Regelwerk

DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG

Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)