MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
02.10.2026 / 07:40 Uhr
===
+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++
FREITAG: In Shanghai findet wegen des Nationalfeiertages kein Handel statt.
MONTAG: In Seoul wird aufgrund des Feiertages "Gründungstag der Nation" nicht gehandelt. In Shanghai findet wegen der "Goldenen Woche" bis einschließlich Mittwoch kein Handel statt.
+++++ TAGESTHEMA +++++
Nach einer Schwächephase im Sommer deuten jüngste Indikatoren darauf hin, dass der US-Arbeitsmarkt wieder an Stabilität gewinnt. Gleichzeitig bremsen der schwelende Nahost-Konflikt, neue Importzölle sowie strukturelle Personalengpässe die Neueinstellungen. Das Ergebnis ist eine Pattsituation: Firmen halten an ihren Belegschaften fest, zögern jedoch bei Neuverpflichtungen. Für September rechnen Ökonomen mit einem Zuwachs von 84.000 (Vormonat: 162.000) Stellen. Die Arbeitslosenquote dürfte unverändert bei 4,1 Prozent verharren. Bei den Stundenlöhnen, die als Gradmesser für den Inflationsdruck gelten, wird mit stabilen Zuwächsen von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 3,1 Prozent im Jahresvergleich gerechnet. Für die US-Notenbank verschärft sich damit das Dilemma. Zwar zeigt sich die Beschäftigung robust, doch der neuerliche Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Krieges schürt die Inflationsängste. Dies stärkt die Position der Währungshüter, den Leitzins auf einem erhöhten Niveau zu belassen oder im Kampf gegen die Teuerung noch vor Jahresende an der Zinsschraube zu drehen. Für die US-Haushalte wird die Lage zunehmend zu einer Belastungsprobe. Die Kombination aus verhaltener Beschäftigungsdynamik und wieder steigenden Preisen an den Zapfsäulen knabbert spürbar an der Kaufkraft. Zwar schützen die stabilen Löhne vor einem drastischen Konsumeinbruch, doch die Zuversicht der Verbraucher schwindet. Sollte der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten weiter abkühlen und der Lohndruck nachlassen, droht der privaten Nachfrage - dem wichtigsten Pfeiler der US-Wirtschaft - die Puste auszugehen.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
Im Tagesverlauf:
- DE/Kion Group AG, Pre-Close-Call 3Q
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
-EU
11:00 Verbraucherpreise Eurozone (Vorabschätzung) September
Eurozone
PROGNOSE: +0,5% gg Vm/+3,6% gg Vj
zuvor: +0,4% gg Vm/+3,2% gg Vj
Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak)
PROGNOSE: +0,4% gg Vm/+2,5% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+2,4% gg Vj
-US
14:30 Arbeitsmarktdaten September
Beschäftigung ex Agrar
PROGNOSE: + 84.000 gg Vm
zuvor: +162.000 gg Vm
Arbeitslosenquote
PROGNOSE: 4,1%
zuvor: 4,1%
durchschnittliche Stundenlöhne
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+3,1% gg Vj
zuvor: +0,3% gg Vm/+3,1% gg Vj
16:00 Auftragseingang Industrie August
PROGNOSE: +0,2% gg Vm
zuvor: +0,9% gg Vm
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.190,00 +0,2 E-Mini-Future S&P-500 7.746,50 +0,3 E-Mini-Future Nasdaq-100 30.891,25 +0,4 Topix (Tokio) 4.098,59 -0,8 Hang-Seng (Hongk.) 23.968,28 -2,6 Shanghai-Comp. 3.842,19 +0,3 Donnerstag: INDEX Schluss +/- % DAX 24.939,35 -1,0 DAX-Future 25.099,00 -1,1 MDAX 30.251,37 -1,9 TecDAX 3.979,48 -0,6 SDAX 18.178,68 -1,4 Euro-Stoxx-50 6.175,45 -1,5 Stoxx-50 5.261,40 -1,2 XDAX 24.992,22 +0,2 Dow-Jones 50.926,56 +0,0 S&P-500 7.666,45 +0,2 Nasdaq Composite 26.871,60 +0,0
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Mit einem vorsichtigen Start in den Tag an Europas Börsen rechnen Händler am Freitag. Die Märkte warten auf die Inflationsdaten aus der Eurozone und den großen US-Arbeitsmarktbericht. Bis dahin dürften Anleger nicht mehr als Positionsanpassungen vornehmen. Die DAX-Terminkontrakte tendieren knapp 0,3 Prozent höher. An Wall Street gab es keine klaren Tendenzen, die Börsen in Asien zeigen sich überwiegend im Minus. Die Portfolios seien derzeit ausschließlich an die US-Renditen und den Ölpreis gekoppelt, heißt es weiter. Die Renditen der US-Staatsanleihen kamen am Vorabend leicht zurück von ihren Rekordhochs, was für etwas Entspannung im späten US-Geschäft sorgte. Der Ölpreis notierte jedoch nach über 4 Prozent Anstieg weiter über der Marke von 102 Dollar. Mehrere Fed-Vertreter schlugen am Donnerstag mit Blick auf weitere US-Zinserhöhungen einen abwartenden Ton an und signalisierten, die Leitzinsen auf der kommenden Fed-Sitzung eher unverändert zu lassen.
Rückblick: Schwach - Wie schon an den Vortagen belasteten Inflationssorgen, steigende Anleiherenditen und die weiter zulegenden Ölpreise. Vor allem die Renditen langfristiger US-Anleihen standen im Blick, mit 5,34 Prozent erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe neue Dekadenhochs. Treiber war weiter der Mix aus Inflationsdruck, Staatsverschuldung und einer zu hohen Kapitalnachfrage nach KI-Investitionen. Dazu gesellten sich nun neue US-Wirtschaftsdaten, die eine brummende Konjunktur mit steigenden Preisen zeigten. Weitere Zinserhöhungen wären also notwendig. Mit Kursgewinnen von 7,4 Prozent setzen sich die Titel von Capgemini an die Spitze der Gewinner im Stoxx-600-Index. Das Beratungsunternehmen folgte damit den überraschend starken Zahlen von Accenture. Bei der britischen Werbeagentur-Holding WPP wurde mit 1,8 Prozent Plus die Wiederaufnahme in den FTSE-100-Index gefeiert, denn der Index selbst büßte 1,7 Prozent ein. Sanofi kletterten gegen den Markt um 0,6 Prozent. Hier kam der Deal mit Regeneron zur Vermarktung von Immunologie-Medikamenten gut an.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwach - Die Aktien des Autozulieferers Continental gewannen 0,4 Prozent. Das Analystentreffen vom Vorabend kam gut an, die Marge im Reifen-Geschäft wird von Berenberg und Citigroup um 14,5 Prozent erwartet. Adidas verloren 1,8 Prozent. Hier wurde mit Spannung auf die Zahlen von US-Konkurrent Nike nach US-Börsenschluss geblickt, vor allem deren Absatzentwicklung in Asien. Kräftige Gewinnmitnahmen gab es bei den Online-Apotheken. Zum Wochenbeginn hatte es einen kräftigen Kurssprung dank der erhöhten Prognose von Redcare gegeben. Nun ging es bei Redcare und Mitbewerber Docmorris um bis zu 6,3 Prozent nach unten. Uneinheitliche Vorzeichen zeigten die Rüstungs- und Luftfahrt-Aktien in ganz Europa. Während Renk um 2,7 Prozent nachgaben, stiegen Hensoldt um 0,9 Prozent. Für die Bewegungen war eine Analyse der Bank of America verantwortlich. Unter dem Strich sieht sie Hersteller von Elektronik als Gewinner, während das Thema Wiederauffüllung von Lagern und Munitionsbeständen eingepreist sein dürfte.
XETRA-NACHBÖRSE
Die Aktien von SGL Carbon stiegen um 0,6 Prozent in Reaktion auf die Aufnahme in den SDAX als Ersatz für Wüstenrot & Württembergische. Lanxess wurden am Abend 1,2% höher getaxt, trotz der Abstufung auf BBB- durch die Ratingagentur Scope. Hannover Rück reagierten kaum darauf, dass Fitch den Ausblick für das Rating auf positiv erhöht hatte. Die Aktien der Sportartikelhersteller Adidas und Puma tendierten nach den Zahlen des US-Wettbewerbers Nike volatil seitwärts.
USA - AKTIEN
Gut behauptet - Vor allem die deutlich steigenden Ölpreise belasteten das Sentiment. Die Renditen am Anleihemarkt gaben dagegen nach und notierten unter ihren Tageshochs, was die Aktienkurse etwas stützte. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisen Händler aktuell noch eine 39-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober ein, nachdem die PCE-Inflationsdaten am Vortag schwächer als erwartet ausgefallen waren. Der nächste Impulsgeber für den weiteren Fed-Zinskurs dürfte der US-Arbeitsmarktbericht für September am Freitag sein. Eine weitere Bestätigung der boomenden US-Wirtschaft sahen Händler im ISM-Einkaufsmanager-Index der US-Industrie. "Beschäftigung, neue Aufträge und vor allem der Preisanstieg nehmen zu - und das noch stärker als erwartet", sagte ein Händler. Für die Micron-Aktie ging es nach besser als erwartet ausgefallenen Ergebnissen für das vierte Geschäftsquartal um 3 Prozent nach unten. Broadcom fielen um 2,2 Prozent. Broadcom und Anthropic rücken einem Agenturbericht zufolge enger zusammen. Wie Reuters berichtet, hat sich der US-Chipkonzern bereit erklärt, dem KI-Startup bis zu 42 Milliarden US-Dollar zu leihen. Die Aktie von Accenture haussierte um rund 16 Prozent. Die Ergebnisse des Beratungsunternehmens übertrafen die Erwartungen der Wall Street. Das Unternehmen stellte zudem ein weiteres Gewinn- und Umsatzwachstum für das kommende Jahr in Aussicht.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- 2 Jahre 4,79 -0,10 10 Jahre 5,24 -0,06
Die Renditen am Anleihemarkt gaben nach und notierten damit unter ihren Tageshochs. Im Verlauf war die 10-jährige Rendite mit 5,34 Prozent auf den höchsten Stand seit 2002 gestiegen. Die Rendite 10-jähriger Treasurys verlor 6 Basispunkte auf 5,24 Prozent.
+++++ DEVISENMARKT +++++
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:07 Uhr EUR/USD 1,1248 +0,1 0,0007 1,1241 1,1255 EUR/JPY 177,57 -0,1 -0,0900 177,6600 177,7000 EUR/CHF 0,933 -0,1 -0,0010 0,9340 0,9356 EUR/GBP 0,8515 -0,0 -0,0003 0,8518 0,8523 USD/JPY 157,85 -0,1 -0,2200 158,0700 157,8800 GBP/USD 1,3207 +0,1 0,0008 1,3199 1,3203 USD/CNY 6,7045 +0,0 0,0015 6,7045 6,7045 USD/CNH 6,7058 -0,1 -0,0074 6,7132 6,7179 AUS/USD 0,6936 +0,1 0,0007 0,6929 0,6923 Bitcoin/USD 86.277,67 +2,0 1.660,92 84.616,75 84.085,33
Der Dollar kletterte auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Der Dollar-Index legte um 0,6 Prozent zu. Der Greenback wurde von der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank gestützt. Der Präsident der Federal Reserve von Minneapolis, Neel Kashkari, sagte am Mittwoch, der Preisdruck sei weiterhin hoch. Dies gelte, obwohl das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), am Mittwoch schwächer als erwartet ausgefallen war.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.187,51 +0,2 9,75 4.177,76 Silber 61,31 +0,8 0,46 60,85 Platin 1.736,72 +0,7 12,67 1.724,05
Der Goldpreis baute seine Vortagesgewinne leicht aus. Die Feinunze gewann 0,4 Prozent auf 4.178 Dollar. "Eine schwächere Inflation stützt Gold etwas, aber erhöhte Renditen und anhaltende Straffungsrisiken bleiben die wichtigsten Gegenwinde, wobei der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag der nächste wichtige Impulsgeber für den Ausblick der Fed ist", meinte Soojin Kim von MUFG.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,44 -0,5 -0,43 92,87 Brent/ICE 102,01 -0,3 -0,30 102,31
Die Ölpreise stiegen kräftig, da die Spannungen im Nahen Osten trotz der sich erholenden Rohölexporte aus der Golfregion weiter hoch sind. Die regionalen Rohölströme haben Analysten zufolge zwar wieder das Vorkriegsniveau erreicht, aber das Angebot an raffinierten Produkten bleibt deutlich knapper. Der nun führende Dezember-Kontrakt für Brent gewann 4,4 Prozent auf 101,31 Dollar je Barrel.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
FED
Die US-Notenbank Fed muss den Leitzins nach Einschätzung der Präsidentin der Dallas Fed, Lorie Logan, um mindestens weitere 50 Basispunkte anheben. Logan, die stimmberechtigtes Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Fed ist, erklärte am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Dallas, dass ein zusätzlicher halber Punkt oder mehr notwendig sei, um Ausblick und Risiken auszubalancieren.
INDEXÄNDERUNG
Die Aktien von SGL Carbon ersetzen die Titel von Wüstenrot & Württembergische im SDAX. Die Änderung wird zum Handelsbeginn am 6. Oktober wirksam, wie der Indexbetreiber Stoxx mitteilte. Grund für die außerplanmäßige Änderung der Indexzusammensetzung ist der Wechsel von Wüstenrot & Württembergische in das Freiverkehrssegment Scale, den das Unternehmen mit einem deutlich geringeren regulatorischen und administrativen Aufwand begründete.
RATING HANNOVER RÜCK
Fitch wird zuversichtlicher für die Bonität der Hannover Rück. Wie die Ratingagentur mitteilte, hat sie den Ausblick für das Versicherer-Finanzstärke-Rating (IFS) auf positiv von stabil erhöht. Das Rating selbst wurde mit AA- bestätigt. Fitch geht davon aus, dass der Rückversicherer seine sehr starke Kapitalisierung und finanzielle Performance auch bei schwierigeren Marktbedingungen über die kommenden zwölf bis 24 Monate wird beibehalten können.
RATING MUNICH RE
Fitch bestätigte das IFS-Rating mit AA und einem stabilen Ausblick.
RATING LANXESS
Scope bescheinigt Lanxess eine schwächere Bonität. Wie die Ratingagentur mitteilte, hat sie das Emittenten-Rating auf BBB- von BBB gesenkt und den Ausblick auf stabil von negativ erhöht. Lanxess habe es mit wachsenden strukturellen Herausforderungen zu tun, angesichts der Überkapazitäten im Sektor und des höheren Wettbewerbs durch asiatische Konkurrenten. Die Nachfrageschwäche sei mittlerweile auch strukturell, nicht nur zyklisch.
NIKE
rechnet im neuen Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang, nachdem andauernde Herausforderungen in China den Umsatz im ersten Quartal belasteten. Der Konzern erwartet für das gesamte Geschäftsjahr einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,15 bis 1,35 US-Dollar. Dies läge unter den von Analysten prognostizierten 1,68 Dollar je Aktie. Im ersten Quartal verbuchte Nike einen Gewinn von 712 Millionen Dollar bzw. 48 Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 727 Millionen Dollar bzw. 49 Cent je Aktie gelegen. Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 11,21 Milliarden Dollar. Von Factset befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 11,32 Milliarden Dollar gerechnet.
===
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/cln
(END) Dow Jones Newswires
October 02, 2026 01:39 ET (05:39 GMT)
Bitte beachten Sie das Regelwerk
DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG
Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)
Top 5 Umsatz
Letzte Aktualisierung:
02.10.2026 @ 13:09:32


