MÄRKTE EUROPA/Fester nach Williams-Aussagen und China-Daten

30.09.2026 / 10:05 Uhr

DOW JONES--Dank taubenhafter Kommentare von John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank in New York, sind Europas Börsen mit kräftigen Aufschlägen in den Handel am Mittwoch gestartet. Die US-Notenbank habe nach der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren in der vergangenen Woche keinen Grund zur Eile, die Zinsen weiter anzuheben. Die an den Märkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober brach daraufhin auf unter 50 Prozent ein von zuvor über 70 Prozent.

Daneben stützen Daten aus China. Chinas Wirtschaft zeigte zum Ende des dritten Quartals Anzeichen einer Verbesserung. Sowohl die offiziellen als auch die privaten Indikatoren für die Aktivität in der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe zogen an. Die Hauptwerte von vier Indizes lagen im September über der neutralen Schwelle von 50 Punkten. Dies deutet auf eine robuste Nachfrage hin, trotz des Krieges im Nahen Osten, der weiterhin die Lieferketten stört und die Kosten in die Höhe treibt.

Der DAX gewinnt daraufhin 0,7 Prozent auf 25.564 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,6 Prozent nach oben. Derweil gibt Brent leicht nach auf 102,30 Dollar das Fass. Die vielbeachteten 10-jährigen US-Staatsanleihen rentieren bei 5,21 Prozent, ein Minus von 4 Basispunkten. Am Devisenmarkt tut sich beim Euro mit 1,1345 Dollar wenig.

Derweil indizieren Preisdaten aus Frankreich und erste Länderdaten aus Deutschland einen steigenden Inflationsdruck. Der Inflationsdruck in Frankreich hat im September deutlicher als erwartet zugenommen. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg mit einer Jahresrate von 3,4 (August: 2,6) Prozent. Volkswirte hatten eine Teuerung von 3,1 Prozent prognostiziert. Um 14 Uhr stehen die gesamtdeutschen Daten zur Veröffentlichung an.

Am Nachmittag werden in den USA ADP-Arbeitsmarktdaten sowie der wichtige PCE-Preisindex veröffentlicht. Für die Aktienmärkte geht es heute laut CMC weniger darum, ob die Konjunkturdaten gut oder schlecht ausfallen, sondern darum, welche Reaktion sie am Anleihemarkt auslösen.

Auf Unternehmensseite steht der Kapitalmarkttag von BMW (+1,8%) im Blick. JP Morgan erwartet zwar, dass das Unternehmen an seinem langfristigen Margenziel von 8 bis 10 Prozent im Automobilbereich festhalten wird, dies sei angesichts des globalen Wettbewerbsumfelds für die kommenden drei Jahre aber kein realistisches Ziel. Daneben sollen Siemens Energy sowie Continental Pre-Close-Calls veranstalten.

Nach dem Abverkauf vom Vortag erholen sich Fresenius am Mittwoch im frühen Handel mit Aufschlägen von 2 Prozent. Im Handel heißt es, die Vortagesverluste von knapp 5 Prozent nach einer FDA-Warnung erschienen übertrieben. In dieser moniert die FDA Verletzungen von Produktionsvorschriften im Werk in Melrose Park in Illinois.

Nach einer Herabstufung durch die Deutsche Bank auf "Hold" geben Commerzbank derweil 1,5 Prozent nach und stellen bislang den Hauptverlierer im DAX.

Nach einem sehr verhaltenen Start in das Geschäftsjahr hat Gerresheimer im zweiten Quartal etwas an Boden gut gemacht. Gerresheimer setzt nach wie vor auf ein stärkeres zweites Halbjahr. Der Umsatz betrug nach vorläufigen Zahlen 578 Millionen Euro nach angepassten 614 Millionen im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA lag bei 102 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr auf Basis angepasster Zahlen bei 126 Millionen Euro gelegen hatte. Für die Aktie geht es kräftig um 6,6 Prozent nach oben.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/cln

(END) Dow Jones Newswires

September 30, 2026 04:04 ET (08:04 GMT)

zur Übersicht mit allen Meldungen

ein Service von
DOW JONES

Copyright © 2026 Tradegate Exchange GmbH
Bitte beachten Sie das Regelwerk

DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG

Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)