PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
30.09.2026 / 07:09 Uhr
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
GASEINSPEICHERUNG - Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat das bundeseigene Energieunternehmen Sefe angewiesen, vermehrt Erdgas einzuspeichern. Das erfuhr das Handelsblatt aus Ministeriumskreisen. Der Schritt erfolgte am späten Dienstagabend und war mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) abgestimmt. Damit geht Reiche den nächsten Schritt, um die deutsche Gasversorgung stärker abzusichern. Bereits Mitte September hatte die Ministerin den bundeseigenen Gasimporteur angehalten, Gas zur Befüllung der Speicher einzukaufen. Damals handelte es sich aber explizit um keine Anweisung an Sefe. (Handelsblatt)
BERLIN - Die Finanzsituation des Landes Berlin soll dramatischer als bisher bekannt sein. Demnach soll Finanzsenator Stefan Evers (CDU) in der Senatssitzung am Dienstag mitgeteilt haben, dass im Etat für das Haushaltsjahr 2028 noch eine Lücke von 4,28 Milliarden Euro klaffe, schreibt Bild unter Berufung auf Senatskreise. Die Zahlen stammten aus Berechnungen des Stabilitätsrates, und demnach fehlten für 2029 weitere 4,99 Milliarden Euro im Etat. Für das Jahr 2030 taxierten die Experten die Haushaltslücke auf 4,89 Milliarden Euro. (Bild)
BÜROKRATIEABBAU - Ein umfassender Bürokratieabbau könnte Deutschlands reale Wirtschaftsleistung binnen fünf Jahren um 42 Milliarden Euro erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommen die Ökonomen Claus Michelsen und Simon Junker vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller sowie Ferdinand Fichtner von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in einer Studie, die dem Handelsblatt vorliegt. Bei einem um ein Viertel geringeren Bürokratieaufwand würden demnach 250 Millionen Arbeitsstunden frei. Die Beschäftigten könnten dadurch produktiver eingesetzt werden, sagte Michelsen. (Handelsblatt)
RENTENREFORM - Kurz vor der entscheidenden Kabinettssitzung am Mittwoch warnen 46 führende deutsche Ökonominnen und Ökonomen die Bundesregierung eindringlich davor, die Empfehlungen der Rentenkommission wieder aufzuschnüren. In einem dem Handelsblatt vorliegenden Aufruf wenden sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insbesondere gegen Überlegungen, das geplante Auslaufen der abschlagsfreien Rente mit 63 erneut zu revidieren. Zu den Unterzeichnern gehören die Co-Vorsitzende der Rentenkommission, Constanze Janda, und die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer. (Handelsblatt)
ÜBERNAHMEN - Drei Jahre nach dem Gezerre um den Einstieg von Cosco beim Hamburger Hafen alarmiert die chinesische Staatsreederei erneut die Politik in Berlin. Die Bundesregierung soll den Verkauf des deutschen Logistikunternehmens Zippel an Cosco verhindern wollen, wie aus einem als "Verschlusssache"- nur für den Dienstgebrauch" eingestuften Vermerk aus der Bundesregierung hervorgeht, der dem Handelsblatt vorliegt. In dem Dokument ist von "erheblichen Sicherheitsbedenken" die Rede. Es bestehe die Gefahr strategischer Abhängigkeiten, die "im Zuge politischer Verwerfungen als Druckmittel genutzt werden könnten", heißt es weiter. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte nicht Stellung nehmen. Zippel ließ eine Anfrage unbeantwortet. (Handelsblatt)
SCHUFA - Die Schufa hat vor einigen Jahren eine "Transparenzoffensive" ausgerufen und als bisherigen Höhepunkt im März 2026 einen neuen Schufa-Score veröffentlicht. Das Versprechen der Auskunftei: Anders als bei vorherigen Scores können Verbraucher alle Kriterien und ihre Gewichtung sehen und dann mit richtigem Verhalten dazu beitragen, dass ihr Score sich verbessert und die Verbraucher dadurch bessere Chancen auf beispielsweise einen Kredit bei einer Bank oder einen Mobilfunkvertrag haben.? Im Rahmen dieser Transparenz-Offensive ist über Monate hinweg der Eindruck erweckt worden, dass es künftig nur noch einen Schufa-Score geben wird. Das ist aber nicht der Fall, wie Recherchen von Süddeutscher Zeitung und NDR zeigen. Internen Unterlagen zufolge bietet die Schufa den Banken und Unternehmenskunden schon seit Sommer 2025 mit dem Hypothekenscore mindestens einen weiteren Score an. Dieser kommt offenbar bei langfristigen Hypotheken-Geschäften zum Einsatz und wird anders berechnet als der neue Schufa-Score. In der App sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher diesen Score aber nicht. (Süddeutsche Zeitung)
DIESEL - US-Präsident Donald Trump hat mit Beratern Krisengespräche darüber geführt, ob ein Dieselexportverbot verhängt oder andere Maßnahmen ergriffen werden sollen. Mitarbeiter hätten Trump Optionen vorgelegt, die auch Beschränkungen für den internationalen Dieselverkauf beinhalten, sagten mit den Gesprächen vertraute Personen, und Regierungsvertreter hätten ausländische Verbündete, einschließlich Großbritannien, über mögliche Störungen ihrer Lieferungen informiert. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte, Trump prüfe "alle auf dem Tisch liegenden Optionen", um die inländischen Kraftstoffpreise zu senken. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, ob die Exporte ausgesetzt werden sollen. (Financial Times)
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September 30, 2026 01:09 ET (05:09 GMT)
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