MÄRKTE ASIEN/Leichter - Tokio mit Nachholbedarf uneinheitlich
24.09.2026 / 09:13 Uhr
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--An den ostasiatischen Aktienmärkten und in Australien haben die Kurse am Donnerstag nachgegeben. Sie folgten damit der Vorgabe der Wall Street, wo nach unerwartet stark ausgefallenen Konjunkturdaten die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im Oktober deutlich gestiegen war. Die Marktzinsen zogen entsprechend stark an, im Zehnjahresbereich auf 5,11 Prozent und damit das höchste Niveau seit 2007. Für Oktober wird nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 nach zuvor rund 55 Prozent eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank eingepreist. Auch in Ostasien sorgte das für anziehende Renditen.
Bremsend wirkte daneben der wieder deutlicher über den jüngsten Tiefs um 98 Dollar liegende Ölpreis. Zuletzt kostete Brent-Öl 103,72 Dollar, nochmal 0,6 Prozent mehr als in den USA. Da waren die Preise sehr deutlich gestiegen, nachdem Irans Präsident Masoud Pezeshkian vor der UN-Vollversammlung gesagt hatte, man werde sich dem US-Druck nicht beugen. Damit wurden Hoffnungen auf eine rasche diplomatische Lösung des Konflikts und der Öffnung der Straße von Hormus gedämpft.
In Tokio ging es nach der dreitägigen Feiertagspause uneinheitlich zu. Der Topix gab um 0,4 Prozent nach, der etwas engere und technologielastigere Nikkei-225 gewann dagegen 0,8 Prozent. Händler erklärten das mit Nachholbedarf bei Technologieaktien, insbesondere solchen mit KI-Fantasie, nachdem die Branchenwerte zuletzt an den internationalen Börsen gut gelaufen waren. Advantest verteuerten sich um 3,2 Prozent, Tokyo Electron um 1,5 und Lasertec um 1,8 Prozent. Softbank Group kamen immerhin um 0,6 Prozent voran. Hier könnte etwas gebremst haben, dass der Technologieinvestor die Ausgabe von vorrangigen Anleihen im Wert von 11,1 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der angepeilten Milliarden-Investition in OpenAI plant.
Im koreanischen Seoul wurde nicht gehandelt. Dort wird am Donnerstag und Freitag das Erntedankfest gefeiert, nachdem es an den vergangenen vier Tagen nach oben gegangen war mit dem technologielastigen Kospi.
Auch an den chinesischen Börsen kam es zu Einbußen. Der Shanghai-Composite gab um 1,2 Prozent nach, der HSI in Hongkong lag im Späthandel 0,4 Prozent im Minus. Dass sich die USA und China zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping darauf verständigt haben, die gegenseitige Zollpause bis Januar zu verlängern, um mehr Zeit für weitere Gespräche zu haben, sorgte zunächst für keinen positiven Impuls. Mit dem Ende der bisherigen Zollpause am 10. November hätte China wohl auch seine Exportkontrollen für seltene Erden ausgeweitet. Die Akteure an den Börsen warten nun auf die direkten Gespräche der beiden Präsidenten, bei denen es auch um Technologiekontrollen, KI und den Krieg im Iran gehen dürfte.
In Sydney ging es für den S&P/ASX-200 um 0,7 Prozent nach unten. In Down Under stieg die Arbeitslosenquote im August zwar unerwartet, die Beschäftigung nahm im Laufe des Monats aber stark zu. Hintergrund ist, dass die Zahl der Arbeitssuchenden stieg. Sorgen vor einer weiter zu hohen Inflation und damit weiter steigenden Zinsen dämpften die Daten damit nicht.
Unter den Einzelwerten stiegen in Sydney Washington H. Soul Pattinson um gut 6 Prozent. Die Investment-Holding erhöht trotz eines Rückgangs des operativen Jahresgewinns die Schlussdividende.
BHP verloren 1,7 Prozent, nachdem der Bergbauriese den Abbau im weltweit größten Kupferbergwerk Escondida in Chile nach dem Tod eines Arbeiters ausgesetzt hat. Der Kurs des Konkurrenten Rio Tinto gab um 0,7 Prozent nach.
=== INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 8.702,00 -0,7 -0,1 08:00 Topix 500 (Tokio) 3.180,05 -0,4 +19,5 08:00 Kospi (Seoul) Feiertag +68,0 Hang-Seng (Hongkong) 24.735,96 -0,4 -3,5 10:00 Shanghai-Composite 3.888,37 -1,2 -2,0 09:00 Straits-Times (Singapur) 5.688,46 -0,4 +22,4 11:00 IDX Comp. (Indonesien) 6.293,75 -1,3 -27,2 10:00 KLCI (Malaysia) 1.674,76 -0,1 -0,3 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mi, 09:14 % YTD EUR/USD 1,1386 +0,1 1,1380 1,1422 -3,1 EUR/JPY 180,38 +0,1 180,23 180,22 -2,0 EUR/GBP 0,8596 +0,0 0,8593 0,8580 -1,4 USD/JPY 158,40 +0,1 158,29 157,75 +1,1 USD/KRW 1.368,26 +0,2 1.365,74 1.362,10 -5,0 USD/CNY 6,7115 +0,0 6,7111 6,7067 -4,0 USD/CNH 6,7132 +0,0 6,7107 6,7066 -3,8 USD/HKD 7,8432 NULL 7,8432 7,8433 +0,8 AUD/USD 0,7034 -0,0 0,7036 0,7089 +5,4 NZD/USD 0,5674 +0,0 0,5673 0,5703 -1,4 BTC/USD 83.971,38 -0,3 84.230,38 86.384,48 -4,2 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,63 +0,5 0,47 92,16 Brent/ICE 103,72 +0,6 0,64 103,08 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.278,51 -0,2 -8,38 4.286,89 Silber 64,03 -0,7 -0,43 64,47 Platin 1.751,88 +0,1 1,86 1.750,02 (Angaben ohne Gewähr) ===
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