XETRA-SCHLUSS/Leichter - Aktien mit KI-Fantasie unter Druck

14.09.2026 / 17:55 Uhr

DOW JONES--Steigende Renditen und ein weiter anziehender Ölpreis haben zu Wochenbeginn für Abgaben am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 25.441 Punkte, konnte sich damit von seinem Tagestief aber wieder erholen. Der Ölpreis setzte seinen Anstieg fort - Brent notierte knapp über 108 Dollar. Zudem legten die Renditen weiter zu. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen kletterte im Verlauf erstmals seit Oktober 2023 wieder über das Niveau von 5 Prozent, fiel in Anschluss aber wieder unter diese Marke. Unter Druck standen vor allem Aktien mit Bezug zur Künstlichen Intelligenz (KI). Für die US-Notenbanksitzung am Mittwoch preisen die Märkte eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von aktuell 90 Prozent ein.

Hintergrund für den Ölpreisanstieg war, dass der Oman ein geplantes Treffen zwischen dem Iran und den Golfstaaten über die Zukunft der Straße von Hormus verschoben hat, nachdem es nicht gelungen ist, einen Konsens über die Verwaltung der strategisch wichtigen Wasserstraße zu erzielen. Dazu kam, dass die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen offenbar die Meerenge Bab al-Mandab kontrollieren, die ebenfalls für den Welthandel von großer Bedeutung ist. Außerdem hat Saudi-Arabien eine wichtige Ölpipeline, mit der die Straße von Hormus umgangen wird, nach Angriffen vorerst stillgelegt.

Unter Druck standen Aktien mit KI-Fantasie. Zum einen werden mit einem steigenden Zinsniveau deren oft sehr hohe Bewertungen schwerer zu rechtfertigen. Zum anderen hat sich die allgemeine KI-Stimmung eingetrübt, nachdem sich Anthropic-Chef Dario Amodei dafür ausgesprochen hat, die Weiterentwicklung von KI-Modellen langsamer anzugehen, damit die Entwicklung von Mechanismen zur Risikovorsorge Schritt halten kann. Er reagierte damit auf die Kündigung eines KI-Forschers. Der Brite Jacob Coxon wirft KI-Unternehmen vor, nicht verantwortungsvoll zu handeln. Andere Branchengrößen wie OpenAI-CEO Sam Altman und Tesla-CEO Elon Musk stimmten Amodei zu. OpenAI verschob wegen Sicherheitsbedenken sogar seinen Börsengang.

Unter den KI-Infrastrukturausrüstern ging es für Siemens Energy um 8,0 Prozent abwärts. Im Chipsektor sackten Infineon um 7,7 Prozent ab und Aixtron schlossen mit einem Minus von 11,2 Prozent. Hochtief verloren 9,4 Prozent.

Kursgewinne verzeichneten dagegen Aktien von Softwareunternehmen und solchen, bei denen Software eine wichtige Rolle spielt. Sie litten seit Monaten unter Bedenken wegen disruptiver Wirkungen von KI-Anwendungen auf ihre Geschäftsmodelle. Daher sorgten die Spekulationen über eine Verlangsamung der KI-Entwicklung für etwas Entspannung. So gewannen SAP 5,1 Prozent und waren damit der größte DAX-Gewinner. Nemetschek stiegen um 2,7 Prozent.

Fest zeigten sich Aktien der Börsenbetreiber nach einem Interview in der "Financial Times". Laut dem Euronext-Vorstandschef ist sein Unternehmen offen für eine Fusion mit ihrem größten Rivalen Deutsche Börse oder für eine Zusammenlegung der Börsen-Geschäfte der beiden Gruppen. Für Deutsche Börse ging es um 2,1 Prozent nach oben, für Euronext um 1,3 Prozent. Noch stärker legten London Stock Exchange (+2,9%) zu.

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Index         zuletzt*  +/- %  +/- % YTD 
DAX             25.441   -0,5        3,8 
DAX-Future      25.466   -0,5        3,6 
XDAX            25.452   -0,5        3,5 
MDAX            31.059   -1,9        1,3 
TecDAX           3.961   -0,5        9,3 
SDAX            18.182   -0,9        5,9 
               zuletzt   +/- Ticks 
Bund-Future     120,42   -6,0 
*gerundet 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 14, 2026 11:54 ET (15:54 GMT)

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