PRESSESPIEGEL/Unternehmen
24.08.2026 / 06:48 Uhr
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
COMMERZBANK - Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann fordert eine Überprüfung des deutschen Übernahmerechts. Der Einstieg der italienischen Unicredit bei der Commerzbank werfe Fragen auf, weil der Großaktionär mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit habe erreichen können, ohne den Commerzbank-Aktionären eine angemessene Kontrollprämie zu zahlen, sagte Weidmann der Süddeutschen Zeitung. Von den rund 73 Prozent der Commerzbank-Aktien, die der Unicredit hätten angedient werden können, seien nur knapp 18 Prozent angedient worden. Institutionelle und private Investoren hätten sich daran mit weniger als 3 Prozent beteiligt, der Rest entfalle auf mit Unicredit verbundene Banken, sagte Weidmann. "So konnte Unicredit mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit erreichen, ohne eine angemessene Kontrollprämie zu bezahlen. Das wirft Fragen zum Übernahmerecht in Deutschland auf, das sich der Gesetzgeber vielleicht anschauen sollte", sagte der frühere Bundesbank-Präsident, der den Commerzbank-Aufsichtsrat seit gut drei Jahren anführt. Außerdem solle der Bund zumindest in der aktuellen Phase Aktionär der Commerzbank bleiben. "Die Beteiligung war Teil einer Rettungsmaßnahme, deshalb sollte sich der Bund perspektivisch zurückziehen", sagte Weidmann. "In der aktuellen Phase macht es aber Sinn, dass der Bund weiter Aktionär bleibt, um die Interessen des Standorts Deutschland aktiv zu vertreten", sagte Weidmann. (Süddeutsche Zeitung)
VOLKSWAGEN - Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hat die Belegschaft auf tiefgreifende Einschnitte eingeschworen und angesichts einer globalen Branchenkrise absoluten Zusammenhalt gefordert. Blume sagte zu Bild am Sonntag: "Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen. Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt." Nächste Woche findet eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen statt. Die Arbeitnehmerseite hatte vor den Werksferien Details zu den Sparplänen und Entlassungen verlangt. "Die nächsten Jahre sind entscheidend, wer im Rennen bleibt und wer an die Spitze fährt", so Blume weiter. Die Ursachen für den enormen Spardruck verortet der Konzernchef in einem fundamentalen Marktwandel und globalen Verwerfungen: "Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen Konzern ist mittendrin. Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern alle." Trotz der verhärteten Fronten im Konzern appellierte Blume an den Kampfgeist der Belegschaft: "Für die Menschen, unser Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland." (Bild am Sonntag)
ANTHROPIC - US-Kunden von Anthropic nutzen günstigere Alternativen zum leistungsstärksten KI-Tool des Unternehmens. Dies wirft im Vorfeld des voraussichtlich größten Börsengangs aller Zeiten Fragen zum ausgabenintensiven Geschäftsmodell des Konzerns auf. Die Ausgaben für Fable 5, das größte und teuerste Modell von Anthropic, haben sich mehr als zwei Monate nach dessen Veröffentlichung bei nur etwa 11 Prozent der Gesamtausgaben für die Tools des Unternehmens eingependelt. Dies geht aus Ausgabendaten von 70.000 Unternehmen hervor, die vom Zahlungsdienstleister Ramp erhoben wurden. Damit wird das bisherige Muster durchbrochen, wonach Unternehmenskunden standardmäßig auf die leistungsstärksten Modelle zurückgreifen. Analysten und Investoren von Anthropic erklärten, dieser Wandel sei in erster Linie auf den hohen Preis von Fable zurückzuführen sowie auf die Tatsache, dass ältere Modelle in der Lage sind, den Großteil der geschäftlichen Anforderungen zu bewältigen. (Financial Times)
DEUTSCHE BANK - Nach mehr als einem Jahrzehnt steigt die Deutsche Bank wieder in den Energiehandel ein. Wie das Institut auf Anfrage mitteilte, will es damit vor dem Hintergrund der gestiegenen Energierisiken ihr Angebot für ihre Firmenkunden ausbauen. Im Energiehandel der Banken können sich zum Beispiel produzierende Unternehmen gegen einen Anstieg des Strompreises absichern, indem sie einen Swap abschließen. Das Unternehmen zahlt der Bank dabei einen vertraglich festgelegten Preis und erhält von der Bank den jeweils aktuellen Marktpreis. Die Bank nimmt dabei Gebühren ein und streicht, sofern sie die Preisentwicklung besser einschätzt als ihre Kunden, die Spanne zwischen dem vereinbarten und dem Marktpreis ein. Wie die Deutsche Bank betont, will sie jedoch nicht wieder in die gesamte Bandbreite des Rohstoffgeschäfts einsteigen. Es handele sich vielmehr um eine gezielte Investition in das Market Making an den Finanzenergiemärkten. (Börsen-Zeitung)
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