MÄRKTE EUROPA/Fester Euro belastet - JD Sports brechen ein
20.08.2026 / 13:40 Uhr
DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten geht es am Donnerstag nach unten. Der festere Euro drückt auf das Sentiment. Er dürfte mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der in der Eurozone produzierten Waren im Dollar-Raum erschweren. Dies könnte schon bald in der Margenentwicklung der Unternehmen abzulesen sein, heißt es. Der Euro notiert bei knapp 1,17 Dollar. Der DAX verliert 0,4 Prozent auf 25.989 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,2 Prozent auf 6.430 Punkte nach unten.
Hauptthema bleibt die Entwicklung an den Anleihemärkten. Gesprächsstoff lieferte die Ankündigung des US-Finanzministeriums, zukünftig mehr langlaufende Treasurys zurückzukaufen. Das sorgte zwar für eine gewisse Entspannung bei den US-Anleihen, setzte dem Dollar aber kräftig zu, was seitdem auf die Kauflaune für europäische Aktien drückt. Analysten sprachen im Kern von einer Neuauflage der "Operation Twist" der US-Notenbank, nur eben nicht durch die Fed, sondern das Finanzministerium. Dieses müsse nun mehr kurzlaufende US-Staatsanleihen begeben, um die Finanzierung für die Rückkäufe der Langläufer zu stemmen.
Die Analysten der Rabobank sehen einen Zusammenhang zwischen den verstärkten Rückkäufen langlaufender Treasuries durch das US-Finanzministerium und dem Iran-Krieg. "US-Finanzminister Bessents Aktion zeigt, dass die USA sich nicht von steigenden Langfristrenditen daran hindern lassen wollen, gegen den Iran vorzugehen", schreiben sie in einem Kommentar. Darin habe schon immer die ökonomische Staatskunst bestanden - im Gegensatz zu der Auffassung, dass der Anleihemarkt so etwas verhindern könne. Bessent habe die Tür für eine künftige "Special Military Operation Twist" geöffnet, so wie auch in anderen US-Kriegen die Kreditkosten auf die eine oder andere Weise gekappt worden seien.
An den europäischen Anleihemärkten geht es mit den Renditen etwas nach oben, gegenüber Dienstag notieren sie im Zehnjahresbereich wenig verändert. Gold fällt nach der Vortagesrally um 0,7 Prozent auf 4.489 Dollar die Feinunze.
Lage im Nahen Osten weiter undurchsichtig
Die Lage im Nahen Osten bleibt derweil weiterhin unklar nach dem Ablauf des ohnehin brüchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran. Die Zahl der Frachtschiffe, die die Straße von Hormus täglich passieren, ist in den zweistelligen Bereich gefallen. Ein Friedensvertrag ist nicht in Sicht. Das eröffnet weiteres Aufwärtspotenzial für den Ölpreis. Der Preis für Brent zieht um 2,7 Prozent auf 94,06 Dollar das Fass an. Damit schmilzt der Abstand zu der für die Märkte psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
JD Sports hat ein schwächeres Trading-Update für das zweite Quartal veröffentlicht. Grund dafür ist laut RBC eine geringere Nachfrage nach Sportschuhen in den USA. Die flächenbereinigten Umsätze seien im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen. Der Konsens sei von einem Minus von 2 Prozent ausgegangen. Die Prognose für den Gewinn vor Steuern im Geschäftsjahr 2027 sei im Mittelwert um 6 Prozent auf 700 bis 800 Millionen Pfund gesenkt worden. Der Konsens liege hier bei 781 Millionen Pfund, so RBC. JD Sports brechen um 14,7 Prozent ein. Adidas verlieren im Gefolge 1,1 Prozent, Puma reduzieren sich um 1,7 Prozent.
Laut Metzler hat Tonies robuste Geschäftszahlen vorgelegt. Der Umsatz im zweiten Quartal und das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr hätten beide die Konsenserwartungen übertroffen. Die Margenkompression spiegele hauptsächlich einen ungünstigen Produktmix wider. Dies kommt bei den Anlegern offenbar nicht gut an - Tonies fallen um 0,2 Prozent.
Aber auch Analysten-Kommentare bewegen die Kurse. So hat die UBS die Aktie von Sartorius (+4,7%) auf "Buy" hochgenommen. Der Konzern sei gut positioniert für beschleunigtes Wachstum in den Jahren 2027 bis 2029, so die Analysten. Sie sehen starke zugrunde liegende Nachfrage nach Bioprozess-Verbrauchsmaterialien, angetrieben durch erhöhten Arzneimittelverbrauch aufgrund der alternden Bevölkerung
Bank of America nimmt die Brenntag-Aktie mit "Underperform" und einem Kursziel von 55 Euro wieder auf. Daraufhin gibt der Titel um 2,6 Prozent nach.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.429,65 -0,2 -14,81 6.444,46 11,0 Stoxx-50 5.463,06 -0,1 -3,61 5.466,67 11,1 DAX 25.989,12 -0,4 -102,21 26.091,33 6,1 MDAX 31.842,82 +0,1 20,35 27.039,42 4,0 TecDAX 4.062,69 +0,1 3,53 3.091,28 12,2 SDAX 18.572,37 +0,2 38,33 13.062,07 8,1 FTSE 10.723,44 -0,2 -19,91 10.743,35 8,0 CAC 8.475,99 -0,3 -25,92 8.501,91 4,0 SMI 14.363,24 -0,2 -23,34 14.386,58 8,3 ATX 6.592,73 0,0 -0,18 6.592,91 23,8 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:12 EUR/USD 1,1696 +0,2 0,0019 1,1677 1,1669 EUR/JPY 185,43 +0,4 0,7500 184,68 184,8500 EUR/CHF 0,9317 +0,1 0,0007 0,9310 0,9326 EUR/GBP 0,8575 -0,1 -0,0004 0,8579 0,8574 USD/JPY 158,52 +0,2 0,3600 158,16 158,3900 GBP/USD 1,3638 +0,3 0,0035 1,3603 1,3608 USD/CNY 6,7226 -0,1 -0,0069 6,7295 6,7295 USD/CNH 6,7224 -0,1 -0,0088 6,7312 6,7298 AUS/USD 0,712 -0,0 -0,0003 0,7123 0,7125 Bitcoin/USD 71.872,94 +4,1 2.805,08 69.067,86 68.588,13 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 88,52 +3,1 2,69 85,83 Brent/ICE 94,06 +2,7 2,44 91,62 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.488,89 -0,7 -32,20 4.521,09 Silber 66,79 -0,2 -0,13 66,92 Platin 1.812,84 -0,6 -11,66 1.824,50 (Angaben ohne Gewähr) ===
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