MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
20.08.2026 / 07:31 Uhr
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+++++ TAGESTHEMA +++++
Bei der jüngsten Sitzung der US-Notenbank haben sich die Geldpolitiker gespalten hinsichtlich des weiteren Zinspfads gezeigt. In dem Protokoll des Treffens vom 28. und 29. Juli. hieß es, dass "viele" Währungshüter zu der Einschätzung gelangten, eine Straffung der Geldpolitik werde "wahrscheinlich notwendig sein", falls die Inflation nicht zurückgeht. Allerdings waren nur "einige" der Ansicht, dass die aktuelle Zinspolitik möglicherweise nicht "ausreichend restriktiv" sei, um das Inflationsziel der Fed von 2 Prozent zu erreichen.
Bei dieser Sitzung beließ die Fed ihren Leitzins mit einem Votum von 9 zu 3 in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Drei regionale Fed-Präsidenten sprachen sich für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte aus. Es war das erste Mal seit 2016, dass drei Notenbanker in dieselbe Richtung abweichende Meinungen vertraten.
Die Erwartungen von Markteilnehmern sind inzwischen auf lediglich eine Zinserhöhung bis Dezember zusammengeschrumpft. Der jüngste Anstieg der Ölpreise hat die Inflationssorgen jedoch wieder etwas größer werden lassen und Marktteilnehmer haben demzufolge ihre Spekulationen auf höhere Fed-Zinsen wieder leicht verstärkt.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
CTS EVENTIM (17:45)
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das zweite Quartal (in Millionen Euro):
PROG PROG PROG
2. QUARTAL 2Q26 ggVj Zahl 2Q25
Umsatz 833 +5% 4 796
EBITDA bereinigt 108 +7% 4 100
EBITDA-Marge bereinigt 12,9 -- -- 12,6
Ergebnis nach Steuern/Dritten 42 -4% 3 44
Weitere Termine:
07:30 DE/Tonies SE, Ergebnis 2Q (15:00 Analystenkonferenz)
09:00 DE/Hamburg Commercial Bank AG, Ergebnis 1H (14:00 Analystenkonferenz)
10:00 DE/BayernLB, Ergebnis 1H
11:30 CN/Alibaba Group Holding Ltd, Ergebnis 2Q
13:00 US/Walmart Inc, Ergebnis 2Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende 2G Energy 0,21 Euro
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- DE
08:00 Erzeugerpreise Juli
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+2,2% gg Vj
zuvor: -0,3% gg Vm/+1,8% gg Vm
08:00 Umsatz im Gastgewerbe
- CH
08:00 Handelsbilanz Juli
- SE
09:30 Sveriges Riksbank, Ergebnis der Sitzung des geldpolitischen Rats
PROGNOSE: k.A.
zuvor: 1,75%
- US
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 210.000
zuvor: 209.000
14:30 Philadelphia-Fed-Index August
PROGNOSE: 25,0
zuvor: 41,4
16:00 Index der Frühindikatoren Juli
PROGNOSE: +0,1% gg Vm
zuvor: -0,2% gg Vm
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 26.165,00 -0,1 E-Mini-Future S&P-500 7.740,75 +0,2 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.640,00 +0,4 Topix (Tokio) 4.054,28 +1,1 Hang-Seng (Hongk.) 25.817,68 +1,3 Shanghai-Comp. 3.903,37 +0,2 Mittwoch: INDEX zuletzt +/- % DAX 26.091,33 -0,1 DAX-Future 26.149,00 -0,3 MDAX 31.822,47 -0,1 TecDAX 4.059,16 +0,2 SDAX 18.534,04 +0,6 Euro-Stoxx-50 6.444,46 -0,4 Stoxx-50 5.466,67 -0,1 XDAX 26.086,56 -0,0 Dow-Jones 53.463,05 +0,2 S&P-500 7.707,98 +0,2 Nasdaq Composite 26.331,09 +0,2
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften mit geringen Abschlägen in den Handel am Donnerstag starten. Das am späten Mittwoch veröffentlichte Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank wird als leicht falkenhaft eingestuft. Hauptthema am Markt bleibt allerdings die Entwicklung an den Anleihemärkten.Die Ankündigung des US-Finanzministeriums, zukünftig mehr langlaufende Treasurys zurückzukaufen, sorgte zwar für eine gewisse Entspannung, setzte dem Dollar aber kräftig zu, was auf die Kauflaune für europäische Aktien drückte. Die Lage im Nahen Osten bleibt derweil vertrackt nach Ablauf des ohnehin brüchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran. Die Zahl der Frachtschiffe, die die Straße von Hormus täglich passieren, ist in den zweistelligen Bereich gefallen. Das eröffnet Aufwärtspotenzial für den Ölpreis.
Rückblick: Knapp behauptet - Für Kaufzurückhaltung sorgte, dass die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ausgelaufen ist und bislang keine weitere vereinbart wurde. Dazu bleibt die Lage in der Meerenge von Hormus fragil. Die Ölpreise zogen um rund 1,5 Prozent an. Für Gesprächsstoff sorgten aber vor allem die Anleihemärkte. Nach dem deutlichen Anstieg der Renditen an den Vortagen ging es dort volatil zu, unter dem Strich entspannte sich die Lage in Europa aber leicht, in den USA stärker. Auslöser war die Ankündigung des US-Finanzministeriums, zukünftig mehr langlaufende Anleihen zurückzukaufen. mutmaßlich mit der Absicht, das Zinsniveau zu drücken. Das setzte aber dem Dollar kräftig zu und der Euro legte deutlich zu, was wiederum die Kauflaune für Aktien drückte. Tagesfavoriten waren Pharmawerte. Die Stimmung für den Sektor wurde gestützt durch die Nachricht, dass ein personalisierter Impfstoff von Moderna und Merck & Co das Wiederauftreten von Melanomen verringert. Der Stoxx-Subindex der Pharmaaktien gewann 1,1 Prozent. Chipaktien hatten es angesichts der zuletzt erhöhten Marktzinsen weiter schwer. Zum einen schlage sich das höhere Zinsniveau ungünstig auf die Bewertungen nieder, zum anderen könnten die höheren Zinsen die massiven Investitionen in KI-Technologie bremsen, hieß es. Gemieden wurden Aktien der Versicherer. Zum einen wurde auf Belastungen der Versicherer durch die Hitzewelle verwiesen. Marktbeobachter verwiesen aber auch auf den jüngsten fortgesetzten Rückgang der Anleihekurse. Dies habe Sorgen vor Bewertungsverlusten der Anleihen in den Anlageportfolios der Versicherer geschürt. Der Versicherer-Branchenindex gab um 1,5 Prozent nach.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Knapp behauptet - Mit dem Moderna-Studienerfolg eines Impfstoffs gegen Melanome ging es für die Aktie des deutschen Wettbewerbers Biontech im Windschatten im Xetra-Handel um fast 20 Prozent nach oben. Auch Aktien anderer Unternehmen aus dem Sektor, die nicht unmittelbar im Bereich mRNA-Impfstoffe arbeiten, legten zu. Im DAX kamen Qiagen auf ein Plus von 2,1 Prozent und Merck KGaA auf 1,2 Prozent. Im MDAX stiegen Sartorius um 2,3 Prozent. Obwohl bei Heidelberger Druck Umsatz und Gewinn im ersten Geschäftsquartal zurückgingen, stieg der Kurs um 2,6 Prozent. Analysten hoben den guten Auftragseingang hervor.
XETRA-NACHBÖRSE
Smartbroker zeigten sich auf Tradegate 0,2 Prozent fester mit der abendlichen Nachricht, dass das Unternehmen die Zusage über einen Betriebsmittelkredit mit einem Volumen von bis zu 20 Millionen Euro erhalten hat. Die Mittel sollen zur Finanzierung des operativen Geschäfts sowie für die Investition in das weitere Wachstum des Onlinebrokers Smartbroker+ verwendet werden.
USA - AKTIEN
Etwas fester - Für Kauflaune sorgten deutlicher sinkende Renditen am Anleihemarkt, nachdem sie zuletzt auch aus Sorge über die Solidität der US-Staatsfinanzen immer weiter gestiegen waren - im 30-Jahresbereich auf ein 20-Jahres-Hoch. Etwas bremsend wirkte das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung, das als tendenziell falkenhaft interpretiert wurde. Auch der weiter steigende Ölpreis dämpfte die Kauflaune. Aktien mit KI-Fantasie stabilisierten sich, nachdem sie am Vortag noch sehr stark unter dem Anstieg der Renditen gelitten hatten. Als einen Belastungsfaktor hatten Teilnehmer da ausgemacht, dass die betreffenden Unternehmen in großem Umfang lang laufende Anleihen ausgeben, um die riesigen KI-Investitionen zu finanzieren. Damit treten sie aber in direkten Wettbewerb mit staatlichen Kreditnehmern um die Gelder der Anleger. Für massive Kursbewegungen sorgte eine erfolgreiche Studie von Moderna und Merck & Co. Demnach reduziert ein personalisierter Krebsimpfstoff das Wiederauftreten von Melanomen. Moderna explodierten geradezu, die Aktie machte einen Satz um rund 180 Prozent nach oben. Für Merck ging es um rund 13 Prozent aufwärts. Im Sog sprang der Kurs des Moderna-Wettbewerbers Biontech um 22 Prozent an, Novavax zogen um fast 11 Prozent an. Pfizer verteuerten sich um 3,6 Prozent. Marvell Technology gewannen knapp 10 Prozent, nachdem das Unternehmen Google im Rahmen einer Partnerschaft zur Entwicklung kundenspezifischer Halbleiterprodukte eine Option zum Kauf seiner Aktien eingeräumt hat. Target bewegten sich um 4,3 Prozent nach oben. Der Einzelhändler hatte die Prognose für das Geschäftsjahr erneut angehoben.
US-ANLEIHEN
Rendite +/- Tageshoch Tagestief
2 Jahre 4,18 +0,00 4,20 4,14
10 Jahre 4,65 -0,05 4,71 4,64 Auslöser für den Rückgang der Renditen am Anleihemarkt nach dem vorangegangenen kräftigen Anstieg war die Ankündigung des US-Finanzministeriums, zukünftig mehr langlaufende Anleihen zurückzukaufen. Die Absicht dahinter dürfte sein, das die Staatsfinanzen belastende Renditeniveau zu senken. Die Zehnjahresrendite fiel um 5 Basispunkte auf 4,65 Prozent.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:12 EUR/USD 1,1672 -0,0 -0,0005 1,1677 1,1669 EUR/JPY 185,19 +0,3 0,5100 184,6800 184,8500 EUR/CHF 0,9338 +0,3 0,0028 0,9310 0,9326 EUR/GBP 0,8577 -0,0 -0,0002 0,8579 0,8574 USD/JPY 158,64 +0,3 0,4800 158,1600 158,3900 GBP/USD 1,3605 +0,0 0,0002 1,3603 1,3608 USD/CNY 6,7244 -0,1 -0,0051 6,7295 6,7295 USD/CNH 6,7243 -0,1 -0,0069 6,7312 6,7298 AUS/USD 0,7115 -0,1 -0,0008 0,7123 0,7125 Bitcoin/USD 69.613,23 +0,8 545,37 69.067,86 68.588,13
Für den Dollar ging es mit den sinkenden Renditen deutlich nach unten. Der Euro stieg auf 1,1670 Dollar, ein Zweieinhalbmonatshoch.
++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.484,88 -0,8 -36,21 4.521,09 Silber 66,96 +0,1 0,04 66,92 Platin 1.799,97 -1,3 -24,53 1.824,50
Für den Goldpreis ging es steil nach oben, und zwar um über 160 Dollar auf 4.494 Dollar je Feinunze. Treiber waren gleichermaßen der schwache Dollar wie die sinkenden Anleiherenditen. Während der Dollar Gold für Käufer aus dem Nichtddollarraum verbilligte, machten die niedrigeren Renditen das zinslose Gold als Anlage attraktiver.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 86,00 +0,2 0,17 85,83 Brent/ICE 91,71 +0,1 0,09 91,62
Der Brent-Ölpreis zog um 0,7 Prozent an auf 91,62 Dollar vor dem Hintergrund der ausgelaufenen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran und der weiter fragilen Lage in der Straße von Hormus.
+++++ MELDUNGEN SEIT MITTWOCH 17.30 UHR +++++
KRIEG USA / IRAN
US-Präsident Donald Trump hat geschworen, den Iran mit einem, wie er es nannte, "WIRTSCHAFTLICHEN D-DAY" zu überziehen, während die Frustration über mangelnde Fortschritte bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus oder einer Einigung zur Beendigung des fast sechsmonatigen Krieges wächst. Trump sagte am Mittwochabend, er werde eine große Wirtschaftskampagne gegen den Iran und jede Organisation starten, die mit dem Regime Geschäfte mache. Der Präsident sagte, es werde "die ZERSTÖRERISCHSTE WIRTSCHAFTSOPERATION SEIN, DIE JEMALS GEGEN EIN LAND ERGRIFFEN WURDE!". Trump führte nicht aus, was die USA konkret zusätzlich zu den bereits gegen Teheran verhängten schweren Sanktionen unternehmen werden.
ZOLLSTREIT USA / KANADA
Die USA werden im Rahmen eines von den beiden Nationen ausgearbeiteten Handelsabkommens wahrscheinlich die Zölle auf kanadischen Stahl, Aluminium und Automobile senken, so mit den Verhandlungen vertraute Personen. Obwohl das Abkommen noch nicht endgültig ist, erwägen die USA einen Plan, die Zölle auf Stahl und Aluminium auf 25 Prozent von 50 Prozent zu senken und die Spitzenzölle auf Automobile auf 15 Prozent von 25 Prozent zu reduzieren, sagten die Personen. Sie warnten, dass sich die Bedingungen des Abkommens vor einer offiziellen Ankündigung noch ändern könnten und Details noch ausgearbeitet würden.
PEOPLE'S BANK OF CHINA (PBOC)
Die PBOC hat die Referenzzinssätze für Kredite wie allgemein erwartet unverändert belassen, trotz Daten, die eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik zu Beginn des dritten Quartals zeigten. Der einjährige Referenzzinssatz für Kredite wurde bei 3,0 Prozent und der fünfjährige Satz bei 3,5 Prozent belassen, teilte die Notenbank mit. Beide Zinssätze liegen seit mehr als einem Jahr auf diesem Niveau. Einige Ökonomen sehen Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbank, sollte sich das Wachstum weiter abschwächen.
JAPAN / EXPORTE
Japans Exporte sind im Juli den elften Monat in Folge gestiegen, gestützt auf die andauernde Nachfrage nach globaler chipbezogener Technologie. Wie aus Regierungsdaten hervorgeht, stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 23,2 Prozent. Dieser Wert übertraf den im Juni verzeichneten Anstieg von 19,3 Prozent und lag über dem von Ökonomen in einer Umfrage des Datenanbieters LSEG prognostizierten Wachstum von 19,9 Prozent. Die Importe kletterten unterdessen um 27,8 Prozent. Grund dafür ist, dass Japan angesichts der andauernden Spannungen im Nahen Osten nach alternativen Öllieferrouten sucht, um die Straße von Hormus zu umgehen.
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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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August 20, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
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