MÄRKTE EUROPA/Nahost-Unsicherheiten belasten - Öl und Renditen steigen
18.08.2026 / 18:15 Uhr
DOW JONES--Mit Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag den Handel geschlossen. Erneut waren die Umsätze unterdurchschnittlich und damit allenfalls verhaltener Abgabedruck vorhanden. Der DAX verlor 0,8 Prozent auf 26.128 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,0 Prozent auf 6.468 Punkte nach unten. Mit Blick auf die Branchen in Europa notierten Öl- und Gaswerte 0,3 Prozent im Plus, der Sektor der Technologiewerte handelte dagegen 2,7 Prozent im Minus. Ein deutlich über den Erwartungen ausgefallener ZEW-Index aus Deutschland - sowohl bei der Konjunkturlage als auch den -erwartungen - setzte an den Märkten keine Akzente.
Der Seismograph im Nahost-Konflikt, der Ölpreis, legte weiter zu. Diese stiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, er strebe keine Verlängerung des ausgelaufenen Waffenstillstands an. Zudem hatte Trump am Vortag dem Oman mit einer Bombardierung gedroht, sollte dieser sich den Bemühungen der USA um ein Friedensabkommen mit dem Iran "in den Weg stellen". Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent notierte knapp unter der Marke von 92 Dollar je Barrel.
Neben dem weiter steigenden Ölpreis hatten Anleger die erneut anziehenden Renditen an den Anleihemärkten im Blick. So stiegen die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen auf neue 15-Jahres-Hochs. "Damit werden Renten bei der Kapital-Allokation zur immer größeren Konkurrenz für Aktien", hieß es von QC Partners. Dazu verteuerten die steigenden Zinsen nicht nur die Refinanzierungen der Staaten, sondern auch der Unternehmen.
Die steigenden Renditen an den Anleihemärkten dürften zusehends belasten, an der Börse vor allem die Technologietitel über die Bewertungen oder die KI-Unternehmen mit dem kaum zu stillenden Kapitalhunger. Aber auch Aktien aus der Immobilienbranche dürften zunehmenden Gegenwind verspüren. So wurde die DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG bereits mit Blick auf das 2026er Konzernergebnis etwas vorsichtiger.
Anleger positionieren sich defensiver
Mit Blick auf die kommenden Monate positionierten sich Anleger vorsichtiger. Zu den Gewinnern im DAX gehörte die Deutsche Telekom mit einem Plus von 1,7 Prozent, aber auch Beiersdorf und Munich Re legten um bis zu 1,3 Prozent zu. Infineon stellte mit Minus 7,6 Prozent den größten Verlierer im DAX, aber auch Siemens Energy (-5,2%) und Schwergewicht Siemens (-2,3%) belasteten den Index.
Technologie-Werte wie Aixtron, Suss Microtec oder Elmos Semiconductor schlossen im MDAX bis zu 8,8 Prozent im Minus.
Die britische Frasers Group (+1,8%) gewinnt immer mehr die Kontrolle bei Hugo Boss und zahlt für die schleichende Übernahme laut den Analysten der DZ Bank nur einen "Sparpreis". Neben der direkten Beteiligung von rund 48 Prozent belaufe sich die Gesamtposition über verkaufte Put-Optionen auf rund 78 Prozent. Die Aktie von Hugo Boss verlor 0,4 Prozent.
Für die Aktie von 1&1 ging es im SDAX sogar um 8,3 Prozent nach oben. Großaktionär United Internet will bis zu sechs Millionen Aktien zu marktschonenden Konditionen zukaufen. United Internet hält laut Refinitiv 86,46 Prozent der Aktien, die 90 Prozent-Hürde dürfte das Ziel sein. United Internet verloren 0,1 Prozent.
Die Ergebnisse von BHP (+0,7%) unterstriechen den vielversprechenden Start des neuen CEO Brandon Craig, so Dan Coatsworth, Leiter Märkte bei AJ Bell. Kupfer habe die Leistung des Bergbaukonzerns angetrieben und zu einer kräftigen Dividendenerhöhung beigetragen.
H&M legten nach zwei positiven Broker-Kommentaren um 4,1 Prozent zu. Der Bekleidungskonzern dürfte von regulatorischen Änderungen in der EU profitieren, die die Belastungen durch ein schwierigeres Nachfrage- und Kostenumfeld abmildern dürften, so die Jefferies-Analysten. Regulatorische Änderungen in vielen westlichen Märkten dürften vor allem chinesische Plattformen beeinträchtigen, die in Europa eine bedeutende deflationäre Kraft gewesen seien.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.468 -1,0 +12,8 Stoxx-50 5.471 -0,5 +11,8 Stoxx-600 652 -0,7 +10,8 DAX 26.128 -0,8 +7,6 FTSE-100 London 10.720 +0,1 +7,9 CAC-40 Paris 8.580 -0,8 +5,3 AEX Amsterdam 1.115 -0,7 +17,2 ATHEX-20 Athen 6.706 -0,3 +25,6 BEL-20 Brüssel 5.762 -0,1 +13,5 BUX Budapest 150.110 -0,9 +35,2 OMXH-25 Helsinki 6.379 -1,6 +11,8 OMXC-20 Kopenhagen 1.617 -0,2 +0,6 PSI 20 Lissabon 9.220 +0,9 +11,6 IBEX-35 Madrid 19.982 -0,2 +15,5 FTSE-MIB Mailand 53.587 -1,1 +19,2 OBX Oslo 2.016 -0,2 +26,2 PX Prag 2.790 -0,0 +3,9 OMXS-30 Stockholm 3.266 -0,7 +13,3 WIG-20 Warschau 150.597 -0,7 +29,3 ATX Wien 6.702 -0,9 +25,8 SMI Zürich 14.302 +0,1 +7,8 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:49 EUR/USD 1,1580 +0,0 0,0001 1,1579 1,1589 EUR/JPY 184,78 +0,1 0,1500 184,63 184,7000 EUR/CHF 0,9401 +0,1 0,0013 0,9388 0,9384 EUR/GBP 0,8549 +0,0 0,0002 0,8547 0,8544 USD/JPY 159,58 +0,1 0,1500 159,43 159,3600 GBP/USD 1,3542 -0,0 -0,0001 1,3543 1,3560 USD/CNY 6,7426 +0,0 0,0027 6,7399 6,7399 USD/CNH 6,7464 +0,1 0,0045 6,7419 6,7413 AUS/USD 0,7096 -0,1 -0,0007 0,7103 0,7113 Bitcoin/USD 64.853,29 +0,8 498,23 64.355,06 64.079,02 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 85,56 +1,3 1,06 84,5 Brent/ICE 91,75 +1,0 0,88 90,87 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.367,09 -1,1 -48,10 4.415,19 Silber 64,03 -2,7 -1,77 65,80 Platin 1.725,57 -2,5 -44,57 1.770,14 (Angaben ohne Gewähr) ===
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