Munich Re: Atempause bei Naturkatastrophenschäden vor El Niño

30.07.2026 / 08:00 Uhr

DOW JONES--Das erste Halbjahr ist für die Versicherer relativ glimpflich verlaufen. Naturkatastrophen verursachten Schäden von etwa 112 Milliarden US-Dollar, wovon nur 44 Milliarden Dollar versichert waren, wie es im Naturkatastrophenbericht der Munich Re heißt. Die Schäden lagen leicht unter dem Zehnjahres- und deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Die zweite Jahreshälfte dürfte nach Einschätzung des Rückversicherers vom Wetterphänomen El Niño geprägt werden, das meistens höhere Temperaturen mit sich bringt und Wetterextreme in vielen Weltregionen beeinflusst.

"Es ist eine gefährliche Mischung: Zur fortschreitenden Erderwärmung steuert die Welt auch noch auf einen Super-El-Niño zu, der zusätzlich aufheizt", sagte Tobias Grimm, Chefklimatologe der Munich Re, laut Mitteilung. "Die Auswirkungen werden in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich deutlich zu spüren sein."

In Australien, Mittelamerika und im Südwesten Afrikas drohen durch das El-Niño-Phänomen üblicherweise vermehrte Trockenheit und Waldbrände. Im Westen Südamerikas, Teilen Brasiliens und auch im Südwesten der USA dagegen könne es starke Niederschläge mit Sturzfluten geben, so Munich Re. El Niño dämpfe zwar die Hurrikansaison im Nordatlantik, führe aber zu einer höheren Taifun-Aktivität im gesamten Nord-Pazifik, einschließlich des Nordwest-Pazifiks.

Im ersten Halbjahr war davon noch nicht viel zu spüren. Der größte Schadentreiber für die Branche waren Schwergewitter in den USA. Von den 30 Milliarden Dollar an Gewitterschäden waren 22 Milliarden versichert. Hinzu kam eine Serie schwerer Tornados sowie Winterstürme. In Nordamerika beliefen sich die Gesamtschäden auf 47 Milliarden Dollar, wovon die Versicherer 34 Milliarden tragen mussten.

Gesamtschäden von 30 Milliarden Dollar richtete das Doppel-Erdbeben in Venezuela Ende Juni an, bei dem tausende Menschen ums Leben kamen. Davon waren aber weniger als 1 Milliarde Dollar versichert.

In Europa schlugen schwere Winterstürme zu, unter anderem der Sturm "Kristin, der rund 7,7 Milliarden Dollar Gesamtschäden vor allem auf der Iberischen Halbinsel anrichtete. 1,8 Milliarden davon waren davon versichert.

In der Region Asien/Pazifik beliefen sich die Gesamtschäden auf 8,7 Milliarden Dollar, wovon gut 1 Milliarde Dollar versichert waren. Die größten Gesamtschäden fielen in China mit starken Überschwemmungen an. Von den 2,8 Milliarden Dollar war aber nur ein Bruchteil versichert. Anders sah es in Australien aus: von den 1 Milliarden Dollar an Schäden, die durch Buschbrände verursacht wurden, waren zwei Drittel versichert.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/mgo/brb

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July 30, 2026 02:00 ET (06:00 GMT)

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