MÄRKTE EUROPA/Kaum verändert - Berichtssaison gibt den Takt vor
28.07.2026 / 13:45 Uhr
DOW JONES--Wenig verändert mit einer uneinheitlichen Tendenz zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Dienstag. Der DAX klettert um 0,1 Prozent auf 25.391 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verliert dagegen 0,1 Prozent auf 6.276 Punkte. Mit Blick auf die Branchen steigt der Sub-Index der Konsumgüter um 1,5 Prozent und profitiert dabei von einem Plus von 7,6 Prozent bei Unilever nach Zahlen.
Der Ölpreis gibt weiter nach. Ein Barrel der Sorte Brent verliert 2,5 Prozent auf 86,198 Dollar. Dies unterstützt die Risikobereitschaft. Allerdings verlieren die Sektoren Energy sowie Öl- und Gas jeweils 1,0 Prozent.
Rund ein Drittel der im breiten Stoxx-600 gelisteten Unternehmen legen diese Woche ihre Zahlen vor und fordern damit die geballte Aufmerksamkeit der Anleger. Unter anderem müssen Ergebnisse von Schwergewichten aus allen Branchen verarbeitet werden wie Mercedes-Benz, Unilever, Kering, GSK, Barclays, Safran und viele andere. Dies sorgt für teils heftige Ausschläge bei den Einzelwerten in beide Richtungen.
In der zweiten Wochenhälfte bekommen die Notenbanker mehr Aufmerksamkeit. Am Mittwoch nach Handelsschluss in Europa gibt die US-Notenbank ihren Zinsbeschluss bekannt. Die Sitzung ist eine der am wenigsten vorhersehbaren seit Jahren. Ein erneuter Ölpreisschock und eine falkenhafte Fraktion unter den Notenbankern, die auf Zinserhöhungen drängt, prallen auf verhaltenere Inflationsdaten, die eher für eine Zinspause sprechen. Und an der Spitze der Behörde steht ein neuer Fed-Vorsitzender, der bislang keinerlei Hinweise darauf gegeben hat, zu welcher Seite er neigt.
Zu den Kursgewinnern in Europa gehören Unilever. Der Hersteller von Lebensmitteln und Haushaltsgütern hat den Ausblick für das Jahr angehoben, nachdem das vierteljährliche Absatzvolumenwachstum auf den höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren gestiegen ist. Eine Beschleunigung in Indien, Brasilien sowie in den Bereichen Wellbeing und Home Care sei zwar erwartet worden, das Ausmaß des Gesamtwachstums sei jedoch sehr hoch gewesen, heißt es von Barclays.
Als positiv für die Aktien von Safran (+2,1%) und auch MTU (+2,4%) im DAX werten Händler die Quartalszahlen der Franzosen. Der Luft- und Raumfahrtzulieferer hat ein weiteres hervorragendes Quartal abgeliefert, und seine Antriebssparte war einmal mehr der Motor für die besser als erwartet ausgefallene Leistung, schreiben die Analysten von Bernstein. MTU wird am Donnerstag die Ergebnisse für das erste Halbjahr vorlegen.
Die Zweitquartalszahlen von Mercedes-Banz (+2,7%) hätten über dem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens gelegen, urteilt Bernstein. Die Analysten heben die Marge im Segment Car hervor, die mit 4 Prozent über dem Konsens von 3,5 und in der Mitte des Prognosekorridors von 3 bis 5 Prozent ausgefallen sei. Das Management habe kürzlich schon angedeutet, dass die Zahlen durch die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen belastet werden könnten. Mercedes-Benz hat in den vergangenen Monaten zudem seinen Anteil am Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck (+2,7%) schrittweise reduziert und dadurch rund 1 Milliarde Euro erlöst.
Für die Aktien von Philips geht es um 10,3 Prozent nach unten. Hier belastet zum einen der Ausblick. So soll das Ergebnis im dritten Quartal wahrscheinlich am unteren Ende der zuvor genannten Spanne liegen. Zudem kommt es bei Anlegern nicht gut an, dass das Medizintechnikunternehmen für das zweite Quartal einen Rückgang des Auftragseingangs gemeldet hat. Der Auftragseingang ist nach Aussage der Analysten von Jefferies nach sechs Quartalen mit soliden Trends in den negativen Bereich gerutscht.
Auch aus der Schweiz gab es Zahlen. Für die Aktie von SIG geht es um 7,6 Prozent nach oben, nachdem für das erste Halbjahr operativ starke Zahlen vorgelegt wurden. Bei Sulzer (+6,8%) kommt die Profitabilität in den ersten sechs Monaten des Jahres an der Börse gut an. Die Aktien von Sika legen um 6,1 Prozent zu. Das Unternehmen hat für das erste Halbjahr Umsätze über den Schätzungen gemeldet und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben.
Nach dem bereits soliden Auftakt beschleunigte sich bei Bechtle (+12,7%) die Auftragsdynamik im zweiten Quartal weiter. Die Befürchtungen einer nachlassenden Kundennachfrage infolge rasch steigender Hardwarekosten haben sich nicht bewahrheitet. Der lang ersehnte Erneuerungszyklus ist in vollem Gange.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.274,80 -0,1 -7,41 6.282,21 8,3 Stoxx-50 5.423,75 +0,1 2,91 5.420,84 10,3 DAX 25.391,19 +0,1 30,16 25.361,03 3,7 MDAX 32.303,85 +0,6 197,35 27.039,42 5,5 TecDAX 3.798,26 -0,3 -10,50 3.091,28 4,9 SDAX 18.295,66 +0,1 19,28 13.062,07 6,5 FTSE 10.833,64 +0,5 51,89 10.781,75 9,1 CAC 8.421,04 +0,2 14,98 8.406,06 3,3 SMI 14.483,01 +0,4 61,04 14.421,97 9,2 ATX 6.342,20 -0,2 -12,09 6.354,29 19,1 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:42 EUR/USD 1,1364 -0,0 -0,0003 1,1367 1,1374 EUR/JPY 186,28 +0,1 0,1500 186,13 186,1900 EUR/CHF 0,9313 +0,0 0,0002 0,9311 0,9311 EUR/GBP 0,8555 +0,0 0,0001 0,8554 0,8548 USD/JPY 163,91 +0,1 0,1700 163,74 163,6700 GBP/USD 1,3282 -0,0 -0,0005 1,3287 1,3301 USD/CNY 6,771 +0,1 0,0053 6,7657 6,7657 USD/CNH 6,7718 +0,1 0,0066 6,7652 6,7648 AUS/USD 0,6965 -0,3 -0,0024 0,6989 0,6989 Bitcoin/USD 63.414,45 -2,3 -1.502,15 64.916,60 64.511,74 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 81,20 -1,7 -1,41 82,61 Brent/ICE 86,19 -2,5 -2,17 88,36 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.028,16 -1,2 -47,00 4.075,16 Silber 57,29 -1,9 -1,12 58,41 Platin 1.590,24 -1,9 -31,01 1.621,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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July 28, 2026 07:44 ET (11:44 GMT)
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