MÄRKTE ASIEN/Chipsektor im Ausverkauf - Kospi stürzt ab

28.07.2026 / 09:51 Uhr

DOW JONES--An den asiatischen Aktienmärkten ist es am Dienstag zum Teil steil nach unten gegangen. In Südkorea brach der Kospi ein, auch in Japan wurden heftige Verluste verbucht. Die bekannten Bedenken über die gewaltigen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) lösten eine erneute Verkaufswelle unter Halbleiterwerten aus. Der Ausverkauf im Chipsektor traf die Börsen in Südkorea und Japan besonders hart. Berichte, wonach die jüngsten KI-bezogenen Finanzierungszusagen des US-Schwergewichts Nvidia 750 Milliarden US-Dollar überstiegen, schürten Zweifel, ob die Nachfrage nach KI-Infrastruktur mit den Investitionen Schritt halten könne. Nvidia hatte laut Wall Street Journal jüngst Gespräche über eine Absicherung von rund 250 Milliarden Dollar für ein riesiges Rechenzentrumsprojekt von OpenAI geführt. Bereits in den USA zeigten sich Halbleiterwerte schwach.

Mit dem nahenden Monatsultimo steige zudem die Neigung zu Gewinnmitnahmen - gerade im Technologiesektor, hieß es. Zudem sorgte ein weiterer Bericht für Unruhe: In China nimmt offenbar ein staatlich unterstütztes Unternehmen die Massenproduktion von bestimmten Lithografiemaschinen auf, die in der Halbleiterbranche Verwendung finden. Damit steigt unter Halbleiteranlagenherstellern der Wettbewerb.

Der südkoreanische Leitindex Kospi brach nach zahlreichen Handelsunterbrechungen um 11 Prozent ein und rutschte auf die tiefsten Stände seit Mitte April ab - es war der höchste Tagesabsturz in über vier Monaten. Der Kurs des Speicherchipanbieters SK Hynix stürzte um über 14,7 Prozent ab - Samsung Electronics um 13,4 Prozent. Laut Analysten von Mirae Asset Securities in Seoul ging der Rückgang des Kospi auch auf Sorgen des Marktes über die zunehmende Konkurrenz aus China und eine mögliche Verschiebung in der globalen Lieferkette für Speicherchips zurück.

In Japan büßte der Nikkei-225 um 4 Prozent auf 62.365 Punkte ein und bewegte sich auf den niedrigsten Ständen seit Ende Mai. Kioxia Holdings brachen um über 18 Prozent ein, unter den Chipausrüstern verloren Nikon Corp. und Tokyo Electron jeweils 11 Prozent.

In China zeigten sich die Börsen widerstandsfähiger: Der HSI in Hongkong drehte im Verlauf des späten Geschäfts 0,2 Prozent ins Plus und der Shanghai-Composite auf dem Festland ermäßigte sich um 1,2 Prozent. Heimische Technologiewerte erhielten durch den spektakulären Börsengang von CXMT am Vortag etwas Unterstützung. Der Versuch Pekings, die Halbleiterselbstversorgung auch mit Hilfe von Hersteller von Lithografiemaschinen zu gewährleisten, gewinne an Glaubwürdigkeit, hieß es. Der technologielastige Taiex in Taiwan sank um 4,7 Prozent.

Der australische S&P/ASX-200, in dem Halbleiterwerte praktisch keine Rolle spielen, legte um 0,6 Prozent zu. Der australische Dollar sei nach Äußerungen der Gouverneurin der Reserve Bank of Australia, Michele Bullock, um rund 0,3 Prozent gefallen, sagte CBA-Devisenanalystin Kristina Clifton. Bullock habe die Tür für weitere Zinserhöhungen bei Bedarf offengelassen, habe aber auch angemerkt, dass sich die Wirtschaft wie erwartet verlangsame und es Zeit brauchen werde, bis die volle Wirkung der früheren Zinserhöhungen zum Tragen komme. Unterm Strich habe der Markt die Äußerungen Bullocks so bewertet, dass die RBA die Zinsen in naher Zukunft weniger wahrscheinlich anheben werde.

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INDEX                       zuletzt  +/- %      % YTD  Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)       8.947,80   +0,6       +2,7           08:00 
Nikkei-225                62.364,92   -4,0        -             08:00 
Topix 500 (Tokio)          3.098,76   -2,5      +16,5           08:00 
Kospi (Seoul)              6.023,66  -10,8      +42,9           08:30 
Hang-Seng (Hongkong)      25.248,57   +0,2       -1,5           10:00 
Shanghai-Composite         3.813,31   -1,2       -4,0           09:00 
Straits-Times (Singapur)   5.610,10   -0,2      +20,8           11:00 
IDX Comp. (Indonesien)     6.161,53   -0,4      -28,7           10:00 
KLCI (Malaysia)            1.713,43   +0,0       +2,0           10:00 
 
DEVISEN                     zuletzt  +/- %      00:00    Mo, 9:39 Uhr  % YTD 
EUR/USD                      1,1371   +0,0     1,1367          1,1402   -3,2 
EUR/JPY                      186,20   +0,0     186,13          186,35   +1,2 
EUR/GBP                      0,8546   -0,1     0,8554          0,8545   -1,9 
USD/JPY                      163,74    0,0     163,74          163,42   +4,5 
USD/KRW                    1.459,70   -0,3   1.464,62        1.468,50   +1,3 
USD/CNY                      6,7680   +0,0     6,7657          6,7666   -3,2 
USD/CNH                      6,7683   +0,1     6,7652          6,7669   -3,0 
USD/HKD                      7,8418    0,0     7,8421          7,8417   +0,8 
AUD/USD                      0,6974   -0,2     0,6989          0,7002   +4,5 
NZD/USD                      0,5774   +0,0     0,5773          0,5801   +0,3 
BTC/USD                   63.536,11   -2,1  64.916,60       65.228,75  -27,6 
 
ROHÖL                       zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                     81,10   -1,8      -1,51           82,61 
Brent/ICE                     86,65   -1,9      -1,71           88,36 
 
Metalle                     zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                       4.051,16   -0,6     -24,00        4.075,16 
Silber                        57,50   -1,5      -0,90           58,41 
Platin                     1.611,85   -0,6      -9,40        1.621,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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