MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

10.07.2026 / 07:30 Uhr

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Volkswagen will sich mit einem Maßnahmenpaket bis 2030 "robuster, effizienter und wettbewerbsfähiger" aufstellen. Wie der Autokonzern nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte, soll die Modellpalette um bis zu 50 Prozent reduziert und "auf die attraktivsten Marktsegmente konzentriert" werden. Die Produktionskapazitäten sollen von derzeit 10 Millionen auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr angepasst werden. Zu den konkreten Schritten äußerte sich Volkswagen ebenso wenig, wie zu möglichen Werksschließungen und einem Stellenabbau, über die mehrere Medien im Vorfeld berichtet hatten. Demnach stehen bis zu 120.000 Jobs und vier deutsche Werke auf der Kippe. Laut Medienberichten hat der Konzernbetriebsrat Blume aufgefordert, sich bis Freitag den Beschäftigten gegenüber konkret zu den Kürzungsplänen zu äußern.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

08:00 DE/Porsche AG, Pre-Close-Call 1H

10:00 DE/Hornbach Holding AG & Co KGaA, HV

11:00 DE/Volkswagen AG (VW), Absatzzahlen 2Q

14:00 DE/BMW AG, Pre-Close-Call 2Q

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Baader Bank              0,20 EUR 
Fielmann                 1,40 EUR 
Hornbach Baumarkt        0,90 EUR 
MPH Health Care          5,00 EUR 
 

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- DE 
    08:00 Verbraucherpreise (endgültig) Juni 
          PROGNOSE:     -0,3% gg Vm/+2,3% gg Vj 
          vorläufig:    -0,3% gg Vm/+2,3% gg Vj 
          zuvor:        -0,2% gg Vm/+2,6% gg Vj 
          HVPI 
          PROGNOSE:     -0,2% gg Vm/+2,4% gg Vm 
          vorläufig:    -0,2% gg Vm/+2,4% gg Vm 
          zuvor:        -0,1% gg Vm/+2,7% gg Vj 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
Index                       zuletzt  +/- % 
DAX Futures               25.206,00   -0,1 
E-Mini-Future S&P-500      7.579,50   -0,1 
E-Mini-Future Nasdaq-100  29.900,50   -0,1 
Topix (Tokio)              4.047,42   +0,7 
Hang-Seng (Hongk.)        24.476,69   +1,9 
Shanghai-Comp.             4.067,07   +0,8 
 
Donnerstag: 
INDEX               zuletzt  +/- % 
DAX               25.118,27   +0,9 
DAX-Future        25.227,00   +1,0 
MDAX              31.837,35   +1,0 
TecDAX             3.824,59   +2,1 
SDAX              18.074,65   +0,9 
Euro-Stoxx-50      6.284,27   +1,3 
Stoxx-50           5.385,09   +0,7 
XDAX              25.118,30   +0,0 
Dow-Jones         52.487,41   +0,3 
S&P-500            7.543,64   +0,8 
Nasdaq Composite  26.206,89   +1,3 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: An den Börsen zeichnet sich eine wenig veränderte Eröffnung ab. Der Konflikt im Nahen Osten sowie die Entwicklungen im KI-Sektor bilden weiter die beiden Hauptimpulsgeber. Im Irankonflikt geht es wieder etwas ruhiger zu. Trotz der jüngsten Militärschläge soll es weiter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran geben. Das tut auch dem Ölpreis gut - Brent zieht am Morgen zwar leicht an, notiert aber auf einem unkritischen Niveau. Stützende Impulse kommen aus dem Chipsektor. Für Beruhigung sorgen Berichte über weiterhin hohe Investitionspläne in die KI-Infrastruktur. Händler verweisen dazu auf die Ankündigung von Micron Technology, die Investitionen in die US-Speicherchipproduktion bis 2035 auf rund 250 Milliarden Dollar auszubauen. Stützend wirkt auch das rege Interesse der Anleger in den USA nach Hinterlegungensscheinen (ADR) von SK Hynix.

Rückblick: Sehr fest - Die USA griffen in der Nacht zwar wieder Ziele im Iran an, US-Präsident Donald Trump dämpfte aber seine Aussagen zum Ende eines Waffenstillstands und sprach davon, keine vollständige Wiederaufnahme des Krieges zu planen. Technologiewerte führten mit einem Plus von 2,7 Prozent die Gewinnerliste an, angetrieben von kräftigen Aufschlägen im Technologiesektor der Wall Street. Die Aktien von Astrazeneca verloren 6,2 Prozent. Das Medikament Wainua gegen Herzerkrankungen konnte keine erhöhte Wirksamkeit gegenüber einem Placebo nachweisen. Gesucht waren die Aktien der Windkraftanlagenhersteller. Nordex stiegen um 4,8 Prozent, Vestas um 3,0 Prozent und Siemens Energy um 2,9 Prozent. Kurstreiber war der überraschend starke Auftragseingang bei Nordex.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Fester - Der DAX kletterte wieder über die Marke von 25.000 Punkten und holte knapp die Hälfte seiner Vortagesverluste wieder auf. Im Fokus standen Volkswagen (-1,2%) mit ihrer Aufsichtsratssitzung. Der Konzern plant einem Magazinbericht zufolge weitreichende Sparmaßnahmen. Diese werde der Vorstand dem Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Nachmittag vorlegen, darunter die Streichung von mehr als 70.000 Stellen und die Schließung bzw. das Auslaufen von vier Konzern-Werken, berichtete die Wirtschaftswoche. Bei Fielmann (-0.9%) wurden die Zweitquartalszahlen als ordentlich bezeichnet. Nur der Ausblick sei einen Tick gedämpfter ausgefallen. Positiv kam dagegen die erhöhte Prognose für das Geschäftsjahr von Schott Pharma an. Der Kurs sprang um 13,5 Prozent nach oben. Leicht positiv wurden die Geschäftszahlen von Südzucker (+0,5%) aufgenommen. Deutz gewannen 6,0 Prozent. Der Motorenhersteller übernimmt die FFG vollständig und verschafft sich damit Zugang zum Geschäft mit kompletten Militärfahrzeugen.

XETRA-NACHBÖRSE

Volkswagen wurden am Abend auf Tradegate mit den Sparplänen 0,6 Prozent fester gehandelt. Allerdings waren während des Xetra-Handels bereits Berichte über dessen Inhalte zirkuliert. OHB hat mit ihrer Kapitalerhöhung brutto rund 484 Millionen Euro eingenommen. Die erste Tranche aus rund 1,61 Millionen neuen Aktien sowie weitere rund 1,39 Millionen bestehende Aktien aus dem Bestand des Investors KKR wurden zu einem Preis von 300 Euro je Aktie vollständig bei internationalen Investoren platziert. Auf Tradegte kletterte der Kurs um 1,8 Prozent auf 276 EUR.

USA - AKTIEN

Freundlich - Trotz erneuter Gefechte zwischen den USA und dem Iran hat die Wall Street mit Aufschlägen geschlossen. Vor allem Technologiewerte zeigten sich mit kräftigen Aufschlägen. US-Präsident Trump hatte erklärt, dass der Iran ihn kontaktiert habe, um ein Abkommen abzuschließen. Impulse von der Konjunkturseite waren dagegen rar: So gingen die wöchentlichen Erstanträge etwas stärker zurückgingen als erwartet. Die Hausverkäufe waren im Juni entgegen der Erwartung gefallen. Im Technologiesektor zogen Intel um 2,1 Prozent an, Broadcom um 3,2 Prozent und Micron Technology um 4,5 Prozent. Micron hatte ihre Ausgaben für die Chipherstellung in den USA bis zum Jahr 2035 erhöht. Anleger hätten nach den jüngsten Kursverlusten zudem günstige Einstiegsgelegenheiten genutzt, hieß es. Pepsico verloren 3,3 Prozent. Zwar waren Gewinn und Umsatz gestiegen, aber der Konzern litt unter der branchenweiten Abschwächung der Konsumtrends wegen des anhaltenden Inflationsdrucks. Levi Strauss verloren 2,2 Prozent. Der Bekleidungskonzern hatte seine Prognose für das Gesamtjahr erneut angehoben, doch Analysten hatten auf eine stärkere Erhöhung gehofft.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries  Rendite    +/-  Tageshoch  Tagestief 
2 Jahre           4,17  +0,01       4,18       4,16 
5 Jahre           4,27  +0,00       4,29       4,27 
10 Jahre          4,54  +0,00       4,56       4,54 
 

Die Renditen von US-Staatsanleihen bewegten sich kaum und blieben damit in der Nähe ihrer jüngsten Mehrwochenhochs. Steigende Ölpreise hatten jüngst erneut Inflationssorgen entfacht und mit diesen Zinserhöhungsspekulationen.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 17:02 
EUR/USD          1,144   +0,1    0,0012          1,1428     1,1431 
EUR/JPY         184,97   -0,3   -0,6100        185,5800   185,6500 
EUR/CHF         0,9205   -0,2   -0,0016          0,9221     0,9224 
EUR/GBP         0,8518   -0,0   -0,0003          0,8521     0,8538 
USD/JPY         161,65   -0,4   -0,7200        162,3700   162,3700 
GBP/USD         1,3428   +0,2    0,0023          1,3405     1,3388 
USD/CNY         6,7788   -0,2   -0,0133          6,7921     6,7927 
USD/CNH         6,7829   -0,2   -0,0119          6,7948     6,7955 
AUS/USD         0,6953   +0,2    0,0013          0,6940     0,6938 
Bitcoin/USD  64.097,43   +1,3    832,03       63.265,40  62.954,09 
 

Der US-Dollar gab leicht nach - der Dollar-Index reduzierte sich um 0,1 Prozent. Die Nachfrage als "sicherer Hafen" sei eher gering gewesen, hieß es. Zudem dämpften gesunkene Ölpreise Inflationssorgen und damit Zinserhöhungsspekulationen. Der Euro gewann 0,1 Prozent auf 1,1431 Dollar.

Der Dollar gibt am Morgen weiter nach - der Dollar-Index fällt um weitere 0,2 Prozent. Der Yen legt angesichts der Aussicht auf weitere Zuflüsse in japanische Vermögenswerte gegenüber den meisten anderen G10- und asiatischen Währungen zu. Die japanische Finanzministerin Katayama sagte am Freitag: "Wir wollen Maßnahmen ergreifen, um Pensionsfonds, einschließlich des GPIF, zu ermutigen, weitere Investitionen in japanische Finanzanlagen zu tätigen."

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold          4.115,89   -0,1     -5,13        4.121,02 
Silber           60,33   +0,6      0,34           59,99 
Platin        1.630,38   +1,2     20,06        1.610,32 
 

Der Goldpreis zog um 1,5 Prozent zum Settlement je Feinunze an und setzte damit den Erholungstrend des Vorabends fort, als er deutliche Verluste wettgemacht und nur noch knapp im Minus gelegen hatte. Dollarschwäche und schwindende Zinserhöhungsspekulationen dank der Ölpreisentwicklung stützten.

ÖL

ROHÖL          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex        72,25   +0,2      0,17           72,08 
Brent/ICE        76,64   +0,5      0,34           76,30 
 

Die Ölpreise gaben mit der Trump-Aussage, dass der Iran ein Abkommen wolle, deutlicher nach. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent fiel um 2,2 Prozent auf 76,30 Dollar, nachdem er am Vortag noch über der Marke von 80 Dollar gelegen hatte. Die Analysten der ING warnten indes, dass der Markt viel zu schnell auf eine Angebotsnormalisierung am Persischen Golf setze.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

GELDPOLITIK USA

Nach Ansicht des Präsidenten der New Yorker Fed sollten die Ölpreise letztendlich zurückgehen. Die Inflation sei das größere Risiko für das doppelte Mandat der US-Notenbank. Die Inflation sei nach wie vor "viel zu hoch" und der Arbeitsmarkt erscheine stabil, sagte John Williams, bei einer Veranstaltung der Federal Reserve Bank of New York.

ELEKTRIFIZIERUNGSZIEL

Die EU-Kommission will ein europaweites Elektrifizierungsziel festlegen. Es soll definieren, wie stark Verkehr, Gebäude und Industrie künftig mit Strom statt mit Öl-, Gas- oder Kohleenergie betrieben werden. Das geht aus dem Aktionsplan zur Elektrifizierung hervor, der dem Handelsblatt vorliegt und kommende Woche offiziell vorgestellt werden soll. Hintergrund ist die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern in Europa. Durch das Elektrifizierungsziel will die Kommission den Einbau von Wärmepumpen vorantreiben und den Absatz von Elektroautos erhöhen. Länderspezifische Ziele soll es jedoch nicht geben. (Handelsblatt)

KI DEUTSCHLAND

Die Monopolkommission hat ihr neues Hauptgutachten Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) übergeben und fällt ein hartes Urteil: Deutsche Unternehmen zögern beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz, investieren zu wenig und verlieren Zeit im internationalen Wettbewerb. "Es gibt eine gewisse Trägheit in den Unternehmen, den Schritt zur KI-Adoption zu wagen", sagte Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, dem Handelsblatt. Zugleich verlagere sich die Wertschöpfung aus Deutschland heraus. (Handelsblatt)

COMMERZBANK

Chefin Bettina Orlopp sieht den Ausbau der Beteiligung durch Unicredit auf fast 50 Prozent der Stimmrechte nicht als Scheitern. "Als wir im September 2024 gestartet sind, war der Aktienkurs noch nicht da, wo er sein sollte. Wir haben seither eingelöst, was wir versprochen haben", sagte Orlopp der FAZ. Unicredit hatte nach dem Aktientauschangebot seinen Zugriff auf knapp die Hälfte der Stimmrechte ausgebaut, faktisch stehen diese nach Orlopps Darstellung aber erst nach einer Genehmigung durch die Aufsicht zur Verfügung. (FAZ)

INFINEON

Der Chiphersteller bittet die Kunden stärker zur Kasse. "In Teilbereichen erhöhen wir die Preise", sagte Finanzvorstand Sven Schneider dem Handelsblatt. Und es könnte bald noch teurer werden: "Es kann in bestimmten Bereichen schnell passieren, dass wir wieder in Allokation gehen." Das heißt: Die knappe Ware wird zugeteilt, die Abnehmer müssen um ihre Lieferungen bangen. Die Situation ändert sich gerade grundlegend. Noch zu Jahresbeginn standen viele Maschinen ungenutzt herum. Lediglich die sogenannten Leistungshalbleiter für die Stromversorgung von Rechenzentren verzeichneten einen Boom. Hier schafft es der DAX-Konzern schon seit Monaten nicht mehr, den Bedarf zu decken. Inzwischen aber läuft auch das für Infineon wichtige Geschäft mit der Autobranche sowie anderen Industrien wieder besser. (Handelsblatt)

DWS

Der Vermögensverwalter plant eine Umfirmierung. Damit will die Tochter der Deutschen Bank ihre Sichtbarkeit bei institutionellen Kunden über den deutschen Heimatmarkt hinaus steigern. Wie mit der Angelegenheit vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg sagten, will sich die DWS noch in diesem Jahr in "Deutsche Asset Management" umbenennen. Mit diesem Schritt wolle die DWS stärker von der weltweiten Bekanntheit der Deutschen Bank profitieren, die 80 Prozent der DWS-Aktien hält. Die Deutsche Bank habe keine Pläne, die vollständige Kontrolle über ihre Vermögensverwaltungssparte zeitnah zurückzugewinnen, sagten die Informanten. Die derzeitige Marke werde in Deutschland beibehalten. (Bloomberg)

OHB

Das Raumfahrtunternehmen hat mit seiner Kapitalerhöhung brutto rund 484 Millionen Euro eingenommen. Die erste Tranche aus rund 1,61 Millionen neuen Aktien sowie weitere rund 1,39 Millionen bestehende Aktien aus dem Bestand des Investors KKR wurden zu einem Preis von 300 Euro je Aktie vollständig bei internationalen Investoren platziert, wie das Unternehmen mitteilte. Die Privatplatzierung endete am 24. Juni 2026.

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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

July 10, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)

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