MÄRKTE EUROPA/Börsen markieren neue Rekordstände
03.07.2026 / 18:09 Uhr
DOW JONES--Mit Aufschlägen haben die europäischen Aktienmärkte zum Wochenausklang den Handel beendet. Dabei wurden im Verlauf neue Allzeithochs markiert. Auch ohne die Unterstützung der Wall Street, die zum Wochenschluss wegen des vorgezogenen Unabhängigkeits-Feiertages geschlossen blieb, hielt damit das Aufwärtsmomentum an. Das Sentiment wurde dabei weiter gestützt durch das am Vortag vorgelegte Reformpaket der Bundesregierung. Der DAX kletterte um 0,8 Prozent auf 25.779 Punkte, das Rekordhoch liegt nun bei 25.827 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich ebenfalls um 0,8 Prozent auf 6.413 Punkte und hat bei 6.420 Punkten neue Höchststände markiert.
Mit dem schwächeren US-Arbeitsmarkt am Vortag wurden die Zinserhöhungserwartungen in den USA etwas zurückgeschraubt, was den weiter Goldpreis beflügelte, das Edelmetall gewann 1,0 Prozent auf 4.164 Dollar. Der Euro handelte bei 1,1435 Dollar. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent stagnierte knapp unter der Marke von 72 Dollar.
Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus hat das Risiko eines vollständigen Lieferausfalls von verflüssigtem Erdgas (LNG) auf dem Weltmarkt verringert. Die LNG-Schifffahrtsströme erholten sich jedoch viel langsamer als bei Rohöl, was die Exportkapazitäten voraussichtlich bis weit in das dritte Quartal hinein einschränken werde, sagte Daniel Hynes, Senior Commodity Strategist bei ANZ.
Zusammen mit Technologieaktien (+1,8%) führten Versorgertitel (+1,3%) die Gewinnerliste in Europa an. Stützend dürfte eine Studie von Morgan Stanley gewirkt haben. Obwohl europäische Versorger seit Jahresbeginn den Markt um 7 Prozent übertroffen haben, bleibe die relative Bewertung moderat, so die Analysten. Ein Blick auf die Positionierungen zeige, dass viele Fonds weiterhin untergewichtet seien. Eon gewannen 4,4 Prozent, RWE 1,7 Prozent, Engie 2,1 Prozent oder Iberdrola 1,3 Prozent.
Mit Abgaben von 1,5 Prozent zeigten sich SAP im DAX. Die Skepsis der Anleger bleibt groß. Wie JP Morgan in einer aktuellen Studie anmerkte, seien signifikante Investitionen nötig, um sicherzustellen, dass der Software-Hersteller auch in Zukunft wettbewerbsfähig sei. SAP dürfte sich durch Übernahmen stärken, was einen geringeren Margenzuwachs zur Folge haben werde.
Die Mitteilung von Rheinmetall (-1,9%) zu den "möglichen Auswirkungen des Baustopps von sechs F126-Fregatten" auf den Umsatz überraschte nicht, hieß es im Handel. Vielmehr hatte die Aktie bereits vor Tagen auf die originäre Meldung stark reagiert. Die Analysten von JP Morgan haben die Gewinnschätzungen für Rheinmetall gesenkt und nannten drei Gründe: Erstens vollzögen sich Veränderungen in der Verteidigungstechnologie weitaus schneller als erwartet. Zweitens lasse sich die Bundesregierung bei der Auftragsvergabe mehr Zeit als gedacht; und drittens nehmen die Analysten eine vorsichtigere Haltung bezüglich der Umsetzungsrisiken und Margen ein. Als Reaktion auf die niedrigeren Gewinnschätzungen haben sie das Kursziel für Dezember 2027 um 10 Prozent auf 1.350 Euro gesenkt.
Continental (+1,6%) hat wohl einen Käufer für die Industriesparte gefunden. Der Finanzinvestor Lonestar will Contitech für eine Bewertung von 4 Milliarden Euro übernehmen. Man befinde sich kurz vor einem Abschluss zur Veräußerung des Unternehmensbereichs, wie der Konzern mitteilte. Ergänzend zum Kaufpreis könnte es noch eine erfolgsabhängige Komponente in Höhe von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren für Conti geben. Continental hatte im April vergangenen Jahres die Abspaltung der Kunststoff- und Kautschuksparte Contitech angekündigt. Ein Verkauf wurde damals bereits als wahrscheinlichste Option bezeichnet.
Gea legten nach einer Hochstufung der RBC auf "Outperform" um 2,3 Prozent zu. Die Analysten verwiesen auf die Historie einer Cash-Conversion von nahezu 100 Prozent, einer exzellenten Kapitalallokation und einer treuen Kundenbasis. Gea notiere trotz der starken Kursentwicklung in jüngster Zeit mit einem Abschlag von rund 10 Prozent gegenüber den direkten Wettbewerbern und mit einem Minus von 17 Prozent gegenüber den Werten des europäischen Sektors.
L'Oreal kann ein starkes zweites Quartal erwarten, dürfte danach aber mit schwierigeren Trends konfrontiert werden, so die Analysten von JP Morgan. Der Kosmetikkonzern dürfte für den Zeitraum von April bis Juni ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum von rund 5 Prozent im Jahresvergleich ausweisen und damit die gute Dynamik der ersten Monate des Jahres fortsetzen. Dennoch könnte sich das Wachstum dann verlangsamen, da schwierigere Vergleichswerte zum Tragen kämen und die Nachfrage nach Kosmetika, Hautpflege und Make-up in wichtigen Märkten in Nordamerika und Europa nachzulassen beginne, so die Analysten. Die Aktie fiel um 1,4 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.412,68 +0,8 52,21 6.360,47 10,8 Stoxx-50 5.479,52 +0,6 33,12 5.446,40 11,4 DAX 25.779,31 +0,8 198,43 25.580,88 5,3 MDAX 32.994,37 +1,4 449,51 27.039,42 7,8 TecDAX 3.899,62 +0,3 11,88 3.091,28 7,7 SDAX 18.539,82 +1,7 310,65 13.062,07 8,0 FTSE 10.679,03 +0,3 26,16 10.652,87 7,5 CAC 8.508,07 +0,4 33,21 8.474,86 4,4 SMI 14.424,24 +0,5 71,26 14.352,98 8,7 ATX 6.565,92 +1,1 68,78 6.497,14 23,3 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:04 EUR/USD 1,1435 +0,0 0,0005 1,1430 1,1446 EUR/JPY 184,49 +0,2 0,3200 184,17 184,1900 EUR/CHF 0,9188 +0,0 0,0003 0,9185 0,9181 EUR/GBP 0,8561 -0,0 -0,0003 0,8564 0,8565 USD/JPY 161,31 +0,1 0,2200 161,09 160,9000 GBP/USD 1,3353 +0,1 0,0007 1,3346 1,3358 USD/CNY 6,7797 -0,1 -0,0089 6,7886 6,7886 USD/CNH 6,7844 -0,1 -0,0034 6,7878 6,7856 AUS/USD 0,6935 +0,2 0,0014 0,6921 0,6928 Bitcoin/USD 61.890,11 +0,6 356,72 61.533,39 61.511,80 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 68,77 +0,1 0,08 68,69 Brent/ICE 71,99 +0,3 0,19 71,80 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.164,18 +1,0 41,38 4.122,80 Silber 62,21 +2,0 1,20 61,01 Platin 1.637,60 +1,3 21,35 1.616,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 03, 2026 12:08 ET (16:08 GMT)
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