MÄRKTE EUROPA/DAX steigt auf Rekordhoch mit Reformpaket - Tech-Werte schwach

02.07.2026 / 18:21 Uhr

DOW JONES--Deutlich aufwärts ging es am Donnerstag an den europäischen Börsen. Am deutschen Aktienmarkt stand vor allem das Reformpaket der Bundesregierung im Fokus, das einen positiven Impuls setzte. Als Profiteure gelten Immobilien-Unternehmen wie Vonovia, da einer geführten Enteignungsdebatte ein Riegel vorgeschoben wurde. Aber auch Infrastruktur-Unternehmen und Rüstungsunternehmen sollten profitieren. Außerdem hatte am Nachmittag ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht für Juni die Sorgen vor einer baldigen Zinserhöhung durch die US-Notenbank etwas zerstreut.

Der DAX verbesserte sich um 2,2 Prozent auf 25.581 Punkte, das neue Rekordhoch liegt bei 25.656 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 legte um 1,2 Prozent auf 6.360 Punkte zu. Hier schloss der Sektor der Technologiewerte mit einem Abschlag von 2,1 Prozent als einziger im Minus. Global ging der Abverkauf in den Technologiewerten weiter. Der Ölpreis gab weiter nach, Brent notiert knapp unter der Marke von 71 Dollar je Fass. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen leicht nach oben.

Für die Volkswirte der Commerzbank haben insbesondere die geplanten Maßnahmen zum Bürokratieabbau das Potenzial, den Unternehmen in Deutschland wieder mehr Luft zum Atmen zu geben. Eine gewisse Lockerung gebe es bei der Regulierung am Arbeitsmarkt. Die Anpassungen bei den Steuern seien eher geringfügig.

Berenberg-Analyst Volker Schmieding machte eine Reihe kleiner Schritte aus, die sich zu einem großen Fortschritt summieren könnten. Zusammen mit dem Entwurf zur Rentenreform, den die Regierung bereits vor zehn Tagen gebilligt habe, könnte das Reformpaket einen spürbaren Unterschied machen.

Die Aktien des Immobilienkonzerns Vonovia legten um 6 Prozent zu und gehörten zu den größten Gewinnern im DAX. Die Analysten von JP Morgan verwiesen darauf, dass die Bundesregierung ein Gesetz zur Verhinderung von Wohnungs-Enteignungen durch die Bundesländer einführen will. Dies sei eindeutig positiv für Vonovia, angesichts der Enteignungsdebatte in der Hauptstadt Berlin. Aroundtown (+4,4%) und LEG Immobilien (+3,7%) legten ebenfalls deutlich zu.

Bayer bündelt das US-Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Einheit, für die Aktie ging es um 8,9 Prozent nach oben. Auch gestützt durch eine neue Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Das Urteil des Obersten US-Gerichtshofs in der vergangenen Woche sei ein entscheidender Schritt in Bayers vielschichtige Strategie, einen Schlussstrich unter die Glyphosat-Haftung zu ziehen, urteilte die Deutsche Bank und hob das Votum auf "Kaufen" mit Kursziel 60 Euro an.

Im Handel war von einem positiv aufgenommenen nachbörslichen Pre-Close-Call von Continental (+3,4%) die Rede. Offenbar sei das zweite Quartal solide verlaufen. Das Unternehmen habe sich zudem zuversichtlich geäußert, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.

SAP (+0,6%) wird künftig mehr Disziplin bei Neueinstellungen und Reisekosten walten lassen. Ein solcher Schritt ist Teil der Bemühungen des deutschen Business-Software-Konzerns, die Kosten zu senken und in Künstliche Intelligenz (KI) zu investieren, eine Technologie, die die Branche grundlegend verändert.

Der Tagesgewinner im SMI waren Roche mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent. Der Lungenkrebs-Kandidat Divarasib des Pharma-Konzerns hat in einer zulassungsrelevanten Studie besser abgeschnitten als bereits zugelassene Vergleichspräparate.

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Index               Schluss*  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50          6.360              +1,2                   +8,5 
Stoxx-50               5.446              +1,3                   +9,3 
Stoxx-600                648              +1,4                   +8,0 
DAX                   25.581              +2,2                   +2,3 
FTSE-100 London       10.478              +1,7                   +5,5 
CAC-40 Paris           8.337              +1,7                   +2,3 
AEX Amsterdam          1.073              -0,0                  +12,8 
ATHEX-20 Athen         6.289              +1,1                  +17,5 
BEL-20 Brüssel         5.703              +1,5                  +12,3 
BUX Budapest         139.468              +1,6                  +25,6 
OMXH-25 Helsinki       6.146              +0,4                   +7,8 
OMXC-20 Kopenhagen     1.631              +2,6                   +1,4 
PSI 20 Lissabon        9.090              +1,2                  +10,0 
IBEX-35 Madrid        19.407              +1,4                  +12,1 
FTSE-MIB Mailand      51.605              +1,6                  +14,8 
OBX Oslo               1.836              +1,6                  +14,9 
PX Prag                2.571              +0,7                   -4,3 
OMXS-30 Stockholm      3.185              +0,8                  +10,5 
WIG-20 Warschau      138.668              +1,5                  +16,6 
ATX Wien               6.387              +1,7                  +19,9 
SMI Zürich            14.114              +1,7                   +6,4 
* gerundet 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:30 
EUR/USD                   1,1446   +0,6    0,0070          1,1376     1,1393 
EUR/JPY                   184,19   -0,4   -0,7600          184,95   185,0200 
EUR/CHF                   0,9181   -0,3   -0,0029          0,9210     0,9207 
EUR/GBP                   0,8565   -0,1   -0,0004          0,8569     0,8576 
USD/JPY                   160,89   -1,0   -1,6700          162,56   162,3800 
GBP/USD                   1,3359   +0,7    0,0088          1,3271     1,3280 
USD/CNY                   6,7886   -0,1   -0,0056          6,7942     6,7942 
USD/CNH                   6,7854   -0,1   -0,0092          6,7946     6,7937 
AUS/USD                   0,6929   +0,6    0,0038          0,6891     0,6903 
Bitcoin/USD            61.511,91   +2,4  1.434,04       60.077,87  60.248,76 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  67,77   -1,2     -0,81           68,58 
Brent/ICE                  70,69   -1,2     -0,88           71,57 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.126,54   +2,4     96,65        4.029,89 
Silber                     61,01   +3,2      1,87           59,14 
Platin                  1.619,49   +2,7     42,62        1.576,87 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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