SAP will für KI-Investitionen seine Kosten drücken

02.07.2026 / 13:52 Uhr

Von Mauro Orru

DOW JONES--SAP will künftig mehr Disziplin bei Neueinstellungen und Reisekosten walten lassen. Ein solcher Schritt ist Teil der Bemühungen des deutschen Business-Software-Konzerns, die Kosten zu senken und in Künstliche Intelligenz (KI) zu investieren, eine Technologie, die die Branche grundlegend verändert.

Das Unternehmen hinter der Concur-Plattform für Reise- und Spesenmanagement ist ein früher Anwender von KI. Vorstandschef Christian Klein sagt von KI, sie könne die Produktivität der Mitarbeiter steigern, indem sie repetitive Aufgaben reduziere, und gleichzeitig Kunden bei der Datenanalyse sowie der Automatisierung von Prozessen in den Bereichen Finanzen, Personalmanagement, Beschaffung und anderen Geschäftsbereichen unterstütze.

Während SAP 2024 ein Restrukturierungsprogramm startete, das Tausende von Stellen betraf, versucht das Unternehmen inzwischen, Entlassungen zu vermeiden und stattdessen Mitarbeiter in Positionen zu versetzen, in denen sie KI nutzen können, um ihre Produktivität zu steigern. Das Unternehmen erklärte, es überprüfe seine Ausgabenprioritäten fortlaufend, um sich besser auf KI und die erwartete Kapitalrendite konzentrieren zu können.

"Im Rahmen dieses Ansatzes priorisieren wir Investitionen in KI-bezogene Fähigkeiten, Talente und Technologien, während wir bei Einstellungen, externen Ausgaben und internen Reisen mehr Disziplin walten lassen. Kundennahe Aktivitäten und kritische KI-Initiativen bleiben weiterhin voll unterstützt", sagte ein Unternehmenssprecher in einer Stellungnahme.

Erst vor weniger als zwei Monaten hatte SAP die Einführung einer neuen Software-Suite angekündigt, die Daten-, Cloud-, KI- und Automatisierungsfunktionen unter einem Dach vereint. SAP versucht so, bei einer Technologie an der Spitze zu bleiben, die Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Softwarebranche aufkommen ließ.

Rasante Fortschritte bei KI haben die Branche in den vergangenen Monaten erschüttert. Manche Investoren stellten infrage, ob die Technologie eines Tages die Dienstleistungen ersetzen könnte, für die Software-as-a-Service-Unternehmen ihren Kunden noch Gebühren berechnen. Große Software-Aktien verloren Anfang des Jahres einen erheblichen Teil ihres Wertes. Der Markteinbruch wurde als "Saaspokalypse" bezeichnet. Die SAP-Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 30 Prozent im Wert gefallen.

Im Juni jedoch gab es Auftrieb für die Branche, als Nvidia-CEO Jensen Huang die Einschätzung äußerte, dass KI-Agenten, mit denen Nutzer ihre Aufgaben an die KI delegieren und autonom von ihr erledigen lassen können, das Potenzial hätten, Softwareunternehmen erheblich zu stärken. Befürchtungen, dass die KI viele Software-Unternehmen in den Ruin treiben könnte, wischte er beiseite.

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