Gerresheimer mit testiertem Nettoverlust 2025 - Ausblick 2026 gesenkt
29.06.2026 / 13:01 Uhr
DOW JONES--Gerresheimer hat nun einen testierten Jahresabschluss 2025 mit "uneingeschränktem Bestätigungsvermerk" erhalten und unter dem Strich einen Verlust verbucht, die Dividende soll entsprechend ausfallen. Der Ausblick für das laufende Jahr wurde im Zuge der Veröffentlichung gesenkt. Als Gründe nennt der Düsseldorfer Verpackungshersteller "kundenseitige Projektverschiebungen", "operative Herausforderungen" unter anderem im Zusammenhang mit Produktionsanläufen sowie das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld. Als Termin für die Hauptversammlung ist nun der 1. September vorgesehen.
Gerresheimer rechnet laut Mitteilung nun für 2026 mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 17 bis 18 Prozent anstatt 18 bis 19 Prozent. Auch werde nun ein negativer Free Cashflow erwartet, in der Größenordnung von minus 50 bis minus 100 Millionen Euro, anstatt eines "moderat positiven" Wertes. Grund sei unter anderem ein "reduziertes Factoring-Volumen". Beim Umsatz peilt die Gerresheimer AG nun die untere Hälfte der Zielspanne 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro an.
Im Frühjahr hatte Gerresheimer die Veröffentlichung des Jahresabschlusses verschoben, da sich die Prüfung durch einen zweiten externen Wirtschaftsprüfer verzögerte. Zu Jahresbeginn hatte die Finanzaufsicht Bafin eine bereits im September 2025 eingeleitete Untersuchung mehrerer Abschlüsse für die Jahre zwischen 2023 und 2025 ausgeweitet. Die Verzögerung hatte zu einem Ausschluss aus dem SDAX geführt.
Laut nun veröffentlichtem Finanzbericht hat Gerresheimer 2025 nach Steuern und Dritten einen Verlust von 320,3 Millionen Euro eingefahren verglichen mit einem Gewinn on 82,3 Millionen ein Jahr zuvor. Je Aktie betrug der Verlust 9,27 Euro verglichen mit einem Gewinn von 2,38 Euro. Grund für den Verlust seien Abschreibungen, Wertminderungen sowie Sonderbelastungen inklusive Restrukturierungskosten. Der Umsatz betrug 2,3 Milliarden Euro nach 1,99 Milliarden. Das bereinigte EBITDA belief sich den Angaben zufolge auf 384 Millionen Euro (Vorjahr 388 Millionen), die entsprechende Marge auf 16,8 Prozent von 19,4 Prozent. Die Vorjahreszahlen berücksichtigen pro-forma den Erwerb von Bormioli Pharma.
Für 2025 hat Gerresheimer laut Mitteilung nun einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erhalten, in dem jedoch die Bedeutung des Verkaufs der US-Tochter Centor Inc. sowie eine Refinanzierung für die zukünftige Finanzlage des Konzerns hervorgehoben werden. Der Verkaufsprozess für Centor schreite "gut voran", teilte Gerresheimer mit. Die Transaktion soll weiterhin bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Das Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights will Gerresheimer zum Ende des Geschäftsjahres 2026 schließen.
Das Unternehmen plane noch in diesem Geschäftsjahr den Abschluss einer umfassenden Fremdkapital-Refinanzierung und habe dafür Lazard als Finanzberater mandatiert, teilte der Hersteller von Verpackungen aus Glas, Spezialglas und Kunststoffen für die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie weiter mit.
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